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Karl der Große von Becher, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Karl der Große

Als am Weihnachtstag des Jahres 800 Karl in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt wurde, konnte der Frankenherrscher bereits auf eine eindrucksvolle Karriere zurückblicken. Hinter ihm lag der Aufstieg vom Sohn eines fränkischen Hausmeiers zum Eroberer Italiens, die erfolgreich betriebene Expansion des Reiches nach Osten und die Überwindung nachhaltiger Widerstände in der eigenen Familie und im Reich. Dem Papst war bewußt, daß er auf diesen mächtigen König aus dem Norden setzen mußte und nicht auf den Kaiser im fernen Byzanz, wenn er einen starken Verbündeten für seine Kirche gewinnen wollte, der dauerhaft Schutz und Sicherheit zu garantieren vermochte. Die vorliegende kleine Biographie Karls des Großen beschreibt die Persönlichkeit und das politische und militärische Wirken des ersten fränkischen Kaisers, bietet aber zudem einen Überblick über die Entwicklung des fränkischen Reiches seit den Tagen der Merowinger und skizziert das Nachleben des Mythos von Kaiser Karl als Held und Heiliger.

Matthias Becher, Jahrgang 1959, lehrt als Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bonn. Er ist ausgewiesen durch einschlägige Publikationen zur Geschichte des Frühmittelalters und insbesondere zu Karl dem Großen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 20.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406664045
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 3036kBytes
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Karl der Große

Einleitung

Wie kein anderer mittelalterlicher Herrscher ist Karl der Große auch heute noch einem breiteren Publikum bekannt. Mit seiner Person verbindet man fast automatisch die Vorstellung von historischer Größe. In anderen europäischen Sprachen sind Name und Beiname sogar zu einer untrennbaren Einheit verschmolzen: Charlemagne oder Carolomagno . Ohne Zweifel war er ein bedeutender Herrscher, wie ist es aber um seine Persönlichkeit bestellt? Was wissen wir über den Charakter und die menschlichen Qualitäten des "großen Karl"? Anders als bei anderen Herrschern ist für die Beantwortung dieser Frage die Quellenlage für Karl vergleichsweise gut. Besitzen wir doch aus der Feder eines engen Vertrauten eine Lebensbeschreibung Karls, die nahezu zeitgenössisch ist. Der aus einem ostfränkischen Adelsgeschlecht stammende und umfassend gebildete Einhard war Ende des 8. Jahrhunderts an Karls Hof gekommen und hatte rasch Karriere gemacht. Seine Vita Karoli magni verfaßte er rund zehn Jahre nach dem Tod des Kaisers. Allgemein beschränkten sich mittelalterliche Beobachter eines Monarchen zumeist darauf, ihn als einen idealen Herrscher darzustellen, der einem allgemeingültigen christlichen Tugendkatalog vorbildlich entsprach. Der individuelle Charakter war dagegen uninteressant. Einhard verzichtete zwar auf die Hervorhebung der christlichen Tugenden, betonte aber auch seinerseits allgemeingültige, statische Eigenschaften: Karl habe etwa "alle Herrscher seiner Zeit an Weisheit und Seelengröße" überragt. Seine Ausführungen über das Privat- und Familienleben des Kaisers leitete Einhard mit einem Verweis auf dessen Beständigkeit in Glück und Unglück ein. Die Feindschaft der byzantinischen Kaiser habe er ebenfalls mit großer Geduld und Seelengröße ertragen. Daneben zeichnet Einhard aber auch ein äußerst lebendiges Bild Karls des Großen:

Er war von breitem und kräftigem Körperbau, hervorragender Größe, die jedoch das richtige Maß nicht überschritt - denn seine Länge betrug, wie man weiß, sieben seiner Füße -, das Oberteil seines Kopfes war rund, seine Augen sehr groß und lebhaft, die Nase ging etwas über das Mittelmaß, er hatte schönes graues Haar und ein freundliches, heiteres Gesicht. So bot seine Gestalt im Stehen wie im Sitzen eine höchst würdige und stattliche Erscheinung, wiewohl sein Nacken feist und zu kurz, sein Bauch etwas hervorzutreten schien: das Ebenmaß der andern Glieder verdeckte das. Er hatte einen festen Gang, eine durchaus männliche Haltung des Körpers und eine helle Stimme, die jedoch zu der ganzen Gestalt nicht recht passen wollte; seine Gesundheit war gut, außer daß er in den vier Jahren vor seinem Tode häufig von Fiebern ergriffen wurde und zuletzt auch mit einem Fuße hinkte. Aber auch damals folgte er mehr seinem eigenen Gutdünken als dem Rat der Ärzte, die ihm beinahe verhaßt waren, weil sie ihm rieten, dem Braten, den er zu speisen pflegte, zu entsagen und sich an gesottenes Fleisch zu halten. Beständig übte er sich im Reiten und Jagen, wie es die Sitte seines Volkes war. (...) Sehr angenehm waren ihm auch die Dämpfe warmer Quellen; er übte sich fleißig im Schwimmen und verstand das so trefflich, daß man ihm keinen darin vorziehen konnte. Darum erbaute er sich auch zu Aachen einen Königspalast und wohnte in seinen letzten Lebensjahren bis zu seinem Tode beständig darin. Und er lud nicht bloß seine Söhne, sondern auch die Vornehmen und seine Freunde, nicht selten auch sein Gefolge und seine Leibwächter zum Bade, so daß bisweilen hundert und mehr Menschen mit ihm badeten. [ 1 ]

So groß wird das Gedränge vielleicht doch nicht gewesen sein, da Einhard zu Übertreibungen neigte, oft zugunsten seines Helden und zu dessen Idealisierung. Einhard lehnte sich zudem in seinen Formulierungen eng an die Viten, die Lebensbeschreibungen, der römischen Kaiser aus der Feder des antiken Autors Sueton an. Nur wenige Details hat er frei formuliert. Seine Angabe üb

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