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Winston Churchill Abenteurer, Monarchist, Staatsmann von Cannadine, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.05.2016
  • Verlag: Berenberg Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Winston Churchill

Der große Winston Churchill war ein begnadeter Redner, überzeugter Monarchist, Literaturnobelpreisträger und ein skandalumwitterter Abenteurer. Daß er die politischen und privaten Affären seiner frühen Jahre nicht nur überlebte, sondern als Triumphator und Retter Europas daraus hervorging, das allein schon macht ihn zu einem der merkwürdigsten Helden der westlichen Welt. David Cannadines mit Freude am historischen Feuilleton geschriebenen Porträts lassen ein Denkmal lebendig werden. David Cannadine, geboren 1950 in Birmingham, ist Direktor des Institute for Historical Research an der University of London und einer der bekanntesten englischen Historiker. Er schreibt u.a. für die New York Review of Books, die London Review of Books und ist, als Spezialist für die Geschichte des Adels, ein regelmäßiger Gast in Fernseh- und Rundfunkredaktionen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 16.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783937834948
    Verlag: Berenberg Verlag GmbH
    Größe: 2595 kBytes
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Winston Churchill

Einleitung

"Charakter und Stellung eines Politikers werden zu seinen
Lebzeiten nach Parteimaßstäben beurteilt. Ist er tot,
endet auch alles, was er im Namen der Partei erreicht hat.
Weder Lob noch Tadel von Parteigängern vermögen seinen
Ruf letzten Endes zu beeinträchtigen. Die Waagschalen,
in denen er gewogen wurde, sind zerbrochen. Spätere Jahre
lassen ihre eigenen Maße und Gewichte entstehen."

WINSTON S. CHURCHILL , Lord Randolph Churchill (1907)

"Den Menschen ist es - zu ihrem Glück - nicht gegeben, den
künftigen Lauf der Ereignisse in nennenswertem Umfang
vorherzusehen oder vorauszusagen. In einer bestimmten Phase
scheinen sie richtig, in einer anderen falsch gelegen zu haben.
Und schließlich, wenn der zeitliche Abstand groß genug
geworden ist, stellt sich alles wieder in einem anderen Lichte
dar. Es gibt eine neue Proportion, eine andere Werteskala."

WINSTON S. CHURCHILL , The Unrelenting Struggle (1942)

R ein zufällig steht das Jahr 2005 im Zeichen mehrerer Churchill-Jubiläen: Zum vierzigsten Mal jährt sich sein Todestag, zum fünfzigsten sein Rücktritt als britischer Premierminister und zum sechzigsten das Kriegsende in Europa sowie seine Niederlage bei den englischen Parlamentswahlen von 1945. Anders ausgedrückt bedeutet dies, daß es im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts nur noch wenige Zeitgenossen gibt, die sich tatsächlich an Churchills Größe (oder Unzulänglichkeiten) erinnern (bzw. sie vergessen) können, und ihre Zahl wird von Jahr zu Jahr kleiner. Wer Churchills Reden von 1940 bewußt gehört hat, muß heute mindestens Anfang siebzig sein. Die überlebenden Veteranen und Veteraninnen des Zweiten Weltkriegs werden keine Versammlungen mehr abhalten, nachdem die Gedenkfeiern zum Sieg der Alliierten in Europa und Japan in diesem Jahr zum letzten Mal stattfinden. Und heute gibt es kaum noch eine Handvoll Menschen, die Churchill in seiner Zeit und auf dem Zenith seiner Laufbahn persönlich erlebt haben.

Bereits wenige Monate nach Churchills Tod im Januar 1965 erschienen die ersten Memoiren und Tagebücher seiner Freunde und Kollegen, unter anderem die von Violet Bonham Carter, Lord Moran, Sir John Colville und Harold Macmillan; doch vierzig Jahre später wird das Genre zwangsläufig immer mehr zum Auslaufmodell. 1 Die offizielle Churchill-Biographie, von seinem Sohn Randolph Churchill begonnen und von Martin Gilbert vollendet, erschien zwischen 1966 und 1988 in acht dicken Bänden und ist damit die umfassendste Lebensbeschreibung, die je über eine britische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens verfaßt wurde (und die Herausgabe der Begleitbände ist noch nicht einmal abgeschlossen). 2 Ende der sechziger Jahre wurde Churchill zum Gegenstand mehrerer aktueller Neubewertungen, von denen einige ihm freundlich gesinnt waren, andere dagegen ausgesprochen kritisch. 3 Inzwischen sind die offiziellen Regierungsdokumente, die Papiere seiner Zeitgenossen sowie sein eigenes riesiges Archiv sämtlich zugänglich geworden, das letztere angemessenerweise im Churchill College in Cambridge; hinzu kommt, daß dank einer großzügigen Subvention des Heritage Lottery Fund in Höhe von mehreren Millionen Pfund ein Großteil des vorhandenen Materials bereits digitalisiert werden konnte. In der Folge kam es zu einer nicht enden wollenden Flut von Artikeln, Monographien, Biographien und Sammelbänden, die zusammengenommen das größte Korpus wissenschaftlicher Untersuchungen über einen einzelnen Briten darstellen. Die heute bereits Tausende von Titeln umfassende Churchill-Bibliographie schwillt allmonatlich, ja tagtäglich immer weiter an, und niemand kann realistischerweise hoffen, mit alldem Schritt zu halten. 4

Daraus wird eines ersichtlich: Mit dem Übergang vom 20. zum 21.

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