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Deutsche Geschichte Von 1806 bis heute von Naumann, Günter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2014
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Deutsche Geschichte

Im ersten Band wurde die Deutsche Geschichte bis zum Jahre 1806 vorgestellt. In diesem Band wird sie bis zur Gegenwart fortgeführt.Nachgezeichnet werden auch hier die großen politischen Zusammenhänge anhand markanter Ereignisse. Weil jedoch ab dem 19. Jahrhundert wirtschaftliche Entwicklungen und soziale Konflikte in zunehmendem Maße die Politik beeinflussen, wird der Wirtschafts- und Sozialgeschichte größere Aufmerksamkeit gewidmet. Auch die weltweiten Verflechtungen, die in der fortschreitenden wirtschaftlichen und politischen Integration ihren Ausdruck finden, sind hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Deutschland Gegenstand der vorliegenden Darstellung. Dr. Günter Naumann, geb. 1936 in Leipzig, studierte von 1957-1963 und promovierte 1968. Erst seit 1989/90 waren ihm Forschungen undPublikationen zur Regionalgeschichte Sachsens möglich. Dazu gehören u.a. die Bücher 'Sächsische Geschichte in Daten', 'Meißner Geschichte in Daten', 'Meißner Chronik 1989-1996', 'Landkreis Meißen - Landschaft, Geschichte, Aktuelles' (1998).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 15.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843800310
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 487 kBytes
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Deutsche Geschichte

6. Vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang des Deutschen Kaiserreiches (1806-1918)

Spätestens mit dem Frieden von Lunéville (1801) hatte das durch die Französische Revolution reformierte Frankreich in die inneren Verhältnisse Deutschlands eingegriffen und nicht nur dessen herrschaftliche Organisationsform, das Alte Reich, zum Einsturz gebracht, sondern vor allem auch die überkommene Gesellschaftsordnung infrage gestellt. Die alte, ständisch gegliederte Gesellschaft, welche die Entfaltung des Einzelnen und damit vor allem auch die wirtschaftliche Entwicklung behinderte, war nicht mehr leistungsfähig genug, um zu überleben.

Deshalb setzten mit der Auflösung des Alten Reiches (1806) und der totalen Niederlage Preußens (1806/1807) Reformbestrebungen ein, welche zur politischen, sozialen und wirtschaftlichen Neuorientierung führten. Am umfassendsten wurden diese Reformen zunächst in Preußen vorangetrieben (1807/13). Die Reformierung des Heerwesens war Voraussetzung dafür, dass es gelang, in den Befreiungskriegen (1813/15) die napoleonische Fremdherrschaft abzuschütteln. Die Einführung der Gewerbefreiheit bildete die Voraussetzung für den in den 1830er Jahren einsetzenden wirtschaftlichen Umbruch (Industrialisierung).

Das Ergebnis der Neuordnung der politischen Verhältnisse durch den Wiener Kongress (1815) war unbefriedigend. Obgleich die in der napoleonischen Zeit bzw. durch den Wiener Kongress zustande gekommene wesentliche Reduzierung der territorialen Zersplitterung den Weg zur nationalstaatlichen Einheit Deutschlands frei gemacht hatte, konstituierte sich mit dem "Deutschen Bund" (1815-1866) nur eine lockere Vereinigung souveräner Staaten. Die Selbstständigkeit der deutschen Territorien hatte damit ihre höchste Ausprägung erreicht. Angesichts der Interessengegensätze zwischen den beiden übermächtigen Bundesstaaten Österreich und Preußen war der Deutsche Bund außenpolitisch nicht handlungsfähig. Stattdessen betätigte er sich nach innen, um die auf weitere Modernisierung drängenden liberalen Kräfte niederzuhalten (Restauration). Gestärkt wurde der Liberalismus durch die revolutionären Ereignisse von 1830 und 1848, zu durchgreifenden Veränderungen kam es hingegen nicht.

Günstiger gestalteten sich die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung. Unter Führung Preußens kam es zur Gründung des "Deutschen Zollvereins" (1834), wodurch unter Ausschluss Österreichs die deutschen Territorialstaaten zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum zusammengeschlossen wurden.

In der Revolution von 1848/49 versuchte das Bürgertum, dem politischen Liberalismus zum Durchbruch zu verhelfen, d. h. es sollten ein auf dem Grundsatz der Gewaltenteilung beruhender Verfassungs- und Rechtsstaat geschaffen, den rechtlich gleichgestellten Bürgern freiheitliche Grundrechte garantiert sowie die freie Entfaltung der Persönlichkeit ermöglicht werden. Auch die nationalstaatliche Einheit Deutschlands sollte herbeigeführt werden. Beide Ziele wurden nicht erreicht.

Die Jahrzehnte nach der gescheiterten Revolution standen politisch im Zeichen der Wiederherstellung und Erhaltung der alten monarchistischen Gesellschaftsordnung (Restauration) und wirtschaftlich im Zeichen der industriellen Revolution, in deren Verlauf sich der Wirtschaftsliberalismus (Marktwirtschaft) durchsetzte, in welchem nicht der Staat, sondern die privaten Wirtschaftsteilnehmer den Wirtschaftsprozess bestimmten. Der damit verbundene wirtschaftliche Aufschwung veränderte die sozialen und politischen Verhältnisse.

Mit der Gründung des "Deutschen Reiches" (1871) wurde durch Preußen die nationalstaatliche Einheit Deutschlands unter Ausschluss Österreichs erzwungen (preußisch-kleindeutsche Lösung). Deutschland stieg in den folgenden Jahrzehnten politisch und wirtschaftlich zur Weltmacht auf. Bedeutsamstes Kennzeichen des deutschen Kaiserreiches wurde dessen durch die Industrialisierung bedingte wirtschaftliche Modernit

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