text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kill your Darling! 13 Trennungsstorys, die Geschichte machten von Wright, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2016
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kill your Darling!

Stell dir vor, du sitzt mit einer Packung Eiscreme in der einen, einer Flasche Gin in der anderen Hand auf dem Sofa, Tränen rinnen deine Wangen hinab und du wiederholst mantrahaft, wie sehr du deinen Ex geliebt hast. Lass dir gesagt sein: Es könnte viel schlimmer sein! Du könntest beispielsweise von deinem Verflossenen enthauptet werden, aus Rache fremde Männer kastrieren oder das Leben mit einer Sexpuppe verbringen. In Kill your Darling! präsentiert die New Yorker Journalistin Jennifer Wright die dreizehn skurrilsten und blutigsten Schlussmachepisoden der Geschichte - vom Massenmörder Nero bis hin zu Oskar Kokoschka -, boshaft-ironisch und doch mit der richtigen Dosis Empathie. Ein Buch für alle, die geliebt haben und verlassen wurden; für alle, die spätnachts zu viele Wut-E-Mails an ihre Verflossenen geschickt haben. Mit diesen Storys wird schnell klar: Was auch immer passiert ist, es hätte noch viel, viel schlimmer kommen können ... Jennifer Wright ist Kolumnistin für den New York Observer und die New York Post . Ihre Beiträge erscheinen auch regelmäßig in Magazinen wie Cosmopolitan und Glamour . Kill your Darling! ist Wrights erstes Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 11.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518745359
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: It ended badly. Thirteen of the Worst Breakups in History
    Größe: 3808 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kill your Darling!

VORWORT

Wenn Sie mit diesem Buch hier gerade im Bett liegen, in der einen Hand eine Familienpackung Eis und in der anderen eine Flasche Scotch, und unter Tränen darüber nachdenken, wie unglaublich Sie Ihre oder Ihren Ex doch geliebt haben, gratuliere ich Ihnen herzlich. Sie machen das super! Sie könnten diese Situation durchaus schlechter handhaben. Wirklich sehr viel schlechter. Sie könnten Ihre/n Ex zum Beispiel köpfen oder wahllos fremde Leute kastrieren oder einen Neuanfang mit einer Gummipuppe planen. Sie könnten auch völlig betrunken vierzig Mal bei Ihrem Ex anrufen. Nein wirklich, SIE MACHEN DAS GROSSARTIG.

Letzteres habe ich übrigens tatsächlich schon zigmal gemacht. Die peinlichsten Momente meines Lebens waren immer die Folge einer Trennung. Es soll Menschen da draußen geben, die mit einer enttäuschten Liebe klarkommen, indem sie darüber mit ihrem Therapeuten reden, sich für eine Weile zurückziehen, in Ruhe das Ende der Beziehung betrauern und schließlich gestärkt und dankbar für die Lehren aus dieser Krise hervorgehen. Manchmal behaupte ich, auch so jemand zu sein. In Wirklichkeit verarbeite ich Trennungen aber, indem ich Beruhigungsmittel einwerfe, sechzehn Stunden am Stück schlafe und lange, ehrliche, sehr aufrichtige E-Mails an meinen Ex schicke. Und dann noch ein paar SMS hinterher, um sicherzugehen, dass die Nachricht auch angekommen ist.

Außerdem habe ich einmal ein halbes Kilo Ben&Jerry's-Cookie-Dough-Eis in eine Bratpfanne gekippt. (Ich wollte einen Riesenkeks herstellen, weil ich mich nicht aufraffen konnte, einfach Kekse kaufen zu gehen. Es funktioniert übrigens, also ist das eigentlich gar keine peinliche Beichte, sondern ein wertvoller Tipp für Hobbybäcker!)

Es gibt bekanntlich nichts Schöneres auf der Welt als die Liebe. Selbst ein Riesenkeks aus Ben&Jerry's-Cookie-Dough-Eis kommt zwar nah dran, landet im direkten Vergleich aber trotzdem lediglich auf Platz zwei (Heroin soll auch super sein, habe ich aber ehrlich gesagt noch nicht ausprobiert). Man muss nicht einmal an Liebe glauben, um sie zu fühlen. Sie ist eine Emotion, die nachweislich die chemischen Abläufe in unserem Gehirn beeinflusst - was niemanden überraschen dürfte, der schon mal verliebt war. Wenn ich an die schönen Momente im Leben denke - an einem Wintermorgen gemütlich im Bett liegen, alte Filme sehen, gutes Essen und guter Wein mit Freunden, die erste Tasse Kaffee am Morgen -, dann drängt sich mir immer sofort der Gedanke auf, wie viel schöner diese Momente sind, wenn man sie mit einem geliebten Menschen teilen kann. Jemanden zu lieben, der einen auch liebt, ist vielleicht das einzige Gefühl, das dem der Geborgenheit und des Glücks nahekommt, das man früher als Kind verspürt hat. Wie wenn man aus der Kälte nach Hause ins Warme kommt, endlich angekommen und sicher ist.

Wenn eine Liebe zu Ende geht, fühlt man sich plötzlich, als würde man nackt und mutterseelenallein in einem Orkan stehen. (Im Gegensatz zum Heroin kann ich hier tatsächlich mitreden: Ich habe einmal fast eine ganze Minute lang in einem Orkan gestanden und nutze diese Anekdote bis heute gern zum Thema "Ich, die Kämpfernatur".) Die meisten Menschen haben Erfahrung mit Liebe, dementsprechend haben die meisten auch schon einmal eine Trennung überstehen müssen. Ein sehr schlauer Mathematiker hat einmal überschlagen, wie viele Menschen und wie viele Trennungen es im Durchschnitt gibt. Laut seinen recht niedrig angesetzten Schätzungen werden jeden Tag etwa eine halbe Million Menschen auf der Welt verlassen. Die Trennung tritt gewöhnlich nach etwa einem halben Jahr Beziehung ein. Evolutionsbiologen haben herausgefunden, dass das Gehirn eines frisch Verlassenen stark dem eines Kokainabhängigen auf Entzug ähnelt. Mit Trennungen kommen wir Menschen also gar nicht gut klar. Wir sind überraschend widerstandsfähig, was die meisten Schrecken dieser Erde angeht: Wir ziehe

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen