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Elisabeth Kaiserin wider Willen von Hamann, Brigitte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2014
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Elisabeth

Elisabeth, die 'schönste Monarchin der Welt': Naiv in die Ehe gestolpert, machtlos gegen Schwiegermutter und Rivalin, eine Fremde am Wiener Hof. Flucht aus den Zwängen ihrer Rolle, immer wieder Reisen - und am Ende die verzweifelte Suche nach Sinn. Brigitte Hamann gelingt mit ihrem noblen Porträt einer Kaiserin wider Willen eine glänzende biographische Studie. Ihr Buch ist längst zum Standardwerk und Welterfolg geworden, mit Übersetzungen in englisch, französisch, italienisch, spanisch, ungarisch, tschechisch und japanisch sowie Taschenbuchauflagen. Dr. Brigitte Hamann, geboren in Essen, Historikerin in Wien und spezialisiert auf die österreichische Geschichte vor 1914, hat inzwischen ein umfangreiches Werk vorgelegt. Nach der Biografie des Kronprinzen Rudolf 1978 und der Kaiserin Elisabeth 1981 gab sie 1984 das Poetische Tagebuch Elisabeths heraus, 1986 die Biografie der Pazifistin Bertha von Suttner, 1988 das Biografische Lexikon der Habsburger, 1992 die Briefe Kaiser Franz Josephs an Katharina Schratt, 1996 'Hitlers Wien, Lehrjahre eines Diktators'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 07.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902862969
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 1132 kBytes
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Elisabeth

Vorwort

Gegenstand dieser Biographie ist eine Frau, die sich weigerte, sich ihrem Stand gemäß zu verhalten. Mit beachtlichem Selbstbewußtsein erstrebte und erreichte sie jenes Ziel, das erst die Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts mit ihrem Schlagwort "Selbstverwirklichung" formulierte.

Sie spielte keine der Rollen, die ihr Tradition und Umwelt zuerteilten: nicht die Rolle der liebend-ergebenen Ehefrau, nicht die Rolle der Familienmutter, nicht die Rolle der ersten Repräsentationsfigur eines Riesenreiches. Sie pochte auf ihr Recht als Individuum – und setzte dieses Recht durch. Daß diese ihre "Selbstverwirklichung" nicht zu ihrem Glück führte, macht die Tragik ihrer Lebensgeschichte aus – ganz abgesehen von den Tragödien im engsten Familienkreis, die sie durch ihre Verweigerung auslöste. Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen (um nur die wichtigsten Würden anzuführen) war im Herzen Republikanerin, bezeichnete die altehrwürdige Monarchie als "vergang'ner Pracht Skelett" und als Eichbaum, der fallen müsse, da er sich überlebt habe. Sie geißelte die Auswüchse des aristokratischen Systems, verhöhnte Könige und Fürsten, so wie sie es von ihrem verehrten Vorbild und "Meister" Heinrich Heine gelernt hatte.

Klassenbewußtsein war ihr fremd, und zwar in solchem Ausmaß, daß die Person der Kaiserin-Königin am Wiener Hof schließlich als Fremdkörper und als Provokation für die nach den althergebrachten Regeln lebende Hofgesellschaft wirkte – und diese Wirkung beabsichtigte Elisabeth.

Einerseits stellt Kaiserin Elisabeth als Anhängerin demokratischer Ideen eine Besonderheit (ja ein Kuriosum) dar, andererseits zeigt sich gerade am Beispiel ihrer Person die Macht der antimon archischen Ideen im späten 19. Jahrhundert. Diese Ideen machten keinen Halt vor den Fürsten, die nun an der Rechtmäßigkeit ihrer (ererbten und nicht erworbenen) elitären Stellung zu zweifeln begannen. Die Bemerkung, die Graf Alexander Hübner am 18. 11. 1884 in sein Tagebuch schrieb, hat wohl ihre Berechtigung: "Tatsache ist, dass kein Mensch mehr an Könige glaubt und ich weiss nicht, ob sie an sich selbst glauben." Und Elisabeths Dichterfreundin Carmen Sylva (Königin Elisabeth von Rumänien) drückte es noch krasser aus: "Die republikanische Staatsform ist die einzig rationelle; ich begreife immer die törichten Völker nicht, daß sie uns noch dulden."

Diese Ansicht führte zu erheblichen Standeskonflikten. Denn das Bewußtsein ihrer Individualität machte die von den modernen Ideen infizierten Aristokraten zwar willens, sich als einer unter vielen gleichen zu profilieren (vor allem durch die bürgerlichen Tugenden der "Leistung" und "Bildung"). Nur zu oft aber mußten sie erkennen, daß sie in dieser Konkurrenz nicht mithalten konnten (jedenfalls nicht in dem Ausmaß, wie es ihrer elitären Herkunft entsprochen hätte), daß ihr Wert als Individuum also mit der außerordentlichen Stellung in der Gesellschaft nicht übereinstimmte und letzten Endes doch nichts von ihnen bleiben würde als ein Titel, den sie sich nicht erarbeitet hatten, und eine Funktion, deren Wert sie nicht anerkannten. Dies war die Tragödie der Kaiserin Elisabeth ebenso wie die ihres Sohnes Rudolf.

Elisabeths Leben ist voll krampfhafter, ja verbissener Anstrengungen, sich als Individuum zu profilieren. Der erste und zugleich erfolgreichste Versuch war der, schön zu sein. Diese sagenhafte Schönheit der Kaiserin Elisabeth war keineswe

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