text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Deutsche Geschichte Das Alte Reich 962-1806 von Naumann, Günter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2013
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
5,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Deutsche Geschichte

Wie keine andere europäische Nationalgeschichte wird die deutsche Geschichte von den einzelnen Territorien getragen. Das lockere oberhoheitliche Band, durch welches die Territorial-Fürstentümer, Reichsstädte usw. zusammengehalten wurden, war das 'Heilige Römische Reich', welches heute als das 'Alte Reich' bezeichnet wird und nahezu ein Jahrtausend bestanden hat. Neben der politischen Geschichte zeigt der Autor aber auch die Entwicklung der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands.Der Nachfolgeband schließt an das Alte Reich an und führt die Geschichte Deutschlands vom Deutschen Bund über das Deutsche Reich und das geteilte Deutschland bis zum wiedervereinigten Deutschland vor Augen. Dr. Günter Naumann, geb. 1936 in Leipzig, studierte von 1957-1963 und promovierte 1968. Erst seit 1989/90 waren ihm Forschungen und Publikationen zur Regionalgeschichte Sachsens möglich. Dazu gehören u.a. die Bücher 'Sächsische Geschichte in Daten' , 'Meißner Geschichte in Daten' (1993), 'Meißner Chronik 1989-1996' (1996), 'Landkreis Meißen - Landschaft, Geschichte, Aktuelles' (1998).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 07.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843800303
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 523 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Deutsche Geschichte

2. Das Frankenreich

Im Verlauf der Völkerwanderung entstanden auf dem Boden des 476 untergegangenen Weströmischen Reiches verschiedene Germanenreiche. Von diesen erwies sich das Reich der Franken als das dauerhafteste sowie in seiner Ausstrahlung auf die künftigen Reichsbildungen und die Kultur in Mittel- und Westeuropa als das bedeutendste. Durch die Kaiserkrönung Karls I. "des Großen" (800) kam jene Verbindung zwischen Reich und Kirche, zwischen abendländischem Kaisertum und römischem Papsttum, zustande, welche die politische Entwicklung sowie das Kultur- und Geistesleben in den folgenden Jahrhunderten prägte.

Aus dem östlichen Teil des Frankenreiches entwickelte sich im 10. Jh. das deutsche Reich.

Stammesland der kriegerischen Franken war das Gebiet zwischen Mittel- und Niederrhein sowie der Weser. Die von hier aus ab dem 4. Jh. eroberten Gebiete wurden mit fränkischen Bauern besiedelt, sodass die Verbindung zum Stammland nicht verloren ging. In dem sich schließlich zum Vielvölkerstaat entwickelnden Frankenreich behaupteten die Franken ihre führende Stellung als Reichsvolk. Die Stammeskultur der Unterworfenen wurde hingegen nicht angetastet.

Begründer des Frankenreiches war König Chlodwig I. (482-511) , welcher römische Restgebiete mit ihrer gallo-römischen Bevölkerung sowie das westgotische Aquitanien im Südwesten des heutigen Frankreichs eroberte und durch skrupellose Beseitigung der Herrscher fränkischer Kleinkönigreiche Letztere mit seinem fränkischen Teilreich zu einem fränkischen Großreich zusammenschloss. Bei der Eroberung der römischen Provinzen hatte Chlodwig I. das römische Christentum als Staatsreligion und damit als geistige und politische Kraft kennengelernt. Die Bischöfe waren in den römischen Provinzen vielfach zu Stadtherren aufgestiegen und damit politisch einflussreich, sodass sich Chlodwig I. im Interesse der Konsolidierung seines jungen Reiches mit der Kirche arrangieren musste. Wohl auch unter dem Einfluss seiner Gemahlin, der christlichen Burgunderprinzessin Chrodechilde, trat er 498 oder 499 zum römischen Christentum über. Indem die Franken Christen geworden waren, wurden die konfessionellen Gegensätze zwischen Germanen (hier den Franken) und Romanen (hier den Gallo-Römern) aufgehoben, sodass jetzt durch die Einheit im Glauben die Integration der unterschiedlichen Völkerschaften in das Frankenreich entscheidend gefördert worden ist. Durch die Verbindung der fränkischen Herrscher mit der Kirche wurde die Legitimationsbasis der fränkischen Herrschaft verbreitert, sodass bereits Karl I. "der Große" als Rechtsgrund für seine Herrschaft über das "Imperium Romanum" nicht die Akklamation durch das Volk der Römer und die Kaiserkrönung durch den Papst, sondern allein den Willen Gottes in Anspruch nahm. Aus der Synthese fränkischer, römischer und christlicher Einflüsse ging schließlich eine neue Kultur hervor, welche das mittelalterliche Europa prägen sollte.

Das Frankenreich hatte unter König Karl I. "dem Großen" (768-814) aus dem Geschlecht der Karolinger seine größte Ausdehnung erreicht. Er eroberte 774 das Königreich der Langobarden in Italien und beherrschte damit Nord- sowie große Teile Mittelitaliens sowie den Herrschaftsbereich des Papstes (später "Kirchenstaat"). Das Langobardenreich verband er in Personalunion mit dem Frankenreich und nahm den Titel "rex Francorum atque Langobardorum" an. Er erweiterte das Fränkische Reich nach Südwesten durch die endgültige Unterwerfung Aquitaniens (769) sowie die Erweiterung der Spanischen Mark bis zum Ebro (778-811) als Pufferzone gegen die vordringenden Araber (Emirat von Cordoba), besiegte und christianisierte die Sachsen und Friesen (772-804) und vereinnahmte das bisher nur locker zum fränkischen Reichsverband gehörige Bayern (788 Absetzung des Herzogs Tassilo), welches wegen seiner Alpenübergänge nach Italien wichtig war. Im Westen sicherte er die Grenze gegen die Bretagne durch Erricht

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen