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Athanasius der Große Der unbeugsame Heilige von Clauss, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2016
  • Verlag: WBG Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
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Athanasius der Große

Athanasius, genannt ?der Große?, war Kirchenvater und - mehrfacher - Bischof von Alexandria. Hineingeboren in eine Zeit, in der sich unter Konstantin aus lokalen Christentümern eine einheitliche Kirche zu formen begann, trat er als leidenschaftlicher Kämpfer gegen den Arianismus auf und als Verfechter der in Nicäa formulierten Lehre der Wesenseinheit von Gottvater und Sohn. Mit der doppelten Perspektive des Althistorikers und des Theologen zeichnet Manfred Clauss diesen Streit nach, der sich nicht in theologischer Spitzfindigkeit erschöpfte, sondern für diese Formierungsphase zentral war und an dem auch die Gemeinden und das oströmische Kaisertum großen Anteil nahmen. "Athanasius contra mundum" (Athanasius gegen die Welt): Der unbeugsame Heilige wurde fünfmal als Bischof aus Alexandrien verbannt und immer wieder von den Kaisern zurückgerufen. Manfred Clauss gelingt das differenzierte Porträt einer der großen Gestalten des frühen Christentums - leichtfüßig geschrieben und spannend erzählt.

Der Althistoriker und Theologe Manfred Clauss war bis zu seiner Emeritierung Professor für Alte Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt. Bei der WBG ist er Mitherausgeber der Reihe ?Historische Biografien?. In jüngerer Zeit erschien von ihm u.a. ?Alexandria. Biographie einer Weltstadt? (2003) und ?Mithras. Kult und Mysterium? (2012).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805349611
    Verlag: WBG Philipp von Zabern
    Größe: 5361 kBytes
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Athanasius der Große

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Alexandria zur Zeit des Athanasius

Die Krone aller Städte

Alexandria, die bedeutendste der vielen Städtegründungen Alexanders des Großen (356-323 v. Chr.), war zu Beginn des 4. nachchristlichen Jahrhunderts hinter Rom die größte Stadt des römischen Reiches. Mit der Übernahme Ägyptens nach dem Tod der Kleopatra (69-30 v. Chr.) in den Privatbesitz des Augustus (43 v. Chr.-14) und aller folgenden Kaiser gelangt, bildete das Land am Nil eine immense Einnahmequelle für Rom. Neben Nordafrika war Ägypten während der Kaiserzeit der wichtigste Getreidelieferant der Hauptstadt. Nach der Gründung Konstantinopels durch Kaiser Konstantin liefen die Getreideströme Ägyptens in diese neue Metropole. Die Schifffahrtsroute von Alexandria in den Bosporus bildete die Lebensader Konstantinopels. Jeden, der an der Getreideversorgung rüttelte, traf die volle Wucht staatlicher Sanktionen.

Lassen wir uns mit der Schilderung eines Geschichtsschreibers des 4. Jahrhunderts, Ammianus Marcellinus, die charakteristischen Teile und Gebäude der Stadt in Erinnerung rufen: "Alexandria ist die Krone aller Städte ... In ihr wehen gesunde Brisen, und die Luft ist ruhig und mild." Erreicht wurde Letzteres durch die vielen Straßen, die vom Meer aus Alexandria durchzogen.

Der antike Autor erwähnt den Hafen, die Insel Pharos, den Leuchtturm und das Heptastadion, einen sieben Stadien (etwa 1 250 Meter) langen Damm, der das Festland mit der Insel Pharos verband. Wenn der römische Geschichtsschreiber Sueton (70-130) davon spricht, der Kaiser Vespasian (69-79) habe sich unmittelbar nach seinem Regierungsantritt 14 nach Alexandria begeben, um die "Schlüssel Ägyptens" in die Hand zu bekommen, 1 dann beschreibt er damit die verschiedenen Häfen in und um Alexandria sowie das umfangreiche Kanalsystem, das sie verband. 2 Der "Große Hafen" Alexandrias, des "größten Handelsplatzes der Welt", 3 stellte Ägyptens Tor zum Mittelmeer dar. Ebenso wichtig waren allerdings auch die Häfen im Süden der Stadt. Die Karte zeigt die nähere Umgebung Alexandrias mit seiner Lage zwischen zwei Meeren, wie es der griechische Geschichtsschreiber und Geograph Strabo (63 v. Chr.-23) beschreibt 4 . Während das Mittelmeer den Kontakt zur Welt eröffnete, ermöglichte der Mareotis-See, der in der Antike weitaus größer war, als er sich heute präsentiert, über verschiedene Kanäle die Verbindung ins Landesinnere. An ihm lagen die drei wichtigsten Häfen: Iuliopolis, direkt im Süden Alexandrias, Chaireou im Osten am Nil und Philoxenite am westlichen Arm des Mareotis-Sees. In Chaireou wurde Getreide von großen Nilschiffen auf Kanalboote umgeladen und in die Speicher Alexandrias transportiert. Nach Beendigung seines dritten Exils hielt sich Athanasius in Chaireou auf und wurde von hier in einem Triumphzug, wie er berichtet, 15 von seinen Gläubigen nach Alexandria begleitet (S. 156). Die christlichen Schriftsteller waren an Alexandria als Anlaufstation für die südlich des Sees gelegenen Klosteranlagen interessiert. So berichtet der spätantike Hagiograph Palladius (363-um 430), dass er anderthalb Tage benötigte, um von Alexandria, also wohl Iuliopolis, aus mit dem Boot über den Mareotis-See zu den Klöstern der Nitria zu gelangen. Andere kamen, um den berühmten Schrein des heiligen Menas zu besuchen, dem gewaltige Wunderkräfte, vor allem Heilkräfte, nachgesagt wurden. Ebenfalls von Iuliopolis aus brachen die Pilger mit dem Schiff auf, um über den westlichen Arm des großen Sees zum Hafen Philoxenite zu gelangen; von dort war es dann nur noch eine Tagesreise bis Menas.

Blick über das heutige Alexandria.

Plan des antiken Alexandria.

Die Insel Pharos hatte dem vor ihr liegenden Leuchtturm den Namen gegeben, eines der sieben Weltwunder

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