text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Limes Geschichte einer Grenze von Schallmayer, Egon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)

7,99 €1

7,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Limes

Den Begriff Limes - im Sinne einer militärisch besetzten Grenze - verwendete erstmals der lateinische Autor Tacitus Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. in seinem Werk Germania. Tatsächlich markierte einst der Limes die Ränder des Imperium Romanum. Er erstreckte sich von Britannien aus über Germanien und Raetien weiter bis in die Donauprovinzen, den Osten Kleinasiens, die römisch kontrollierten Gebiete des Orients hinaus bis nach Nordafrika. So verwundert es nicht, dass sich bis heute allenthalben archäologische Reste dieses gewaltigen Bodendenkmals erhalten haben. Im Jahr 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz sogar in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Mit Egon Schallmayer erläutert einer der international besten Kenner der Archäologie und Geschichte des Limes in dem vorliegenden Band Entstehung, Entwicklung und Zweck des Limes als Reichsgrenze, informiert über seinen Verlauf, seine Ausbauphasen sowie über Bauwerke und Truppen am Limes und skizziert zudem die Phasen seiner Erforschung. Professor Dr. phil. Egon Schallmayer war Direktor des Römerkastells Saalburg - Archäologischer Park, Landesarchäologe von Hessen und bekleidete eine Honorarprofessur für Provinzialrömische Archäologie an der Universität zu Köln; er hat zahlreiche archäologische Ausgrabungen am Limes durchgeführt und darüber hinaus einschlägige Veröffentlichungen zur Geschichte des Limes und zur Provinzialrömischen Archäologie vorgelegt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 25.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406693328
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3711 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Limes

I. Einleitung: Grenzen des Römischen Reiches

Die Römer haben - ausgehend von einer kleinen Siedlung an den Ufern des Tiber - ein Imperium aufgebaut, das zu Zeiten seiner größten Ausdehnung neben dem gesamten Mittelmeerraum mit Kleinasien, Palästina, Nordafrika und der iberischen Halbinsel das heutige England, Frankreich, Süddeutschland, Österreich und die Balkanstaaten einschließlich Rumäniens umfasste. Das von Rom über lange Zeit effektiv und einheitlich verwaltete Staatengebilde verband Orient und Okzident in einer Weise, wie dies bis heute nicht mehr erreicht wurde. Erst das gegenwärtige Bemühen der europäischen Staaten, unter Einschluss der Türkei ein vereintes Europa zu schaffen, knüpft an Vorstellungen an, die in der Antike Realität gewonnen hatten. Es nimmt nicht Wunder, dass die grundlegenden Verträge zur Einigung Europas 1957 in der Kapitale des antiken Imperium Romanum , der Ewigen Stadt Rom, geschlossen wurden und als die "Römischen Verträge" das Zusammenwachsen Europas in unseren Tagen eingeleitet haben.

Das riesige Reichsgebiet war in Provinzen eingeteilt, die jeweils von senatorischen oder kaiserlichen Provinzstatthaltern verwaltet wurden. Ein professionell arbeitender Staatsapparat mit Einrichtungen der Militär- und Zivilverwaltung hat über Jahrhunderte hinweg trotz mancher Krisen politische und rechtliche Stabilität aufrechterhalten.

Die Außengrenzen des Römischen Reiches wurden gesichert. Dort, wo keine natürlichen Grenzlinien wie etwa Flüsse vorhanden waren, markierten die Römer ihre Reichsgrenze durch die Anlage von limites . Dabei spielte die Grenzmarkierung im völkerrechtlichen Sinne eine besondere Rolle. Durch die Verlegung der römischen Truppen unmittelbar an die Limeslinie besaßen die Grenzeinrichtungen auch einen militärischen Charakter. Dieser bestand aber nicht darin, feindliche Angreifer aus dem barbaricum - dem Land jenseits der römischen Grenze - an dieser Linie mit militärischen Mitteln etwa im Sinne eines Stellungskrieges zu binden und aufzuhalten. Vielmehr betrieben die am Limes stationierten Truppen eine weitreichende Vorfeldaufklärung, die es der römischen Militärverwaltung ermöglichte, potenzielle Angriffe auf das Reich und seine Provinzen bereits im Vorfeld abschätzen und geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Erst im 3. Jahrhundert n. Chr. brachten Kriegshandlungen an mehreren Fronten das Grenzsystem ins Wanken: Groß angelegte germanische Einfälle führten zu einer Erschütterung in den Nordwest- und Donauprovinzen, die mit der Aufgabe des Obergermanisch-Raetischen Limes verbunden waren, während kriegerische Auseinandersetzungen mit den Persern Gebietsverluste an der Euphratgrenze im Osten mit sich brachten. Rom reagierte mit Änderungen bei der Grenzsicherung, die bereits in die Spätantike verwiesen: Eine neue Grenzlinie entstand mit den militärischen Festungsanlagen an Donau, Iller und Rhein. In England sollten die Kastelle der Saxon Shore an der Nordsee- und Kanalküste die germanischen Invasionsbestrebungen vom Festland abwehren. Entlang der Donau, im Zweistromland und im Norden Afrikas wurden mächtige Verteidigungsbauten errichtet. Diese Neuausrichtung ermöglichte eine tiefere Staffelung der stehenden Heeresverbände im Hinterland der Grenze. Gleichzeitig schuf Rom teilweise stark gepanzerte, flexible Reiterverbände zur Abwehr der auf schnellen Pferden vorgetragenen feindlichen Angriffe. Dieses System entfaltete immerhin bis weit ins 5. Jahrhundert hinein seine Wirkung, ja es wurde im Byzantinischen Reich im Osten fortentwickelt.

Im Wesentlichen dienten die Limeslinien in Britannien, an Rhein und Donau, in den Karpaten, am Euphrat und in Nordafrika als wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Steuerungsinstrument der römischen Provinz- und Zentralverwaltung. Indem es durch die Sperranlagen gelang, Handelsströme und Bevölkerungsbewegungen auf ganz bestimmte Limesdurchgänge zu leiten, schuf sich der rö

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen