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Das europäische Jahrhundert Ein Kontinent im Umbruch - 1815-1914 von Evans, Richard J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2018
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
eBook (ePUB)
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Das europäische Jahrhundert

Das große Panorama des 19. Jahrhunderts
"Das europäische Jahrhundert" entwirft ein außergewöhnlich facettenreiches, überraschendes und unterhaltsames Panorama des 19. Jahrhunderts in Europa. Der Kontinent durchlief zwischen 1815 und 1914 eine drastische Transformation mit grundstürzenden Veränderungen in Kultur, Politik und Technik. Was in einer Dekade als modern empfunden wurde, war in der nächsten bereits veraltet. Großstädte schossen innerhalb einer Generation aus dem Boden, und neue europäische Länder gründeten sich. In der Zeit zwischen der Schlacht von Waterloo und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs beherrschte Europa den Rest der Welt wie niemals zuvor oder je wieder danach.
Richard J. Evans taucht tief ein in die Revolutionen und Kriege des 19. Jahrhunderts, schreibt aber auch über gesellschaftliche Verwerfungen, über Religion und Philosophie. "Das europäische Jahrhundert" ist ein in jeder Hinsicht epochales Werk und erklärt uns auf einzigartige Weise das vergangene und das heutige Europa.

Richard J. Evans, geboren 1947, war von 1998 bis 2017 Professor für Neuere Geschichte an der Cambridge University, 2008 wurde er zum Regius Professor ernannt. Er ist mit bahnbrechenden Publikationen zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und zum Nationalsozialismus hervorgetreten. Zwischen 2003 und 2008 veröffentlichte Evans eine dreibändige Geschichte des "Dritten Reiches", die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und bei der DVA auf Deutsch erschienen ist. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Wolfson Literary Award for History und die Medaille für Kunst und Wissenschaft der Hansestadt Hamburg. 2012 wurde Evans von Queen Elizabeth II. zum Ritter ernannt. Zuletzt ist von ihm erschienen "Veränderte Vergangenheiten. Über kontrafaktisches Erzählen in der Geschichte" (DVA, 2014)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1024
    Erscheinungsdatum: 15.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641188719
    Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
    Originaltitel: The Pursuit of Power
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Das europäische Jahrhundert

Vorwort

Dieses Buch ist eine Geschichte Europas von 1815 bis 1914 und schließt in der Reihe "Penguin History of Europe" an den Band The Pursuit of Glory ("Das Streben nach Ruhm") an, der die Zeit zwischen 1648 und 1815 behandelt. Wie der Autor dieses Buches, mein Kollege hier in Cambridge Tim Blanning, richtig anmerkt, setzt jede Darstellung eines Abschnitts der europäischen Geschichte zwangsläufig mit einem willkürlich gewählten Zeitpunkt ein, aber manche sind willkürlicher als andere. Wir sprechen gewohnheitsmäßig vom "19. Jahrhundert" oder vom "20. Jahrhundert", doch jedem Historiker ist klar, dass der Zeitabschnitt von 1801 bis 1900 oder von 1901 bis 2000 jenseits der rein chronologischen keine historische Bedeutung hat. Die Geschichte ist voller unabgeschlossener Entwicklungen, und selbst bei Ausbruch oder am Ende großer Kriege, die so häufig als Endpunkt geschichtlicher Werke über einen bestimmten Abschnitt der europäischen Vergangenheit herangezogen werden (so auch hier), bleiben viele Fragen offen. Die verschiedenen Aspekte der Geschichte folgen ihrer je eigenen Chronologie, so dass eine Jahreszahl, die in der Politik-, Militär- oder Diplomatiegeschichte bedeutsam ist, in der Sozial-, Wirtschafts- oder Kulturgeschichte möglicherweise kaum eine Rolle spielt. Französische Historiker der Annales-Schule haben sich angewöhnt, von einer "unbeweglichen Geschichte" ( histoire immobile ) zu sprechen, die in vielen Teilen Europas bis weit in die Neuzeit hinein fortgedauert hat: Obwohl das Ancien Régime politisch betrachtet Ende des 18. Jahrhunderts am Ende war, hatte das wirtschaftliche und gesellschaftliche Ancien Régime bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein Bestand. Bis dahin dauerte es beispielsweise, ehe die Leibeigenschaft fast überall in Europa von der Bildfläche verschwunden war. Und das demographische Muster von hohen Geburtenraten und Sterbeziffern begann, sich (abgesehen von Frankreich) erst während des sogenannten "demographischen Übergangs" der Jahrzehnte nach 1850 zu wandeln. Umgekehrt blieb die Industrialisierung bis in jene Zeit hinein ein auf kleine Bereiche der europäischen Wirtschaft beschränktes Randphänomen. Ja, einige Historiker - insbesondere Arno Mayer in seinem Buch Adelsmacht und Bürgertum. Die Krise der europäischen Gesellschaft, 1848 - 1914 (1981) - haben argumentiert, die traditionelle Adelselite habe ihre vorherrschende Stellung bis hin zum Ersten Weltkrieg verteidigt, so dass sich trotz aller oberflächlichen Turbulenzen auch auf politischer Ebene wenig geändert habe. Doch Mayers Sichtweise hat sich unter Historikern nicht durchgesetzt: Im Europa des 19. Jahrhunderts gab es sehr wohl Wandel, nicht nur politisch, sondern auch in anderen Lebensbereichen.

Mancher kam sogar zum Schluss, der ergiebigste Betrachtungszeitraum sei das "Zeitalter der Revolutionen", wie Eric Hobsbawm den ersten Band seiner Geschichte der Jahre 1789 bis 1914 betitelte ( The Age of Revolution, 1962). Übernommen wurde die Periodisierung Hobsbawms von Jonathan Sperber, der in seinem Buch Revolutionary Europe (2000) dieselbe Zeitspanne wählte wie Hobsbawm für seinen ersten Band: 1789 bis 1848. Doch die Entscheidung für diesen Zeitabschnitt hat ihren Preis, denn was folgte, war ein ganz anderes Europa, das sich sehr viel schwieriger mit einem einzigen Interpretationsrahmen fassen lässt. Es ist kein Zufall, dass Sperbers Folgeband Europe 1850 - 1914 (2008) einen langen Untertitel hat, der (zweifellos unbewusst) von den Schwierigkeiten des Autors zeugt, ein verbindendes Thema zu finden: Progress, Participation and Apprehension ("Fortschritt, Partizipation und dunkle Vorahnungen"). Hobsbawm schrieb zwei weitere Bände, The Age of Capital (1975; dt. Die Blütezeit des Kapitals ), der die Jahre 1848 bis 1875 abdeckt, sowie The Age of Empire (

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