text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ich bin Spartacus Aufstand der Sklaven gegen Rom von Brodersen, Kai (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2011
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
10,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ich bin Spartacus

Auf dem Höhepunkt der Kämpfe zwischen dem römischen Heer und den aufständischen Sklaven unter Führung des Spartacus (gest. 71 v. Chr.) kommt es zu einer Schlacht, die von den Legionen gewonnen wird. Der römische Feldherr fordert die gefangengenommenen Sklaven auf, ihren Anführer auszuliefern. Spartacus erhebt sich und ruft: "Ich bin Spartacus!" - doch dann rufen auch andere: "Ich bin Spartacus!" bis schließlich Tausende Gefangene einstimmen. Die Szene gehört zu den berühmtesten der Filmgeschichte; sie stammt aus dem Film "Spartacus", den Stanley Kubrick 1960 mit Kirk Douglas in der Hauptrolle gedreht hat und der fünfzig Jahre später als Filmklassiker gepriesen wird. Doch wer war Spartacus wirklich? Was wissen wir über die antiken Sklavenkriege? Welche Bedeutung haben sie für die antike Geschichte? Das Buch erzählt die Geschichte von Spartacus und den Sklavenkriegen und lässt dabei die antiken Text- und Bildzeugnisse selbst sprechen.

Kai Brodersen ist seit 2008 Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, deren Präsident er von 2008 bis 2014 war.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 01.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896789556
    Verlag: Primus
    Serie: Geschichte erzählt Bd.23
    Größe: 2119 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Ich bin Spartacus

[ Menü ]
Sklaven als Landarbeiter, Hirten und Gladiatoren

Wer wäre so gleichgültig und so oberflächlich,

dass er nicht erfahren möchte,

wie und durch welche Verfassung beinahe

die ganze bewohnte Welt in nicht ganz 53 Jahren

unter die alleinige Herrschaft der Römer

gebracht worden ist?

POLYBIOS 1



Vom Beginn des Krieges gegen Hannibal und Karthago bis zum Ende des Krieges gegen Perseus von Makedonien, von 221 bis 168 v. Chr., war es Rom gelungen, fast die ganze den Zeitgenossen bekannte Welt zu erobern. Noch im 2. Jahrhundert v. Chr. versucht der griechische Historiker Polybios von Megalopolis dies nicht nur mit dem straff organisierten und überaus schlagkräftigen Militär, sondern mit der besonderen Verfassung der Siegermacht zu erklären. Rom war eine res publica , eine Republik, als Mischverfassung geleitet von Senat und Volksversammlung ( SPQR , Senatus Populusque Romanus ) unter der Führung von zwei jährlich wechselnden Consuln und, diesen nachrangig, mehreren Praetoren - einem für die Stadt Rom (der sogenannte "Stadtpraetor"), einem für die Fremden und einem weiteren für die Provinzen. Ein sichtbares Zeichen der Macht von Consuln und Praetoren war, dass sie von "Lictoren", einer Art Leibwache, begleitet wurden, die Beile und Rutenbündel als Machtsymbole trugen (diese fasces wurden im 20. Jahrhundert von den nach ihnen benannten "Faschisten" als Symbol wieder aufgenommen); Consuln und Praetoren hatten in ihrem Aufgabenbereich auch das Kommando über das Heer inne. Roms Armeen waren und blieben siegreich: Mit erneuten militärischen Erfolgen und der Zerstörung von Karthago in Nordafrika und Korinth in Griechenland war Rom 146 v. Chr. vollends zur weltbeherrschenden Macht geworden, die über viele Jahrhunderte nicht mehr ernsthaft von äußeren Gegnern herausgefordert werden sollte.

Ein ehemaliger Sklave als Sklavenhändler

Aulos Kapreilios Timotheos, Freigelassener des Aulos, Sklavenhändler - so lautet die Inschrift 2 auf diesem wohl um 100 n. Chr. zu datierenden Grabstein, den man im nordgriechischen Amphipolis gefunden hat. Im oberen Bildfeld ist der Sklavenhändler, wie auf Grabsteinen üblich, bei einer Totenmahl-Szene dargestellt, im mittleren sind Männer mit dem Transport von zwei großen Gefäßen sowie einer Amphore und einer Weinkanne befasst, im unteren sind neben zwei Frauen mit einem Kind acht am Hals aneinander gefesselte Männer dargestellt, die einer Person im Kapuzenmantel folgen. Der Sklavenhändler war selbst ein ehemaliger Sklave und belieferte wohl die Weinbauern bei Amphipolis mit Sklaven als Landarbeitern.

Die zahlreichen Eroberungen hatten nicht nur große Gebiete unter die Herrschaft der Römer gestellt, sondern auch immer neue Kriegsgefangene als Sklaven auf den Markt gebracht - aus Gallien und Germanien im Nordwesten der römischen Welt ebenso wie aus Thrakien, Kleinasien und Syrien in deren Osten. Zudem hatten Piraten - etwa in Kilikien an der Südküste Kleinasiens - und andere Menschenräuber Sklaven in den nicht von Rom kontrollierten Ländern jenseits des Reiches erbeutet und verkauft; schließlich wurden auch immer mehr Kinder von Sklaveneltern geboren und waren daher von Geburt an Unfreie.

Sklaven als Landarbeiter

Viele Sklaven lebten und arbeiteten in städtischen Haushalten; zu Aufständen von Sklaven gegen Rom kam es hingegen vor allem unter Unfreien, die als Landarbeiter, als Hirten - oder aber als Gladiatoren - eingesetzt waren. Die Eroberungen hatten der römischen Oberschicht nämlich großen Reichtum gebracht, den sie außer in Luxuswaren vor allem in Ländereien in Süditalien investierte: in Campanien, Apulien und Lucanien, in Bruttium (der heute sogenannten "Stiefelspitze") und Sallentium (dem "Absatz" Italiens). Bisher von freien Kleinbauern bewirtschaftete Äcker wurd

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen