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Unternehmen Barbarossa Der deutsche Krieg im Osten 1941-1945 von Hartmann, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2011
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Unternehmen Barbarossa

Am frühen Morgen des 22. Juni 1941 überfielen deutsche Truppen die Sowjetunion. 'Unternehmen Barbarossa' hatte begonnen. Für die nächsten vier Jahre versank das Land in einer Orgie der Gewalt. Christian Hartmann schildert den Verlauf des deutschen Eroberungs- und Vernichtungskriegs im Osten auf dem neuesten Stand der Forschung, bettet ihn ein in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und schildert seine bis heute spürbaren Folgen. Damit legt er eine längst überfällige Synthese vor, welche die zahlreichen neuen Forschungen der letzten Jahre auf knappem Raum zusammenfasst. Christian Hartmann, Dr. phil., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München, Leiter des Forschungsprojekts 'Wehrmacht in der NS-Diktatur' und Dozent an der Universität der Bundeswehr München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 09.05.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406612275
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3619 kBytes
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Unternehmen Barbarossa

II. Politik I: 1940/41

Ausgangspunkt: Europa im Juli 1940

Schon früh, im Juni 1940, schien der Zweite Weltkrieg fast entschieden. Zumindest die Landkarte Europas musste das suggerieren. Die deutsche Wehrmacht hatte ihre Gegner förmlich überrannt - Polen (1.9. - 6.10.1939), dann Norwegen und Dänemark (9.4. - 10.6.1940) und schließlich Westeuropa (10.5. - 22.6.1940). In Polen und Skandinavien hatte es sich im Grunde um Vorfeldkämpfe gehandelt, kaum aber bei der deutschen Offensive im Westen. Nach dem ebenso schnellen wie überraschenden Sieg über die vereinigten Armeen Frankreichs, Belgiens, der Niederlande sowie ein britisches "Expeditionskorps" schien das Ende des Kriegs nahe. Frankreich, der große deutsche Angstgegner des Ersten Weltkriegs, war besiegt und besetzt, Großbritannien auf seine Inseln zurückgetrieben. Zwar hatte es noch das Gros seiner Landstreitkräfte gerettet, zumindest die Soldaten, auch verfügte es über eine der stärksten Kriegsmarinen der Welt, eine moderne Luftwaffe sowie über die schier unerschöpflichen Ressourcen des Commonwealth, politisch aber blieb das Inselreich vorerst isoliert. Im Sommer 1940 war es Hitlers letzter Gegner, und es war deutlich angeschlagen, nicht nur psychologisch. Der europäische Kontinent stand nun fast vollständig unter deutscher Herrschaft.

Diese Herrschaft hatte sich in kürzester Zeit etabliert. Noch gut fünf Jahre zuvor waren die Grenzen des Deutschen Reichs so verlaufen wie zu Zeiten der Weimarer Republik. Entsprechend eng waren die Spielräume der deutschen Außenpolitik gewesen; ihre Ziele beschränkten sich zunächst auf die Revision des Versailler Friedensvertrags, etwa auf die Wiedervereinigung des Saarlands mit dem Deutschen Reich (Januar 1935) und die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands durch die Wehrmacht (März 1936). Das waren nicht mehr als territoriale Korrekturen innerhalb des deutschen Machtbereichs. 1938 sollte sich das ändern. Mit dem recht störungsfreien "Anschluss" Österreichs im März und der schon etwas dramatischeren Annexion des Sudetenlands im September/Oktober 1938 konnte das nationalsozialistische Deutschland erstmals seine Grenzen ausdehnen. Beides ließ sich noch mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker begründen, wie es der amerikanische Präsident Woodrow Wilson am Ende des Ersten Weltkriegs propagiert hatte. Dass aber Hitler nicht in diesen Dimensionen dachte und auch nicht in den Grenzen und Traditionen des Bismarck-Reichs, zeigte sich schon wenig später, im März 1939: Die Besetzung der sog. "Rest-Tschechei", die nun als "Protektorat Böhmen und Mähren" firmierte, war eine brutale Okkupation, und sie war ein Wendepunkt, denn spätestens jetzt mussten die Westmächte erkennen, dass ihre Politik, die auf Beschwichtigung, Ausgleich, auf "Appeasement" setzte, endgültig gescheitert war. Ihre Garantieerklärungen für die Staaten Osteuropas wurden von Hitler indes ignoriert. Als er kurz darauf auch Polen territorial, vor allem aber politisch zu erpressen suchte, ließ er Großbritannien und Frankreich keine andere Wahl. Auf den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 folgten zwei Tage später die britische und die französische Kriegserklärung. Damit hatte für das Deutsche Reich etwas begonnen, was sein "Führer" schon lange geplant und vorbereitet hatte - die Eroberung von "Lebensraum" mit kriegerischen Mitteln.

Im Juli 1940 schien diese Etappe fast schon abgeschlossen, zumindest in Europa. Betrachtete man die Landkarte jedoch genauer, so war rasch zu erkennen, wie heterogen der

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