text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Homo Deus Eine Geschichte von Morgen von Harari, Yuval Noah (eBook)

  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Homo Deus

In seinem Kultbuch 'Eine kurze Geschichte der Menschheit' erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In 'Homo Deus' stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen - schöpferische wie zerstörerische - und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind. Yuval Noah Harari wurde 1976 in Haifa, Israel, geboren. Er promovierte 2002 an der Oxford University. Aktuell lehrt er Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem mit einem Schwerpunkt auf Weltgeschichte. Sein Weltbestseller Eine kurze Geschichte der Menschheit wurde in fast 40 Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406704024
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Originaltitel: A History of Tomorrow
    Größe: 6164 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Homo Deus

Kapitel 2
Das Anthropozän

Was andere Tiere angeht, so sind die Menschen schon lange zu Göttern geworden. Wir denken nicht gerne allzu intensiv darüber nach, denn wir waren keine besonders gerechten oder gnädigen Götter. Wenn man sich Sendungen von National Geographic anschaut, in einen Kinofilm aus dem Hause Disney geht oder ein Märchenbuch liest, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, der Planet sei überwiegend von Löwen, Wölfen und Tigern bevölkert, die dem Menschen gleichgestellt sind. Simba, der König der Löwen, herrscht über die Tiere des Urwalds; das kleine Rotkäppchen versucht dem bösen Wolf zu entkommen; und der kleine Mogli stellt sich tapfer dem Tiger Shir Khan entgegen. In Wirklichkeit aber gibt es sie schon lange nicht mehr. Unsere Fernsehprogramme, Bücher, Fantasien und Albträume sind noch immer voll von ihnen, doch die Simbas, Shir Khans und bösen Wölfe auf unserem Planeten verschwinden allmählich. Die Welt ist überwiegend von Menschen und ihren domestizierten Tieren bevölkert.

Wie viele Wölfe leben heute noch in Deutschland, dem Land der Gebrüder Grimm, dem Land von Rotkäppchen und dem bösen Wolf? Nicht einmal einhundert. (Und selbst bei denen handelt es sich überwiegend um polnische Wölfe, die in den letzten Jahren heimlich über die Grenze kamen.) Hingegen ist Deutschland die Heimat von fünf Millionen domestizierten Hunden. Insgesamt durchstreifen noch rund 200.000 wilde Wölfe die Wälder des Planeten, während es mehr als 400 Millionen gezähmte Hunde gibt.[ 1 ] Die Welt zählt 40.000 Löwen und 600 Millionen Hauskatzen; 900.000 afrikanische Büffel und 1,5 Milliarden Kühe und Rinder; 50 Millionen Pinguine und 20 Milliarden Hühner.[ 2 ] Trotz gewachsenen Umweltbewusstseins haben sich die Wildtierpopulationen seit 1970 halbiert (und schon 1970 ging es ihnen alles andere als prächtig).[ 3 ] 1980 gab es in Europa zwei Milliarden Wildvögel. 2009 waren davon nur noch 1,6 Milliarden übrig. Im gleichen Jahr züchteten die Europäer 1,9 Milliarden Hühner, um deren Fleisch und deren Eier zu verzehren.[ 4 ] Gegenwärtig sind mehr als neunzig Prozent aller großen Tiere dieser Welt (die also mehr als nur ein paar Kilogramm wiegen) entweder Menschen oder domestizierte Tiere.

Wissenschaftler unterteilen die Geschichte unseres Planeten in Zeitalter wie das Pleistozän, das Pliozän und das Miozän. Offiziell leben wir heute im Holozän. Besser wäre es freilich, die letzten 70.000 Jahre als "Anthropozän" zu bezeichnen: das Zeitalter der Menschheit. Denn im Verlauf dieser Jahrtausende wurde Homo sapiens zur wichtigsten Kraft, die den globalen ökologischen Wandel vorantrieb.[ 5 ]

Die weltweite Biomasse großer Tiere

Dieses Phänomen ist beispiellos. Seit Beginn des Lebens vor rund vier Milliarden Jahren hat keine einzelne Art die globale Ökologie ganz allein verändert. Zwar mangelte es nie an ökologischen Revolutionen und massenhaftem Aussterben, aber Grund für diese Ereignisse war nie eine bestimmte Echse, Fledermaus oder Pilzart. Vielmehr wurden sie durch das Wirken großer Naturgewalten wie Klimaveränderungen, tektonische Plattenverschiebungen, Vulkanausbrüche und Asteroideneinschläge verursacht.

Manche Leute befürchten, wir seien heute wieder tödlichen Bedrohungen durch riesige Vulkanausbrüche und Asteroiden ausgesetzt. Die Produzenten in Hollywood verdienen mit diesen Ängsten Milliarden. In Wirklichkeit freilich ist die Gefahr gering. Zu massenhaftem Aussterben kommt es alle paar Millionen Jahre. Und ja, ein großer Asteroid wird irgendwann in den nächsten hundert Millionen Jahren vermutlich mit unserem Planeten kollidieren, aber dass das schon kommenden Dienstag passieren wird, ist eher unwahrscheinlich. Statt vor Asteroiden sollten wir lieber vor

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen