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Analyse von Schulbüchern als Grundlage empirischer Geschichtsdidaktik von Schreiber, Waltraud (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Analyse von Schulbüchern als Grundlage empirischer Geschichtsdidaktik

Historische Narrationen in Schulbüchern vermitteln ganzen Generationen Geschichtsbilder, die lange wirksam sind und manchmal auch den Erkenntnissen aktueller Forschung widersprechen. Wegen ihrer Relevanz und Reichweite sind Schulbücher eine ideale Basis für empirische Untersuchungen. Das hieraus entwickelten Raster kann als 'Steinbuch' für die Analyse jeder anderen historischen Narration dienen. Auf dem Weg zum Analyseraster wurden fachdidaktische Erkenntnisse gewonnen, überprüft und praxisnah aufbereitet. Auf Grundlage der Analyseergebnisse zeigt dieser Band z.B. auf, wie ein multimediales Geschichtsschulbuch aussehen könnte, wie Hauptschüler in ihrer Kompetenzentwicklung gefördert werden können und wo Grundschüler in ihrer Kompetenzentwicklung vor ihrer ersten Unterrichtsstunde stehen. Ein Buch für jeden, der sich mit Geschichtsdidaktik in Empirie, Theorie und Praxis beschäftigt. Die Herausgeberin der Reihe ist Professorin Dr. Waltraud Schreiber, Inhaberin des Lehrstuhls für Theorie und Didaktik der Geschichte an der Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 17.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170271500
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 12856 kBytes
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Analyse von Schulbüchern als Grundlage empirischer Geschichtsdidaktik

Schulgeschichtsbücher als Grundlage für die Methodenentwicklung

Waltraud Schreiber

Aufgrund der Spezifik aktueller Geschichtsschulbücher haben wir uns entschieden, die Grundstruktur eines möglichst umfassenden Analyserasters für historische Narrationen an diesen zu erarbeiten. Das soll im Folgenden kurz begründet werden.

Jedes einzelne Schulbuchkapitel ist, für sich genommen, eine historische Narration: Im Lehrtext und in den weiteren Textteilen wird, aufgrund einer festgelegten Fragestellung, für eine ausgewiesene Adressatengruppe eine Geschichte über Vergangenes erzählt, wobei der Geschichtsunterricht insgesamt die Aufgabe hat, die kommende Generation zu befähigen, durch Bezüge auf die Vergangenheit Orientierung für Gegenwart und Zukunft zu gewinnen. Schulbücher umfassen deshalb Inhalte und Themen, die für den Umgang einer Gesellschaft mit Vergangenheit und Geschichte als bedeutsam erachtet werden. Die Auswahlentscheidungen, die hinter den als Schulbuchkapitel vorliegenden Texten stehen, werden deshalb nicht allein von den Schulbuchautoren getroffen, sondern sind durch die Bindung an Lehrpläne/ Rahmenpläne prädeterminiert, die ihrerseits Ergebnis eines fachlichen, politischen und pädagogischen Entscheidungsprozesses sind. - Schulbuchnarrationen als Grundlage für die Methodenentwicklung zu nehmen, bedeutet demzufolge, an Texten anzusetzen, denen gesellschaftliche Bedeutung zugewiesen werden kann.

Weil Schulbücher aber nicht nur fertige Geschichten enthalten, sondern - zumindest in pluralen, demokratischen Gesellschaften - auch darauf zielen, den Schülern den Prozess zu verdeutlichen, der zu diesen historischen Narrationen führt, sind Schulbuchkapitel auch geeignet, an ihnen Analysekriterien für die Förderung historischer Kompetenzen zu entwickeln.

Gerade in ihrem Doppelcharakter als Lehr- und Arbeitsmittel haben Schulgeschichtsbücher ihre eigene Medienspezifik. Um diese Spezifik zuerst formal und dann in ihrer Tiefenstruktur zu erschließen, müssen Kriterien gefunden werden.

Überlegungen zu den Analysekriterien, die in der Lage sind, die dem Geschichtsunterricht zugedachte Aufgabe zu erfassen, nämlich Schüler bei der Entwicklung von reflektiertem und (selbst-)reflexivem Geschichtsbewusstseins zu unterstützen, werden in Kapitel 2 dieses Beitrags dargestellt.

Vorab soll darauf hingewiesen werden, dass die Schulbuchspezifik sich mit Merkmalen, die für alle historischen Narrationen gelten, überlappt: Bestimmte der allgemeingültigen Aspekte gelten für Schulbuchnarrationen stärker, andere weniger stark, wieder andere kommen nur ganz am Rand zum Tragen.

Zum Teil können dabei auch unerwünschte Konsequenzen auftreten: Eine schülernahe Sprache, deren Nutzung bezogen auf das historische Lernen im Geschichtsunterricht schlüssig und erwünscht erscheint, kann z.B. die empirische Triftigkeit des Textes stören (vgl. hierzu die Beispiele aus Kapitel 3 dieses Beitrags). Derartige Zusammenhänge können durch kategoriale Analyseverfahren methodisch kontrolliert herausgearbeitet werden. Dazu werden Kombinationen aus Codes gebildet, die für die Analyse unterschiedlicher Fragestellungen erarbeiten worden sind. Mit Hilfe geeigneter Codekombinationen wird es auch möglich, Konsequenzen aus diesen Analyseergebnissen für den Unterricht zu ziehen. So können Geschichtslehrer z.B. mit Schulbüchern, deren Narrationen nur in geringem Maße auf die Förderung historischer Kompetenzen ausgerichtet sind, kompetenzorientiert unterrichten, wenn sie die Mängel bestimmen können und die Schulbücher sachgerecht ergänzen können (vgl. Kapitel 3.3 dieses Beitrags).

Dieses Teilkapitel ist dem Kapitel 3 ("Zwei Beispiele für die Erträge kategorialer Inhalts- und Strukturanalysen") zugeordnet. Es verdeutlicht, dass die Kriterien zur Analyse historischer Narrationen, die über Inhalte informieren und zugleich zum reflektierten und (selbst-) reflexiven Umgang mit Ve

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