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AußerOrdentliche Frauen 18 Porträts von Wunderlich, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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AußerOrdentliche Frauen

Von Autorinnen wie Tania Blixen oder Erika Mann bis zu Künstlerinnen wie Édith Piaf oder Marilyn Monroe- die hier vorgestellten Frauen hielten sich nicht an die Konventionen und Regeln ihrer Zeit, sondern wagten es, ungewöhnliche Wege zu gehen. Dieter Wunderlich porträtiert Frauen, die Skandale auslösten, wie Lola Montez, Janis Joplin und Uschi Obermeier, aber auch mutige Kämpferinnen wie Rosa Luxemburg, Sophie Scholl und Ayaan Hirsi Ali. Eine eindrucksvolle Sammlung für alle Frauen (und Männer) auf der Suche nach Vorbildern und Inspiration für eigenes Handeln. Dieter Wunderlich, geboren 1946 in München, Diplompsychologe, war von 1973 bis 2001 im Management eines großen internationalen Unternehmens tätig. Seit 1999 hat er sich mit Büchern wie z. B. "EigenSinnige Frauen", "WageMutige Frauen", "AußerOrdentliche Frauen" und "Verführerische Frauen" als Autor farbiger und sorgfältig recherchierter Biografien einen Namen gemacht. Er lebt in Kelkheim am Taunus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 18.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492968706
    Verlag: Piper
    Größe: 2105 kBytes
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AußerOrdentliche Frauen

Lola Montez

(1821 - 1861)

"Ich bin die Mätresse des Königs!"

Lola Montez war eine egomanische Hochstaplerin, eine unverschämte Lügnerin und eine Cholerikerin, die auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurückschreckte. Als prunksüchtige Mätresse verschwendete sie enorme Gelder des bayerischen Königs Ludwig I. Sie war aber auch eine starke Persönlichkeit voller Widersprüche, die mehrmals aus eigener Kraft einen Neuanfang wagte, sei es als Tänzerin, Schauspielerin oder Vortragsrednerin.

Seit dem Tod seines Vaters Maximilian I. am 13. Oktober 1825 trug der Wittelsbacher Ludwig die bayerische Krone. König Ludwig I., der bereits um fünf Uhr früh über Akten und Eingaben saß, verstand sich zunächst als "Reformmonarch": Er holte die von Herzog Ludwig dem Reichen in Ingolstadt gegründete und von seinem Vater nach Landshut verlegte Universität nach München, machte aus der Isarmetropole eine Stadt der Kunst und prägte als Bauherr ganze Straßenzüge, beispielsweise die nach ihm benannte Ludwigstraße. Er förderte nicht nur die Künste, sondern unterstützte auch den technischen Fortschritt, wie etwa den Eisenbahnbau.

Auf die Juli-Revolution in Paris 1830 reagierte Ludwig I. allerdings mit reaktionären Maßnahmen und führte die zu Beginn seiner Amtszeit aufgehobene Pressezensur wieder ein.

Eine offizielle Mätresse hatte der neunfache Vater zwar nicht, aber er ließ sich auf zahlreiche Amouren ein. Seine berühmteste Geliebte, Lola Montez, kostete ihn nicht nur ein Vermögen, sondern auch den Thron. Dabei war er bereits sechzig Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sah.

Lolas Mutter, Eliza Oliver, wurde 1805 als jüngstes der vier unehelichen Kinder des Verwaltungsbeamten Charles Silver Oliver und seiner Geliebten Mary Green in der irischen Grafschaft Cork geboren. Als Eliza vierzehn Jahre alt war, erregte sie die Aufmerksamkeit des zweiundzwanzigjährigen Offiziers Edward Gilbert, der aus Schottland stammte. Sie verliebten sich, und bevor Gilberts Einheit aus Cork abgezogen wurde, heirateten sie am 29. April 1820. Neuneinhalb Monate später, am 17. Februar 1821, wurde Eliza Gilbert in Grange, einem Dorf im Nordwesten Irlands, von einer Tochter entbunden: Elizabeth ("Eliza") Rosanna.

Edward Gilbert ließ sich nach Indien versetzen und schiffte sich am 14. März 1823 mit seiner Frau und der kleinen Tochter nach Kalkutta ein. Bei der Ankunft erfuhr er, dass seine Einheit in der Garnison Dinapore bei Patna stationiert war, und machte sich mit seiner Familie auf den Weg dorthin. Auf der Reise infizierte er sich jedoch mit Cholera, und am 22. September trug man ihn bei seinem Regiment als Neuzugang und zugleich als Todesfall ein.

Weil der Erlös aus der Versteigerung der Habseligkeiten des Verstorbenen und die Hinterbliebenen-Abfindung der Armee nicht für eine Schiffspassage nach Europa reichten, fuhr Eliza Gilbert mit ihrer Tochter im November nach Kalkutta. Unterwegs lernte sie Patrick Craigie kennen, einen aus Montrose im Osten Schottlands stammenden vierundzwanzigjährigen Leutnant, der seit fünf Jahren bei der Britischen Ostindien-Kompanie Dienst tat. Sie wurden ein Paar und heirateten am 16. August 1824 in Kalkutta.

Sechzehn Monate später, am 26. Dezember 1826, schickte Patrick Craigie seine fünfjährige Stieftochter zu seinen Eltern nach Schottland. Den Oberstleutnant William Innes, der mit seiner Ehefrau und seiner erwachsenen Tochter in Kalkutta an Bord desselben Schiffes ging, ersuchte er, während der Seereise auf das Mädchen achtzugeben. In London wurde Eliza von Geschwistern ihres Stiefvaters abgeholt und zu Patrick und Mary Craigie nach Montrose begleitet.

Als Elizas Stieftante Catherine

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