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Fidel Castro. 133 Blicke auf den Máximo Líder. Ein Kaleidoskop von Heufelder, Jeanette Erazo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.10.2013
  • Verlag: CulturBooks Verlag
eBook (ePUB)
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Fidel Castro. 133 Blicke auf den Máximo Líder. Ein Kaleidoskop

Aus zahlreichen Gesprächen mit Weggefährten, Zeitzeugen und Gegnern entwirft Jeanette Erazo Heufelder in 133 kurzen Kapiteln ein facettenreiches Bild des Phänomens Fidel Castro. Sie beschreibt Castros Aufstieg und seine Technik der permanenten Aktion, legt Motivationen, Strategien und Widersprüche offen, dokumentiert helle und dunkle Kapitel der kubanischen Revolution, analysiert das System des Fidelismus. Und sie erklärt, warum Fidel Castro auch weiterhin eine umstrittene, aber faszinierende Figur bleibt. Denn selbst wer nicht viel über Castro weiß, hat bei seinem Namen sofort ein Bild im Kopf: Vollbart, Uniform, Zigarre. Mit den Detailansichten des vielschichtigen Bildes das von Castro existiert, beschäftigt sich vorliegendes Buch, das den mit seiner Person verknüpften Geschichten, Fakten, Legenden und Zitaten auf den Grund geht und nebenbei auch ein Stück Zeitgeschichte in Erinnerung ruft. Angereichert mit bisher unveröffentlichten Fotos ist dieses Buch ein wichtiger Schlüssel, den Mythos des Revolutionärs ein Stückchen begreifbarer zu machen. "Jeanette Erazo Heufelder, die den kubanischen Politiker in seiner Widersprüchlichkeit zeigt, hat keine konventionelle Biografie verfasst. Sie legt vielmehr eine ?Sammlung von Geschichten, Fakten, Legenden und Zitaten? vor, die sich kaleidoskopartig zu einem prägnanten Gesamtbild zusammenfügen. Ein empfehlenswertes Buch. " Süddeutsche Zeitung

Jeanette Erazo Heufelder, geb. 1964, lebt in Potsdam und schreibt über Lateinamerika - bevorzugt Biografien und literarische Reportagen. Fidel Castro lernte sie bei Dreharbeiten 1995 persönlich in Havanna kennen. Die vorliegende Biografie über den Máximo Líder war die logische Folge dieser Begegnung. Zuletzt veröffentlichte sie den "Drogenkorridor Mexiko' (Transit Verlag, 2011), ein Road Trip durch die Schneise der Zerstörung, die die Druckwelle der Gewalt auf der mexikanischen Landkarte hinterlassen hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 329
    Erscheinungsdatum: 16.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944818085
    Verlag: CulturBooks Verlag
    Größe: 1392 kBytes
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Fidel Castro. 133 Blicke auf den Máximo Líder. Ein Kaleidoskop

PERSÖNLICHES

Auf Fragen nach seinem Privatleben entgegnet Castro einmal: "Mein Leben gehört mir. Alles andere sind unwichtige Details. Sie haben weder etwas mit der Revolution noch mit Politik zu tun."[2]

Paparazzi haben in Kuba schlechte Karten. Als der Kuba-Korrespondent der Prawda 1990 einen Artikel veröffentlicht, in dem private Details aus Castros Leben preisgegeben werden, fühlt sich der Journalist in Kuba seines Lebens nicht mehr sicher. Nach einem mysteriösen Unfall, der für ihn in Zusammenhang mit dem Artikel steht, verlässt er die Insel freiwillig.[3] Dabei erfährt der Leser in seinem Artikel nichts wirklich Brisantes. Zwar tauchen zum ersten Mal der Name von Castros Ehefrau Dalia Soto del Valle auf und die der gemeinsamen fünf Söhne Angel, Antonio, Alejandro, Alexis und Alex, von den Häusern des Comandante auf der Insel ist die Rede und von der allgegenwärtigen Präsenz seines persönlichen Sicherheitsapparates. Aber das ist nichts wirklich Neues, nur durch die Agenturmeldung über den angeblichen Attentatsversuch auf den Verfasser erhalten die Veröffentlichungen politischen Zündstoff.

Sein Privatleben solle nicht, wie in der kapitalistischen Welt üblich, für Publicityzwecke oder Politik missbraucht werden, verteidigt Castro die Nachrichtensperre.[4] Dieser Sinneswandel vollzieht sich allerdings erst Mitte der Sechzigerjahre. In den ersten Jahren an der Macht hat er keine Bedenken, sich der Öffentlichkeit auch privat zu präsentieren. Bei der ersten Live-Schaltung für NBC lässt sich der Staatschef davon überzeugen, im Schlafanzug aufzutreten. Dem Zuschauer in den USA vermitteln die Bilder aus der privaten Suite des Comandante im Hotel Habana Libre einen sehr "amerikanischen" Politiker im Morgenmantel; charmant, leger und mit dem zehnjährigen Sohn Fidelito an seiner Seite.

Die Nachricht über den Tod seiner Mutter ist 1963 allerdings für sehr lange Zeit die letzte öffentliche Notiz aus Castros familiärem Leben. Die nächsten Jahrzehnte legt sich ein Mantel des Schweigens um alles, was den Eindruck erwecken könnte, dass der Premier überhaupt so etwas wie ein Privatleben besitzt. Mit der Entscheidung, biographische Details geheim zu halten, wächst Castros Charisma als außergewöhnliche und außeralltägliche Erscheinung, die pausenlos seinem Volk und der Revolution zur Verfügung steht. Tatsächlich sagt Castro einmal: "Meine Familie ist sehr groß. Ich habe neuneinhalb Millionen Brüder. Meine Familie ist nicht nur Kuba. Meine Familie ist Angola. Meine Familie ist die Befreiungsbewegung in Südafrika. Meine Familie setzt sich aus allen progressiven, revolutionären Völkern dieser Welt zusammen."[5]

Obwohl Castros Privatleben tabu ist, wird die Berichterstattung seit Jahrzehnten mit außergewöhnlich unterhaltsamen Geschichten über die persönlichen Abneigungen und Vorlieben des unermüdlichen Revolutionärs versorgt. Er gehöre zu den wenigen Kubanern, die weder singen noch tanzen können. Auf die Frage, welche Musik er am liebsten höre, bekennt er sich zu "Klassik und Marschmusik"[6]. Angeblich habe er, der in seiner Karriere unzählige Reden vor riesigen Menschenmassen gehalten hat, vor jedem Auftritt Lampenfieber.[7] Außerdem sei er ein ebenso leidenschaftlicher Koch wie Literaturliebhaber und Sportler und sein Biorhythmus unterliege anderen als den Naturgesetzen.

Was an die Öffentlichkeit dringt, verstärkt das Bild des unkonventionellen Politikers und zeugt vom Lebensstil eines ausgeprägten Individualisten. Aber der kubanische Präsident bemüht sich, seine Freiheit von Konventionen und Zwängen in

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