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Zurück aus Afrika: Briefe und Tagebücher 1938-1948 Herausgegeben und kommentiert von Karl Wulff, jr. und Monika Schotten von Wulff, Karl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Zurück aus Afrika: Briefe und Tagebücher 1938-1948

Die von der Autorin hinterlassenen Tagebuchaufzeichnungen, ergänzt durch Briefe aus jener Zeit, liefern ein authentisches Bild des Alltags der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Durch gesundheitliche Gründe zur Rückkehr nach Deutschland gezwungen, reisten die Autorin und ihr Mann gegen Ende des Jahres 1938 aus Ostafrika ab. Dort wurden sie vom annahenden Weltkrieg überrascht. Diese Dokumente schildern mit besonderer Eindringlichkeit die entbehrungs- und schreckensreichen Kriegsjahre im von alliierten Bombern heimgesuchten Berlin. Den Zusammenbruch erlebten die Autorin und ihr Kind bei Verwandten in einer westfälischen Kleinstadt, die ersten Nachkriegsjahre auf benachbarten Dörfern. Wie Millionen Andere mussten sie wieder bei null anfangen. Die ganzen Jahre begleitete sie und ihr Mann, der Ende 1945 aus Gefangenschaft frei kam, der Wunsch, nach Afrika zurückzukehren. Die Zeit in Afrika verklärte sich in der Erinnerung immer mehr zu einer Vision von Glück und Frieden, bis diese dann 1952 mit einer großen persönlichen Enttäuschung endete. Karl Wulff, geb. 1939, Sohn der Autorin der Tagebücher, ist Chemiker. Nach seinem Berufsleben in Forschung und Management widmete er sich dem Studium der Sinologie. Zu seinen Hobbies zählen Wissenschafts- und Kulturgeschichte. Bisher wurden fünf seiner Bücher veröffentlicht. Monika Schotten, geb. Wulff, geb. 1970, Enkelin der Autorin der Tagebücher, studierte Physik (Dipl.) und absolvierte eine Ausbildung als Krankenschwester. In diesem Beruf ist sie nach wie vor tätig.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 156
    Erscheinungsdatum: 01.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959340434
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 737 kBytes
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Zurück aus Afrika: Briefe und Tagebücher 1938-1948

Textprobe: Kapitel Licht am Ende des Tunnels: Karl hatte sehr gute Freunde aus seinen Hamburger Jahren, ehe er 1925 wieder nach Ostafrika ging, Otto und Änne Neuerburg, die jetzt in Kiel lebten. Wo Neuerburg Direktor an der großen Werft 'Deutsche Werke' war. Sie hatten uns schon seit Wochen dringend eingeladen, sie in Kiel zu besuchen. Wir hatten es immer wieder aufgeschoben, wegen Karls Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amt. Und auch, weil ich mich zeitweise nicht recht wohl fühlte. Endlich, im März, reisten Karl und ich nach Kiel. Neuerburgs waren sehr liebe Menschen und nahmen uns ganz reizend auf. Karl hoffte im Stillen, daß Neuerburg, der mitten im Wirtschaftsleben stand, und sehr viele Beziehungen zu Industriekreisen hatte, Rat für unsere Sorgen wüßte, oder uns auch nur einen Hinweis geben könnte. Denn Karl, nach 15 Jahren Afrika, war ja völlig fremd im heutigen Deutschland Aber selbst Otto Neuerburg sah unsere Lage mehr als schwarz, und wußte keinen Ausweg. Wir ließen uns die schöne Wiedersehnsfreude dadurch aber nicht verderben, und Änne tat sehr geheimnisvoll, morgen hätte sie eine ganz große Überraschung für Karl. Wir erwarteten sehr neugierig den Nachmittag. Als die Tür aufging, erhob sich ein wahres Freudengeschrei. Karl und Hans Beusse, alte Kriegskameraden aus Ostafrika, fielen sich beinah um den Hals! Sie hatten nicht nur den ganzen Krieg miteinander fast bis zum Ende, verlebt, sondern auch noch die Jahre im Kriegsgefangenenlager in Ägypten zusammen verbracht. Karl, der in den letzten Kriegswochen mit schwerer Malaria im Lazarett lag, fiel, als die deutsche Truppe abrücken mußte, mit dem ganzen Lazarett in englische Hände. So kam er nach Ägypten ins Gefangenenlager, wo er Hans Beusse wiedertraf. Beusse berichtete von der Wehrmacht, die Hitler unter Hochdruck immer weiter aufbaute und ausbaute, und wie sehr es noch immer an tüchtigen alten und erfahrenen Offizieren fehlte. Die Luftwaffe vor allem hätte großen Mangel an führenden Kräften und stellte erprobte Offiziere bis zum Alter von 50 Jahren noch ständig neu ein. Beusse war seit eineinhalb Jahren dabei und gerade Major geworden. Karl war sehr beeindruckt. Beusse riet Karl, sich sofort zu melden und keine Zeit zu verlieren. So kam es, daß wir am nächsten Nachmittag schon, früher als geplant, nach Potsdam zurück reisten. Am kommenden Morgen fuhr Karl nach Berlin, meldete sich, wurde überall herzlich empfangen und kam mit einem Berg von Fragebögen zurück, die er schleunigst ausfüllen, und einreichen sollte. Die halbe Nacht ging damit hin. Wie gut, daß Karl sich schon in den letzten Wochen Ahnenpapiere beschafft hatte, also den Arier Nachweis erbringen konnte, was damals die Grundlage für jegliche Anstellung war. So ging alles sehr schnell. Nach kaum 14 Tagen wurde Karl bereits zur ersten, acht Wochen dauernden, Übung einberufen, und zwar ins Reichsluftfahrt-Ministerium in Berlin, kurz RLM genannt, in die Personal-Abteilung. So brauchten wir uns nicht einmal zu trennen. Kar1 wohnte weiter in Potsdam und fuhr tagsüber nach Berlin zum Dienst. Karl hatte große Freude an seiner neuen Arbeit, der Chef und die Kameraden waren alle in seinem Alter, und alle waren sehr nett zu ihm. Karl arbeitete sich schnell ein. Als Karl, sozusagen an der Quelle sitzend, sah, wie gut die Aussichten standen, sowohl für ihn selbst, wie für die Mehrzahl derer, die sich jetzt immer noch neu meldeten, schrieb er einen Luftpostbrief an seinen Bruder Hans nach Daressalam, Hans solle mit seiner Frau, Gisela, und dem Kind schnellstens das nächste Schiff nehmen, und nach Berlin kommen und sich zur Luftwaffe melden. Hans hatte auch schon den Ersten Weltkrieg mitgemacht, war ein sehr tüchtiger Offizier gewesen, er hatte also die gleichen günstigen Voraussetzungen, wie Karl und dieselben Aussichten. Hans wollte sofort kommen, aber Gisela war darüber verzweifelt, sie wollte in Afrika bleiben. Hans setzte sich aber durch, und im Mai traf er mit Gisela

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