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Englands Krone Die britische Monarchie im Wandel der Zeit - Ein SPIEGEL-Buch

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2015
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
eBook (ePUB)
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Englands Krone

Die älteste Monarchie Europas und die Schicksale ihrer Herrscher
England gilt als älteste Monarchie Europas - und als Hort des Parlamentarismus. Die Überlebensfähigkeit der englischen Krone ist außerordentlich: In ihrer 1000-jährigen Geschichte erlebten die Herrscher und Herrscherinnen Ränkespiele und Intrigen am Hof, Glaubenskämpfe und Revolution, Liebesgeschichten mit tödlichem Ausgang, den Aufstieg zum Weltreich. Vom frühen Mittelalter bis heute haben berühmte Könige wie Wilhelm der Eroberer, Heinrich VIII. oder die Georgs aus dem Hause Hannover die Geschichte Englands geprägt; nach den Königinnen Elizabeth I. und Victoria wurden ganze Zeitalter benannt.
SPIEGEL-Autoren und Historiker liefern im vorliegenden Buch einen Einblick in die Geschichte der englischen Krone, von den Angelsachsen bis zu Königin Elizabeth II. Im Mittelpunkt stehen die sich über Jahrhunderte wandelnde Rolle der Monarchie und die zu Grunde liegenden politischen Veränderungen, die das englische Königshaus bis heute geprägt haben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 30.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641114251
    Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
    Größe: 10860kBytes
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Englands Krone

"WER DIE QUEEN ANSCHAUT,
SIEHT BRITISCHE GESCHICHTE"

Gespräch mit der Historikerin Karina Urbach
über die Langlebigkeit der Monarchie,
das Arbeitsethos von Elizabeth II . und den Versuch,
brisante Dokumente unter Verschluss zu halten

Das Gespräch führten Annette Großbongardt
und Eva-Maria Schnurr.

SPIEGEL: Sie leben seit zehn Jahren vorwiegend in England und sind auch bei britischen Medien gefragt, wenn es darum geht, die Monarchie zu deuten. Wie erleben Sie die Queen?

URBACH: Für die Engländer ist Elizabeth II . die Verkörperung der Geschichte. Die Briten sind sehr geschichtsverliebt - das ist gewissermaßen schon eine Obsession. Im englischen Fernsehen sieht man eigentlich ständig Sendungen über Queen Victoria oder den Ersten und Zweiten Weltkrieg. Wer die Queen anschaut, sieht nicht die knuddelige Großmutter, sondern die britische Historie.

SPIEGEL: Für einen Bundesbürger ist die Monarchie eine überkommene Staatsform, zwei Drittel der Briten jedoch sind auch heute noch für das Königshaus. Was lieben sie so an ihrer Krone?

URBACH : Elizabeth II. ist zum nationalen Symbol geworden, das ist ihre größte Leistung, die sie mit viel Disziplin und Beständigkeit erreicht hat. Indem man sie feiert, feiert die Nation sich selbst. Man könnte das auch kritisch sehen und sagen, das ist ein Bewahren der Monarchie in Aspik. Elizabeth hat keine Innovationen gebracht. Ein Beispiel ist ihre Kunstsammlung, die um 1900 stehengeblieben ist.

SPIEGEL: Welcher Typ einer Monarchin ist sie: Eine Arbeitskönigin, die zuverlässig ihre Pflicht erfüllt? Auf der "official website of The British Monarchy" heißt es: "Der Arbeitsalltag der Queen beginnt wie der vieler Menschen - an ihrem Schreibtisch."

URBACH : Ich glaube, sie wird auch an ihrem Schreibtisch sterben. Sie verkörpert diese Arbeitsethik, absolut. Aber sie weiß auch, sie muss sichtbar sein, mit Wohltätigkeitsprojekten glänzen, sonst ist die Relevanz weg. Wenn man sie nicht sehen würde, wäre es wie bei Queen Victoria in ihrer Trauerzeit. Dann käme die Kritik: Was tun die eigentlich für uns? Warum kostet das so viel?

SPIEGEL: Aktuell ist die königliche Familie jedenfalls auf einem Allzeithoch.

URBACH : So beliebt war sie nicht immer, in den Siebzigerjahren etwa befand sich die britische Gesellschaft im Umbruch, und die Royal Family wirkte altbacken. In den Neunzigern gab es dann die endlosen Scheidungskriege. Aber inzwischen sind die Royals eine Art Hollywood-Ersatz, sie sind Stars - und ein Trost. Man schaut sie an und denkt: Ach ja, die Queen ist immer da, auch jedes Weihnachten, das ist irgendwie schön. Sicher spielt auch eine Rolle, dass sie sozusagen über der Politik schwebt. Die Wut über Entscheidungen der Regierung oder soziale Probleme trifft die Politiker, nicht sie. Winston Churchill hat das auf den Punkt gebracht: Wenn eine Schlacht verloren ist, macht man die Regierung verantwortlich; wird sie gewonnen, jubelt das Volk der Königin zu.

SPIEGEL: Wie viel Macht hat denn die Königin heute noch? Formal hat sie ja vor allem repräsentative Pflichten, allerdings trifft sie einmal pro Woche den Premierminister und muss "gehört" werden. Hat sie dadurch mehr Einfluss auf die aktuelle Politik als etwa der deutsche Bundespräsident?

URBACH : Das ist zu vermuten, aber wir wissen zu wenig. Bekannt ist, dass sie mehrmals nachfragt, wenn ihr etwas nicht gefällt: "Sind Sie sich sicher, wirklich sicher, dass Sie das so machen wollen?" Sie hat ja ein enormes Herrschaftswissen und Erfahrung, dank der zwölf Premierminister, die sie schon erlebt hat. Auch in der Zeitgeschichte liegt vieles im Dunkeln, was die Einflussnahme des Königshauses angeht, denn die Royal Archives sind für die Zeit nach 1918 für Historiker versperrt. Wir w

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