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Das alte Israel Geschichte, Gesellschaft, Kultur von Clauss, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.11.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)

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Das alte Israel

Zum Buch Kompetent, anregend und allgemeinverständlich beschreibt Manfred Clauss die Geschichte des Alten Israel. Die Darstellung setzt ein mit der Überlieferung der Frühzeit, führt weiter über die ältesten Ansätze der Staaten Juda und Israel und die Zeit der Propheten, informiert über die babylonische Gefangenschaft, den Makkabäeraufstand und Herodes und endet mit der Einnahme Jerusalems durch die Römer und der Zerstörung des Zweiten Tempels. Der Leser lernt die wichtigsten Persönlichkeiten des Alten Israel kennen und erhält eine Einführung in die Grundstrukturen seiner Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Religion. Über den Autor Manfred Clauss, Jahrgang 1945, ist Professor für Alte Geschichte. Im Verlag C.H.Beck sind folgende seiner Werke lieferbar: Kleopatra (2010), Konstantin der Große und seine Zeit (2010), Die römischen Kaiser (Hrsg., 2011).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 126
    Erscheinungsdatum: 04.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406671272
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3698 kBytes
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Das alte Israel

1. Frühgeschichte

"Ein umherirrender Aramäer war mein Vater": Dieses geschichtliche Credo' betete jeder Hebräer, wenn er zur Zeit der Monarchien im Tempel opferte (Deuteronomium 26, 5). Er rief sich damit ständig ins Gedächtnis, daß seine Vorfahren nicht Ureinwohner Kanaans, sondern dorthin eingewandert waren.

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts hatten drei Großmächte die Geschicke des syrisch-palästinischen Raumes bestimmt: Ägypten, die Hettiter, das Reich von Mitanni. Bereits ein halbes Jahrhundert später war von ihnen nur noch Ägypten übrig, aber auf die zentralen Gebiete am Nil zurückgeworfen. Zwei unterschiedliche, aber gleichermaßen machtvolle Völkerbewegungen waren für diesen Wandel verantwortlich. Von Nordwesten drangen immer neue Wellen von Seevölkergruppierungen über das Meer an die Levanteküste vor. Sie zerstörten teilweise die dort bestehenden Strukturen kanaanäischer Stadtstaaten und waren in einigen Fällen mit Ansiedlungen erfolgreich. Seit dem beginnenden 12. Jahrhundert besiedelten die P(h)ilister die fruchtbaren Küstenebenen des nach ihnen benannten Palästina und drangen im Laufe der Zeit auch in die östlich gelegenen Bergregionen vor. Wie die Hebräer bewahrten die Philister ihre Traditionen über Wanderungen in ihrer fernen Vergangenheit. In der Mitte des 8. Jahrhunderts heißt es dementsprechend bei dem Propheten Amos (9, 7): "Gewiß habe ich (Jahwe) Israel aus dem Lande Ägypten herausgeführt, aber auch die Philister aus Kaphtor." Mit Kaphtor war Kreta gemeint oder die Ägäis im ganzen.

Die Philister schufen in der Region eine übergreifende politische Ordnung, den 'Fünfstädtebund', der Gaza, Askalon, Asdod, Ekron und Gath umfaßte. Bei ihren Eroberungen stützten sich diese Städte auf Söldnertruppen sowie schwerbewaffnete Einzelkämpfer, wie sie uns das Alte Testament in der Person des Goliath vor Augen führt (1. Samuel 17, 4-7).

Der Vordere Orient im 2. Jahrtausend

Die zweite Einwanderungswelle kam, zeitlich etwas versetzt, aus den östlichen Regionen der arabisch-syrischen Wüste. Es waren Aramäer, die in kurzer Zeit in Babylon auf friedlichem Wege zur Herrschaft gelangten und die Staatengebilde Syriens beherrschten. In Palästina waren es die Hebräer, die sich dort in der Nachbarschaft zu den Kanaanäern niederließen.

Am Anfang ihrer Geschichte waren die Hebräer Nomaden. Diese Lebens- und Wirtschaftsweise eines umherziehenden Hirtenvolks prägte wesentliche Entwicklungen der gesellschaftlichen Ordnung, und sie wirkte bewußtseinsbildend noch zu einer Zeit, in der man längst nicht mehr in Zelten, sondern in Hütten, Dörfern und Städten lebte. Wie lang und intensiv die tatsächliche nomadische Phase auch gewesen sein mag, in der Rückschau wurde sie immer mehr - wie auch die vormonarchische Sozialordnung - zum Ideal. Und da Vergangenheit vor allem dadurch wirkt, wie sie gesehen wird, und weniger dadurch, wie sie wirklich war, blieb der 'umherirrende Aramäer' selbst den Bewohnern der Königreiche präsent.

Nomadisierende Lebensweise war immer eng mit derjenigen der Bauern verbunden. Mit ihren Kleinviehherden - Schafen und Ziegen - waren die Nomaden auf Wasserstellen angewiesen, deren gemeinsame Nutzung Absprachen mit den Bauern notwendig machte. Dies galt ebenso für die Sommerweide der Herden auf den abgeernteten Feldern, da die Wüsten und Steppen nur in der Zeit des Winterregens Weidemöglichkeiten boten; zudem tauschten beide Gruppen die Erzeugnisse ihrer Vieh- und Weidewirtschaft beziehungsweise ihres Ackerbaus untereinander aus.

Der Nomade war also auf das Kulturland angewiesen; hierin lag der mancherorts zu beobachtende Übergang zur dauerhaften Siedlung begründet. Oft waren Teile eines Familienverbandes bereits seßhaft, während andere Mitglieder noch den Weidewechsel praktizierten. Auf diese Weise begann die allmähliche Ansiedlung - ein Prozeß, der sich über Generationen hinziehen konnte und keineswegs überall gleichzeiti

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