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Erzherzogin Sophie Eine Biografie nach den persönlichen Aufzeichnungen der Mutter Kaiser Franz Josephs von Haslinger, Ingrid (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.10.2016
  • Verlag: Residenz Verlag
eBook (ePUB)
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Erzherzogin Sophie

Erzherzogin Sophie gilt als eine der interessantesten Personen am kaiserlichen Hof in Wien. Als Mutter Kaiser Franz Josephs hatte sie eine einflussreiche Rolle in der kaiserlichen Familie. Trotz ihres politischen Interesses war sie klug genug, sich im Hintergrund zu halten. Die verbreiteten populären Darstellungen von Sophie - 'Sisis böse Schwiegermutter' und die 'heimliche Kaiserin' - werden durch ihren schriftlichen Nachlass in keiner Weise bestätigt. Ingrid Haslinger hat in jahrelanger Archiv-Forschung die gesamten Tagebücher und Briefe der Erzherzogin Sophie durchgearbeitet. Daraus entstehen ein neues, sehr persönliches Bild dieser für die österreichische Geschichte bedeutenden Frau und ein intimer Blick auf ein spannendes Leben. Ingrid Haslinger studierte Geschichte und Anglistik. Von 1987 bis 2014 forschte sie über die Hofwirtschaft sowie Tafelkultur als freie Mitarbeiterin für die Ehemalige Hofsilber- und Tafelkammer in Wien. Ihre Tätigkeit umfasst zahlreiche Buchveröffentlichungen und Katalogbeiträge, die Mitwirkung bei vielen Ausstellungen sowie Fachvorträgen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 18.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701745425
    Verlag: Residenz Verlag
    Größe: 845 kBytes
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Erzherzogin Sophie

Einleitung

"Es gereicht uns zu hohem Troste, daß wir die Überzeugung im Herzen tragen dürfen, in unserer bedrängten Lage und dem wahrhaft männlichen Geiste E.k.k.H . 1 diejenige Stütze zu finden zu haben, die uns aufrecht erhält und hoffen läßt, welche uns der Drang der Zeitumstände gebieterisch vorschreibt." So schrieb der Stellvertreter des Banus 2 von Kroatien im Juli 1848 an Erzherzogin Sophie, als dieser für seine durch die Revolution erschütterte Provinz eine Million Gulden benötigte.

Im Juni 1848 berichtete Graf Bombelles, Franz Josephs Erzieher, aus Innsbruck an den exilierten Fürsten Metternich: "Ihre Briefe und Ihre Denkschriften, mein Fürst, enthalten die wertvollsten Ratschläge. Ich habe mich beeilt, sie der Erzherzogin Sophie mitzuteilen. Sie und unsere engelsgleiche Kaiserin sind eigentlich die einzigen mannhaften Wesen." 3 Erzherzogin Sophie ist eine Persönlichkeit, die aufgrund ihrer Bedeutung aus der österreichischen Geschichte nicht wegzudenken ist. Welche Eigenschaften waren für Sophie charakteristisch? Lässt sich ihr Wesen tatsächlich aus den eingangs angeführten Aussagen von Zeitgenossen ablesen? War sie wirklich der einzige Mann am Wiener Hof oder die heimliche Kaiserin , wie viele Historiker sie apostrophierten? Hat man bei ihrer oft harschen Beurteilung zu sehr das liebliche Bild der Kaiserin Elisabeth (1837-1898), ihrer Schwiegertochter und Nichte, die sich nicht um die eigene hohe Stellung kümmerte, mit Sophies Charakter kontrastiert und Sophie damit zur bösen Frau und Schwiegermutter gestempelt, die angeblich Sisis Leben und deren Ehe mit Franz Joseph zerstörte? - Sophies Persönlichkeit ist sehr schwer objektiv zu fassen, weil die Quellenlage zu ihrem Leben trotz ihres umfangreichen schriftlichen Nachlasses Probleme aufwirft.

Manches muss daher durch die Bemerkungen Außenstehender über Sophie erschlossen werden. Auch die vorhandenen Briefe sind zu relativieren, da man sich den allgemeinen Tratsch sehr gern schrieb - so wie man in diesen Kreisen gern Konversation machte. Überdies waren Personen des Hochadels, aber auch Angehörige des Kaiserhauses beim Briefeschreiben gewissen Konventionen verpflichtet. Noch dazu fürchtete man die Zensur des Metternichschen Systems, die Sophie bewusst war, und besprach heikle Themen - wenn möglich - mündlich. Im Mai 1830 ergab sich eine Gelegenheit für Sophie, dem Prinzen Wallenstein, der nach München fuhr, einen Brief an ihre Mutter mitzugeben: "... ich nütze diese gute Gelegenheit, um Ihnen offen zu schreiben ...", lautete die Einleitung des Briefes. 4 Zum ersten Mal konnte sich Sophie ungeschminkt brieflich über den katastrophalen Gesundheitszustand ihres Schwagers, des Kronprinzen, äußern (Kaiser Franz wollte Sophie verbieten, ihn zu sehen und sein entstelltes, verzerrtes Gesicht zu bemerken; denn er fürchtete schlimme Folgen für Sophies fortgeschrittene Schwangerschaft 5 ). Selbst Sophies dreizehnjähriger Sohn war schließlich über die Bespitzelungen bei Hof gut informiert: "Der junge Erzherzog Franz Joseph sagte, daß es in allen Ständen geheime Policey gebe; auch bei Hofe seien Leiblakaien dieser Kategorie. Die höchsten Herrschaften selbst seien genau überwacht; ihre Briefe werden eröffnet. Als ich ihn fragte, wer ihm dies gesagt hatte antwortete er: Die Mama ." 6

Von großer Bedeutung für die Beurteilung Sophies sind die Briefe von Therese Landgräfin zu Fürstenberg (1839-1920) an ihre Schwestern, die 1865 mehr nolens als volens die Stelle als Hofdame bei der Erzherzogin annahm. Sie erlebte das Schicksal so mancher Tochter aus adeligem Hause, die zwar Heiratsanwärter hatten, deren Väter aber nicht über die ausreichenden Mittel verfügten, um sie mit einer entsprechenden Mitgift zu versehen. Für solche Mädchen gab es nur diese Möglichkeit oder den

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