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Die großen Herrscher Österreichs von Neuhold, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.09.2012
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Die großen Herrscher Österreichs

Österreich wurde in nahezu tausend Jahren seiner Geschichte beinahe ohne Unterbrechung von nur zwei Herrschergeschlechtern regiert. Der vorliegende Band stellt alle historisch bedeutenden Herrscher Österreichs aus den Häusern Babenberg und Habsburg konzise in ihrer Persönlichkeit und ihrem geschichtlichen Umfeld dar. Neben den wichtigsten Lebensdaten und einer Kurzbiographie wird das geschichtliche Wirken des jeweiligen Herrschers skizziert. Durchaus kritisch ist die Perspektive des Autors, der dabei auch die großen historischen Entwicklungslinien berücksichtigt. Die porträtierten Dynastien herrschten von 976 bis 1918 - und prägten so knapp tausend Jahre europäische Geschichte. In diesem langen Zeitraum erlebte das Land eine Vielzahl von Herrschern unterschiedlichster Persönlichkeit, Begabung und Geschichtsmächtigkeit. Das heutige Gesicht Österreichs und Europas wäre ohne die Babenberger und Habsburger ein anderes. Dr. phil. Helmut Neuhold, Jahrgang 1959, studierte an der Universität Wien Geschichte und Politikwissenschaft. Er verfasste verschiedene wissenschaftliche Arbeiten mit dem Schwerpunkt Militärgeschichte und biografische Arbeiten. Publikationen bei marixwissen: Die großen Eroberer und Der Dreißigjährige Krieg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 20.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843802819
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Serie: marixwissen Bd.68
    Größe: 1082 kBytes
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Die großen Herrscher Österreichs

MARKGRAF LEOPOLD III. "DER HEILIGE"

(1073-1136)

"Während der langen, kaum von Kriegsereignissen überschatteten Regierungsperiode dieses Fürsten wurde Österreich zu einem 'Land'". (Heide Dienst 1985 )

Am 6. Januar 1485 wurde Markgraf Leopold III. als einziger Angehöriger des Geschlechts der Babenberger heiliggesprochen. Er war einer der Bedeutendsten seiner Familie und interessanterweise auch einer der Friedfertigsten. Später wurde er mit verschiedenen Beinamen bedacht. Neben "dem Heiligen" wurde er später auch "der Milde" oder "der Fromme" genannt. Leopold folgte seinem Vater Leopold II. 1095 als Markgraf während einer Entspannungsphase des Investitur streits.

Leopold III. wurde höchstwahrscheinlich 1075 in Melk geboren, wo sein Vater zu jener Zeit residierte. Dieser war mit Itha, aus dem Geschlecht der Formbacher Grafen, vermählt. Leider ist - wie meistens bei weiblichen Persönlichkeiten aus jener Zeit - sehr wenig über die Markgräfin und Mutter eines zukünftigen "Heiligen" bekannt. Leopolds Vater Markgraf Leopold II. hatte politisch und militärisch nicht immer glücklich agiert und war durch seine Parteinahme für das Papsttum im Investiturstreit kurzfristig sogar abgesetzt worden. Auch die unglückliche Schlacht bei Mailberg 1082 gegen die Böhmen zählt nicht gerade zu den Glanzlichtern der Babenberger-Geschichte, die mit dieser Niederlage fast beendet worden wäre. Schließlich musste sich Leopold II. dem ebenfalls eher glücklosen König Heinrich IV. unterwerfen, um sein Markgrafenamt zu retten. Sein Sohn sollte in politischen Entscheidungen mehr Instinkt beweisen. Leopolds Mutter Itha war angeblich sehr fromm und gottergeben und kam vermutlich bei einem Kreuzzug im Jahre 1101 ums Leben. Eine Legende berichtete, sie sei von einem Sarazenenfürsten gefangen genommen und zur Ehe mit ihm gezwungen worden.

Die Erziehung des jungen Leopold dürfte für mittelalterliche Verhältnisse nicht allzu schlecht gewesen sein. Sein politisches Geschick und seine persönliche Frömmigkeit dürften dadurch wohl stimuliert worden sein. Nach dem Tod seines Vaters am 12. Oktober 1095 übernahm der damals vermutlich 20 Jahre alte Leopold III. die Markgrafschaft und verlegte seinen Herrschersitz nach Klosterneuburg. Hier errichtete er auch eine neue Burg, von der allerdings heute nur wenige Überreste existieren. Dank der Untersuchung der Reliquien Leopolds III. ist bekannt, dass er ein für seine Zeit groß gewachsener Mann von etwa 180 cm war, einen athletischen Körper mit starken Knochen besaß und dunkles Haar hatte. Man hat sogar versucht, seine Gesichtszüge zu rekonstruieren, was eine durchaus ansehnliche Erscheinung ergab. Der junge Markgraf soll sich zunächst auch mit dem Gedanken getragen haben, selbst am ersten Kreuzzug teilzunehmen, der zu jener Zeit seinen Anfang nahm, entschied sich aber letztlich, sich nicht diesem Risiko auszusetzen. Das war vielleicht die erste seiner klugen und überlegten Entscheidungen, die sein Erfolgsrezept werden sollten. Da zu jener Zeit auch der Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst tobte, musste Leopold III. auch hier Stellung beziehen. Er war dabei auch sehr vorsichtig und gab sich als Anhänger von Kaiser Heinrich IV., ohne sich selbst zu exponieren. Schließlich war er offensichtlich sehr religiös und wollte es sich auch nicht mit dem Papsttum völlig verderben.

Leopold III. war von Anfang seiner Regierung an bemüht, seine Stellung in der Markgrafschaft auszubauen und zu stärken. Er hatte auch das Glück, dass im Laufe der Zeit einige österreichische Geschlechter ausstarben und er ihren Besitz übernehmen konnte. Im Fall der Ermordung des Grafen Sieghard von Schala-Peilstein-Burghausen durch niedrige Adelige auf dem Reichstag in Regensburg könnte es vielleicht auch so sein, dass der "heilige" Leopold vielleicht etwas nachgeholfen hat. Immerhin ging das Grafen

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