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Ludwig II. von Bayern von Rumschöttel, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2011
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Ludwig II. von Bayern

Kaum eine deutsche Herrschergestalt ist so von Legenden umrankt wie der bayerische König Ludwig II.; so fällt es historisch interessierten Leserinnen und Lesern nicht leicht, ein zuverlässiges Bild von diesem Herrscher zu gewinnen. Hermann Rumschöttel bietet jedoch in seiner kurz gefassten, prägnanten Biographie Ludwigs II. einen klaren Überblick über Lebensweg, Politik und Persönlichkeit des Monarchen, ordnet ihn in seine Zeit ein und erhellt seine Stellung in dem ihn umgebenden innen- wie außenpolitischen Machtgeflecht. Besonderes Gewicht legt er auf Ludwigs Beziehungen zum Deutschen Reich und dem Reichskanzler Bismarck, auf seine Verehrung Wagners und auf seine Baupolitik. Aber der Autor umgeht auch nicht die Fragen nach den erotischen Präferenzen Ludwigs II., nach der verschwimmenden Grenze zwischen Exzentrik und Krankheit in seinem Auftreten und nach dem ebenso tragischen wie rätselhaften Ende des Königs. Ein Ausblick auf das reiche Nachleben Ludwigs II. beschließt den informativen und spannend zu lesenden Band. Hermann Rumschöttel war von 1997 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008 Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns; er ist Zweiter Vorsitzender der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Honorarprofessor an der Universität der Bundeswehr München. Er ist einer der profiliertesten Kenner der bayerischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und hat ein umfangreiches OEuvre auf diesem Themenfeld vorgelegt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 27.04.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406612176
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 4353 kBytes
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Ludwig II. von Bayern

1. Die Herausforderung

Die Familie, in die Ludwig als Sohn des Kronprinzen und späterer Thronfolger am 25. August 1845 hineingeboren wird, das Haus Wittelsbach, regiert Bayern seit dem Jahr 1180. Die beiden Hauptlinien dieses europaweit verzweigten Herrschergeschlechts sind zwar seit 1777 wieder vereint, nachdem die pfälzische Linie das Erbe der ausgestorbenen altbayerischen Wittelsbacher angetreten hatte. Aber der kurpfalz-bayerische Gesamtstaat erlebt durch die politischen Erschütterungen und territorialen Verschiebungen im Gefolge der Französischen Revolution (1789) so tief greifende Veränderungen, dass sich die bayerischen Herrscher seit Beginn des 19. Jahrhunderts vor der Aufgabe sehen, einen neuen Staat, ein "Neues Bayern" zu schaffen. Vom 1. Januar 1806 an können sie das als Könige tun, denn als Bündnispartner des französischen Kaisers Napoleon war das Kurfürstentum zum Königreich erhoben worden.

Das Staatsgebiet Bayerns ist zwischen 1799 und 1817 um 25 % oder 15.000 qkm gewachsen, die Bevölkerungszahl steigt im gleichen Zeitraum von 1,9 auf 3,7 Millionen. Die altbayerischen Gebiete Ober- und Niederbayerns sowie der Oberpfalz bilden nun zusammen mit den neubayerischen Territorien in Schwaben, Franken und der Rheinpfalz ein Staatswesen, in das die Teile ihre unterschiedliche geschichtliche Entwicklung und die stark differierenden gesellschaftlichen und politischen Strukturen einbringen. Bayern ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts wenig mehr als die Summe seiner Teile, ein heterogenes Gemeinwesen ohne innere Bindungskraft, zusammengehalten vor allem durch den Herrscher und die königliche Familie, das Haus Wittelsbach.

Ludwigs Urgroßvater, zunächst Kurfürst und dann König Max I. Joseph (1799 - 1825) sichert in der napoleonischen Umbruchzeit Bayerns Existenz und macht es zu einem großen deutschen Mittelstaat zwischen Österreich und Preußen. Das Ziel der politischen Aktivitäten, deren Fäden bei Maximilian Freiherrn (ab 1809 Graf) von Montgelas, dem leitenden Minister, zusammenlaufen, ist ein homogener, integrierter und moderner Staat mit innerer und äußerer Souveränität, ein Königreich mit zeitgemäßer Verfassung. Der bemerkenswert erfolgreiche Weg zu dieser konstitutionellen Monarchie führt in Bayern vom aufgeklärten Absolutismus zunächst hinein in einen von Beamten getragenen, die Modernisierung oft rücksichtslos betreibenden Staats- oder Verwaltungsabsolutismus. Erst nach dem Sturz des "aufgeklärten Despoten" Montgelas (1817) eröffnet der König mit der Verfassungsurkunde von 1818, insbesondere durch die neuen parlamentarischen Körperschaften, Teilen der Gesellschaft politische Mitwirkungsmöglichkeiten.

Im Zeitalter von Max I. Joseph erhält das Neue Bayern stabilisierende Konturen, die bis heute erkennbar geblieben sind. Bei seinem Tod darf man die äußere Staatsgründung als abgeschlossen betrachten. Freilich: Die neue Verfassung beschränkt die Allmacht des Monarchen dadurch entscheidend, dass sie ihm in der staatlichen Gesamtstruktur eine zwar herausgehobene, aber doch nicht grenzenlose Machtposition und Rolle zuweist. In konstitutioneller Beschränkung muss sich von nun an die Meisterschaft eines Herrschers bewähren und beweisen.

Ludwigs Großvater, dem am gleichen Augusttag wie sein Enkel geborenen König Ludwig I. (1825 - 1848), geht es vor allem um die innere Staatsgründung. Er will mit seiner Integrationspolitik die Köpfe und die Gefühle der Menschen erreichen und die vielfach auf Zurückhaltung oder Widerstand stoßenden rationalen staatlichen Strukturen menschlicher gestalten. Tradition und Geschichte sollen ebenso e

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