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WageMutige Frauen 16 Porträts aus drei Jahrhunderten von Wunderlich, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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WageMutige Frauen

Wagemutig waren sie alle, die 16 Frauen, deren Porträts Dieter Wunderlich versammelt hat, jede auf ihre Weise: Amelia Earhart war eine der ersten Fliegerinnen, Gertrude Bell bereiste den Orient, und Dorothea Erxleben war die erste in Deutschland promovierte Ärztin. Ob Ballonfahrerin, Stierkämpferin, Dombaumeisterin oder Frauenrechtlerin- diese Frauen hatten den Mut, Wege abseits der ausgetretenen Pfade zu gehen. Dieter Wunderlich, geboren 1946 in München, Diplompsychologe, war von 1973 bis 2001 im Management eines großen internationalen Unternehmens tätig. Seit 1999 hat er sich mit Büchern wie z. B. "EigenSinnige Frauen", "WageMutige Frauen", "AußerOrdentliche Frauen" und "Verführerische Frauen" als Autor farbiger und sorgfältig recherchierter Biografien einen Namen gemacht. Er lebt in Kelkheim am Taunus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 13.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492968492
    Verlag: Piper
    Größe: 2508kBytes
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WageMutige Frauen

Dorothea Erxleben

1715 - 1762

D OROTHEA E RXLEBEN war die erste und für eineinhalb Jahrhunderte auch die einzige Ärztin, die in Deutschland promovieren und ihren Beruf offiziell ausüben durfte.

A US " H ASE" WIRD " L EPORIN "

Justus Hase, der Sohn eines Schlachters, wird Theologe und latinisiert den Familiennamen zu "Leporin(us)". Sein Enkel Christian Polycarp Leporin studiert Medizin. 1714 beginnt er, in Quedlinburg zu praktizieren, wo er seit drei Jahren mit Anna Sophia verheiratet ist, der jüngsten Tochter des angesehenen Konsistorialrats Albert Meinecke. Im zweiten Jahr seiner Tätigkeit in Quedlinburg gerät Leporin mit dem Stadtphysikus Johann Heinrich Bollmann in einen heftigen, öffentlich ausgetragenen Streit über die richtige Behandlung einer Schussverletzung an der Hand eines Jungen. Leporin scheint nicht sonderlich beliebt zu sein, denn nach Bollmanns Tod erhält er bei der Wahl des Nachfolgers keine einzige Stimme.

Als seine acht Jahre ältere Ehefrau am 13. November 1715 mit Dorothea Christiana niederkommt, ist die Tochter Maria Elisabeth bereits drei Jahre alt; die Söhne Christian Polycarp und Johann Christian Justus kommen knapp zwei beziehungsweise fünf Jahre später zur Welt.

W ISSENSDURSTIGES M ÄDCHEN

Dorothea ist kränklich wie der jüngere ihrer beiden Brüder: "Oft war eine Krankheit noch nicht völlig überstanden, wenn sich eine andere bereits wieder einfand", wird sie später in ihrem Lebenslauf berichten. Als der Vater beobachtet, dass Dorothea von ihren Unpässlichkeiten abgelenkt wird, wenn sie zuhören darf, wie er Christian unterrichtet, erlaubt er ihr häufiger, dabeizusitzen, und es kommt bald vor, dass sie anstelle ihres Bruders eine Frage beantwortet, wenn der nicht schnell genug ist. Angespornt durch Dorotheas offensichtliche Begabung bezieht Dr. Leporin sie in den systematischen Unterricht mit ein, der eigentlich dazu dient, Christian auf den Besuch der Lateinschule vorzubereiten. Während Dorothea in Religion, "Gelehrsamkeit" und "nützlichen Wissenschaften" unterwiesen wird und Deutsch, Latein und Französisch lernt, muss ihre kräftigere und gesündere Schwester der Mutter im Haushalt helfen. Obwohl Maria es eher langweilig finden würde, an den Unterrichtsstunden teilzunehmen und ihr längst erklärt wurde, dass es für ein Mädchen viel wichtiger sei, einkaufen und kochen, spinnen und weben, waschen und putzen zu können, ärgert sie sich immer wieder über die Bevorzugung Dorotheas, besonders wenn nach einem langen Waschtag Rücken und Hände schmerzen. So kommt es nicht selten zu Reibereien zwischen den Schwestern, und Leporin muss hin und wieder ein Machtwort sprechen. Aufgrund der Tatsache, dass er ein Mädchen am häuslichen Unterricht seines älteren Sohnes teilnehmen lässt, könnte man annehmen, er vertrete unkonventionelle Ansichten. Aber das ist nur bedingt richtig: In einer der Schriften, die er auf eigene Kosten drucken lässt, betont er, dass sich selbst eine gebildete Frau ihrem Vater beziehungsweise Ehemann unterordnen müsse.

Da Dr. Leporin sich bei seinen Krankenbesuchen von Christian und Dorothea begleiten lässt, führt er sie schon früh ins medizinische Grundwissen ein. Während Christian schließlich die Lateinschule besucht, wird Dorothea - der wie allen anderen Mädchen der damaligen Zeit eine höhere Schulbildung versagt bleibt - weiter zu Hause unterrichtet, jetzt auch von ihrem Bruder, der beispielsweise seine Sprachlektionen mit nach Hause nimmt und sie mit ihr durchgeht. Offenbar zeigt er Dorotheas Arbeiten dem Rektor und Lateinlehrer Tobias Eckhart, denn der lobt die Fünfzehnjährige in einem Brief:

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