text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Luise von Preußen Königin der Herzen von Schönpflug, Daniel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.09.2013
  • Verlag: C. H. Beck Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Luise von Preußen

August Wilhelm Schlegel nannte sie die "Königin der Herzen". Während Napoleons Armeen die Throne in Europa zum Wanken brachten, gelang es Luise von Preußen, der Gemahlin Friedrich Wilhelms III., die Untertanen für die Monarchie zu begeistern. Als Preußens Waffen längst vor dem Kaiser der Franzosen kapituliert hatten, trat sie ihm persönlich entgegen. Daniel Schönpflug zeichnet in seiner hinreißend geschriebenen Biographie ein neues Bild von der jungen Königin, die schon mit 34 Jahren starb. "Mit seinem Buch schließt Daniel Schönpflug in die erste Reihe der historischen Erzähler auf ... Eine brillante Biographie." Rheinischer Merkur
Daniel Schönpflug, geb. 1969, ist Historiker und stellvertretender Direktor des Centre Marc Bloch Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 286
    Erscheinungsdatum: 04.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406616648
    Verlag: C. H. Beck Verlag
    Größe: 6049 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Luise von Preußen

I.
Zu schön, um wahr zu sein?
D er Sommer des Jahres 1810 hatte seinen Höhepunkt erreicht. Trockene Hitze brütete über reifen Feldern. Die Kolonne aus Reitern und Kutschen, die sich unter der Julisonne langsam auf der Allee vom mecklenburgischen Hohenzieritz in Richtung Berlin fortbewegte, war von einer Staubwolke eingehüllt. Feiner Sand legte sich auf die Uniformen, klebte auf den Flanken der verschwitzten Pferde und machte das Atmen schwer.
An der Spitze des Zuges ritten der Königliche Oberstallmeister von Jagow und der Schlosshauptmann von Buch, gefolgt von einer Abteilung Kavallerie sowie dem Hofstaat und den Ministern des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz. Die Hauptperson des Zuges reiste in einer gepolsterten und gefederten Kutsche. Von den Anstrengungen der Reise spürte sie nichts mehr. Königin Luise von Preußen war wenige Tage zuvor im mecklenburgischen Hohenzieritz verstorben. Vor der von zwei Stallmeistern flankierten und von acht schwarz geschmückten Pferden gezogenen Trauerkutsche mit dem Sarg ritt Luises Halbbruder Karl. Direkt dahinter fuhr Luises Oberhofmeisterin, Gräfin Sophie von Voß, welche die Königin ihr gesamtes Erwachsenenleben begleitet hatte. Der Zug wurde von Luises Kammerfrauen und einer weiteren Kavallerieeinheit beschlossen.
Glocken läuteten in den Städten und Dörfern entlang der Route. Vor ihren Häusern und Hütten erwarteten Bauern den Zug. Männer, Frauen und Kinder in einfacher Trauerkleidung begleiteten, geführt von ihren Pfarrern oder Dorfschulzen, die schwarze Kolonne bis zur Gemeindegrenze des nächsten Ortes. Zu Mittag wurde bei Dannenwalde die brandenburgische Grenze erreicht. Dort erwartete eine 120 Mann starke Abteilung der königlich-preußischen Leibgarde die verblichene Königin und löste das mecklenburgische Geleit ab. In Gransee, wo die Nacht verbracht wurde, war auf dem Marktplatz ein Pavillon für den Sarg errichtet worden. Die Bürgerschaft hatte, mit den bescheidenen Mitteln einer Kleinstadt, in aller Eile eine Einholungszeremonie auf die Beine gestellt: Die Honoratioren – Magistrat und Geistlichkeit – gingen der Leiche bis zur Stadtgrenze entgegen. Dort sang ein Chor für die verstorbene Königin. Die Straßen waren zum Schmuck mit weißem Sand, Blütenblättern und frischem Laub bestreut. Junge Männer bildeten, mit Stäben bewaffnet, eine Ehrenwache am Trauerpavillon; ältere Bürger standen Spalier für die einrollenden Wagen. Sogar eine provisorische Feuerwehr wurde gebildet, weil angesichts der Hitze mit Bränden zu rechnen war. Bis heute erinnert ein von Karl Friedrich Schinkel entworfenes und im Oktober 1811 eingeweihtes Denkmal auf dem Granseer Marktplatz an diesen großen Tag in der Geschichte des Örtchens.
In Oranienburg, nördlich vor den Toren Berlins gelegen, nächtigten die Reisenden ein zweites Mal. Vor der erneuten Abreise wurden der Staub von den Kutschen geputzt, frische Uniformen angelegt und die Pferde gestriegelt. Im Flecken Reinickendorf hoben vierundzwanzig Kammerdiener in einer eigens dafür errichteten Laube den Sarg von der Reisekutsche auf einen Parade-Leichenwagen um.
Die Festlichkeiten des Trauermarsches gipfelten schließlich im monumentalen Einzug in Berlin. Der Zug bewegte sich in gemessenem Schritt durch das Brandenburger Tor. Auf dessen Dach, wo zuvor die von Napoleon nach Paris entführte Quadriga stand, wehte jetzt eine schwarze Fahne. Ein beim Tor platzierter Chor stimmte das Lied "Wie fleucht dahin der Menschen Zeit" an. Langsam bewegte sich der Zug bei Glockenklang und gedämpfter Marschmusik die Allee Unter den Linden hinab. Dicht gedrängt standen die Menschen am Straßenrand, und die Fenster der Häuser entl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen