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Ludwig XIV. von Tischer, Anuschka (eBook)

  • Verlag: Kohlhammer
eBook (PDF)
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Ludwig XIV.

Wie kaum ein anderer Herrscher der Neuzeit hat Ludwig XIV. (1638-1715) seine Epoche geprägt. Diese Biographie blickt hinter die Maske der Macht, fragt nach der Persönlichkeit des Herrschers und den innovativen Zügen seiner Regierung. Als Kind wurde er als 'Sonne' der bourbonischen Dynastie zum König 'gemacht', der mit seinen Kriegen den Grundstein des modernen Frankreich legte. Im Innern schuf er die Fundamente neuzeitlicher Staatsverwaltung und wurde mit dem Bau von Schloss Versailles und durch sein Hofzeremoniell zum oft nachgeahmten Modell europäischer Kultur. Bis heute strahlt die öffentliche Person des Sonnenkönigs auf seinen Nachruhm ab. Diese äußerst lesbare Biographie beleuchtet Ludwig im Lichte aktueller Forschung neu. Anuschka Tischer ist Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere Geschichte an der Universität Würzburg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 243
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170289680
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 7244 kBytes
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Ludwig XIV.

1 Ludwig - der Gottgegebene, der Große, der Sonnenkönig

Ludwig XIV. kam am 5. September 1638 auf Schloss Saint-Germain-en-Laye, rund 20 Kilometer westlich von Paris, zur Welt. Seine Geburt war so bemerkenswert, dass ihm die Zeitgenossen den Beinamen "der Gottgegebene" ( Dieu-donné ) verliehen: Ludwigs Eltern, Ludwig XIII. von Frankreich und die spanische Infantin Anna von Österreich, waren bereits seit 23 Jahren kinderlos verheiratet. Die Dynastie der Bourbonen, die erst mit der Erbfolge des 1610 ermordeten Heinrich IV. auf den französischen Thron gekommen war, war somit über einen längeren Zeitraum ohne eine stabile Nachfolge. 1 Frankreich hatte mit dem Salischen Gesetz eine klare Sukzessionsordnung. So war bis zur Geburt des Dauphins, wie der französische Thronfolger traditionell tituliert wurde, der präsumtive Thronerbe Ludwigs Onkel Gaston, Herzog von Orléans, ein notorischer Unruhestifter, der seinerseits keinen männlichen Erben hatte. Die nächsten in der Thronfolge stammten aus einer Seitenlinie der Bourbonen: der Fürst von Condé und seine Söhne, die für einen erneuten dynastischen Bruch und einen Politikwechsel mit ungewissem Ausgang gestanden hätten. Nach den langen Religions- und Bürgerkriegen des 16. Jahrhunderts und dem nicht unproblematischen dynastischen Neubeginn mit den Bourbonen waren dies keine guten Aussichten für ein Land, das gerade erst zur inneren Stabilität zurückgefunden hatte und auf die außenpolitische Bühne zurückgekehrt war. Die Geburt des Thronfolgers 1638 erschien dann als ein Zeichen Gottes, der Neuausrichtung Frankreichs schließlich seinen Segen zu geben. Der Junge wurde nach Ludwig IX. dem Heiligen benannt wie sein Vater und die folgenden französischen Könige. Diese Benennung war nicht nur eine Reminiszenz an den jeweiligen Vorgänger, sondern ein Bezug darauf, dass die Bourbonen auf den Thron gekommen waren, weil sie aus einer von Ludwig dem Heiligen begründeten Seitenlinie abstammten. 1640 wurde die junge Herrscherdynastie weiter abgesichert durch die Geburt von Ludwigs XIV. Bruder Philippe, der den Titel eines Herzogs von Anjou erhielt und nach dem Tod seines Onkels Gaston auch dessen Herzogtum Orléans übernahm.
Selbstbild und Selbstdarstellung

Ludwig XIV., der nach dem frühen Tod seines Vaters bereits 1643 König wurde, nahm in seiner langen Regierungszeit ab 1661 nicht nur alle politischen Entscheidungen in die eigene Hand, sondern er wollte auch das Bild vorgeben, das die Welt und die Nachwelt von ihm haben sollten. Dafür inszenierte er sein eigenes Leben und nutze alle Möglichkeiten der Selbstdarstellung von der Malerei bis zur Architektur, von der Historiographie über das Ballett bis zur Gartengestaltung. Es ist hinter dieser minutiösen Gestaltung kaum möglich, ihn als authentische Person zu greifen. Er ist eine "kulturelle Konstruktion" (Lothar Schilling), 2 eine "Königsmaschine" ( Roi-Machine , Jean-Marie Apostolidès). 3 Seine Biographie zu schreiben, bedeutet zugleich, "Ludwig XIV. zuzusehen, wie er seine Rolle als König spielt, als erster König der Welt" ( regarder Louis XIV jouer son rôle de roi, de premier roi du monde , Lucien Bély). 4

Dennoch ist es dem König nicht gelungen, das Urteil der Geschichte über ihn so zu prägen, wie er sich sehen wollte: Gezielt lancierte man in Frankreich nach seinem Herrschaftsbeginn die Rede von Ludwig dem Großen ( Louis le Grand ). Doch obwohl Ludwig XIV. zweifellos prägend war für seine Zeit und obwohl sein Herrschaftsstil und kulturelles Gepränge ein Modell waren, an dem andere sich orientierten, hat sich dieser Beiname nicht durchgesetzt. Selbst in Frankreich, wo der König die öffentliche Meinung kontrollierte, gedachte man seiner nach seinem Tod immer seltener als Ludwig dem Großen, auch wenn der Beiname bis heute sporadisch Verwen

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