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In drei Teufels Namen Die etwas andere Geschichte der Hexen und ihrer Verfolgung von Breuers, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.08.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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In drei Teufels Namen

Rund 60.000 Opfer in drei Jahrhunderten - das ist die schreckliche Bilanz des Hexenwahns im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Anfangs waren es einige Inquisitoren der Kirche, später fast nur noch weltliche Gerichte, die Jagd auf vermeintliche Hexen und Zauberer machten.

Grund für die Verfolgung war die Angst der Menschen - vor Hunger, Pest und Krieg. Für dieses grauenvolle Elend gab es nur eine Erklärung: Hexerei und schwarze Magie ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 16.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838748580
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 5271 kBytes
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In drei Teufels Namen

Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen,
verliert - auch wenn wir ihn erkennen -
darum doch seine Macht nicht über uns.

Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise

1 MÄRCHEN UND MYTHEN

E s war bitterkalt in der Hütte, als Grettir erwachte. Draußen dämmerte der Morgen herauf, und leichtes Schneetreiben setzte ein. Das Feuer im Kamin war erloschen. Es wäre leichtfertig gewesen, es auch die Nacht über zu unterhalten, denn es gab nur wenig Holz auf der Insel, und man musste sparsam damit umgehen.

Glaum, der Knecht, hatte am Abend zuvor am Strand angetriebenes Holz gesammelt, und Grettir holte seine Axt, um es in handliche Scheite zu zerlegen. Er widmete dem Klotz, den er da vor sich hinstellte, keine größere Aufmerksamkeit, holte nur einfach aus und ließ die Axt niedersausen.

Glaum und Grettirs junger Bruder Illugi wurden von einem grässlichen Schrei aus dem Schlaf gerissen. Die scharfe Axt war vom Holzklotz abgeglitten und hatte Grettirs Schienbein zertrümmert. Sie trugen ihn in die Hütte und wussten sofort, dass da nicht mehr viel zu machen war. Ohne eine weise Frau, die das Bein zu schienen verstand und die offene Wunde mit ihren Kräutern versorgen konnte, hatte Grettir keine Chance.

Also war der Fluch doch noch in Erfüllung gegangen.

Bis zu seiner Ächtung war Grettir ein richtiger Schweinehund gewesen. Er hatte den Leuten in der Gegend alles geraubt, wonach ihm gerade der Sinn stand: eine Ziege oder ein Fässchen Met, einen Malter Korn und hin und wieder auch das Weib. Er hatte getrunken und gespielt, sich geprügelt und sich über jedermann lustig gemacht. Etliche junge Männer sahen in ihm trotzdem ein Vorbild, und so manche Frau fragte sich vermutlich im Stillen, ob er nicht nur ein großes Mundwerk hatte, sondern vielleicht auch ein leidenschaftlicher Liebhaber sein könnte.

Die meisten Menschen aber hassten ihn. Im Lauf der Jahre hatte er sich auf diese Weise viele Feinde geschaffen und schließlich den Bogen überspannt. Die Dorfbewohner vertrieben ihn aus ihrer Mitte und erklärten ihn für vogelfrei. Was einem Todesurteil gleichkam.

Mit seinem Bruder Illugi und dem Knecht Glaum floh Grettir auf die karge Insel Drang. Zuvor verabschiedete er sich von seiner Mutter, und die warnte ihn: Die Insel sei zwar schwer zugänglich, aber er würde trotzdem durch Waffengewalt sterben. Sie habe sonderliches Zeug geträumt, darum möge er sich vor Hexen hüten, denn nichts sei gefährlicher als deren uralte Zaubersprüche.

Vorsorglich baute Grettir seine Hütte auf einem steilen Felsen, der lediglich über eine Leiter erklommen werden konnte, die jedoch nachts nach oben gezogen wurde. Folglich konnten die drei Männer nur mit einer List bezwungen werden. Das wusste auch sein Todfeind Thorbjörn. Er überredete seine alte Amme, die immer schon eine Hexe war, ihm zu helfen. Sie ließ sich zur Insel übersetzen, doch Grettir erkannte sie, warf einen Felsbrocken auf sie hinab und zerschmetterte ihr einen Schenkel.

Hasserfüllt besprach sie nun einen Holzblock, schnitt geheimnisvolle Runen hinein, rieb von ihrem Blut in die Kerben, murmelte Zaubersprüche und umkreiste den Holzklotz linksherum. Endlich ließ sie ihn ins Meer werfen, schickte weitere Zaubersprüche hinter ihm her, und siehe da: Obwohl der Wind vom Meer her stand, trieb der Holzblock hinaus, genau auf die Insel zu und wurde dort angespült.

Grettir, der am nächsten Tag Feuerholz sammelte, stieß am Strand auf den Holzblock, merkte aber sofort, dass es sich um "böses Holz" handelte, und ließ es liegen. Auch am nächsten Tag rührte er den Block nicht an, aber am dritten Tag suchte der Knecht Glaum Feuerholz, und weil Grettir ihn nicht gewarnt hatte, schleppte er besagten Holzklotz zur Hütte, und von ebendiesem Klotz prallte Grettirs Axt ab und zerschmetterte ihm das Bein.

Als Thorbjörn und seine Männer einen neuen Versuch unternahmen, di

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