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Odessa: Die wahre Geschichte Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher von Goni, Uki (eBook)

  • Verlag: Assoziation A
eBook (ePUB)
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Odessa: Die wahre Geschichte

Der Name "Odessa" steht für eines der irritierendsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte: die massenhafte Flucht namhafter NS-Kriegsverbrecher - unter ihnen Adolf Eichmann, Klaus Barbie und Josef Mengele -, die sich mithilfe eines hoch organisierten Netzwerkes der Gerichtsbarkeit entziehen konnten. Goñis Standardwerk legt erstmals den Blick auf das gesamte Panorama dieser komplexen Operation frei. Hauptaufnahmeland und zentrale Drehscheibe war das Argentinien unter Juan Domingo Perón. Die Fluchthilfeorganisation verfügte über Basen in Skandinavien, Spanien und Italien, aktive Hilfe leisteten Schweizer Behörden - und im Vatikan liefen alle Fäden zusammen. Platz 3 der Sachbuchbestenliste März 2007! Uki Goñi wurde 1953 in Washington DC als Sohn einer argentinischen Diplomatenfamilie geboren. Während der argentinischen Militärdiktatur berichtete er für die englischsprachige Zeitschrift 'Buenos Aires Herald' über die Menschenrechtsverletzungen des Regimes. Im Jahr 2002 publizierte er nach jahrelange Recherchen in argentinischen, US-amerikanischen und europäischen Archiven sein internationales Standardwerk 'The Real Odessa', welches erstmals das gesamte Panorama einer internationalen Fluchthilfeoperation freilegt, welche es Hunderten von NS-Kriegsverbrechern ermöglichte, nach 1945 in Lateinamerika ein sichere Zuflucht zu finden. Uki Goñi lebt in Buenos Aires und ist als Journalist, Historiker und Musiker aktiv.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862416172
    Verlag: Assoziation A
    Größe: 1608 kBytes
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Odessa: Die wahre Geschichte

Einleitung zur deutschsprachigen Ausgabe

Mit der Vergangenheit hat es eine seltsame Bewandtnis, sie verändert sich, je genauer man hinschaut. Die Vergangenheit vermag es, die hartnäckigen Anstrengungen jener zunichte zu machen, die gerne eine Sicht der Dinge festschreiben würden, die sie früher als Repräsentation der Wirklichkeit durchgesetzt hatten. Trotz ihrer passiven Natur weist die Vergangenheit solche Versuche, unser Verständnis zu verdunkeln, zurück. In einem tieferen Sinne ist es natürlich der lebendige Beobachter, der sich verändert, indem er überlieferte Vorurteile aufgibt und den Tatsachen erlaubt, für sich selbst zu sprechen, anstatt sich auf die Interpretation zu stützen, die ihnen im Augenblick ihres Geschehens zuteil wurde.

Aufgrund ihres inaktiven Status bietet sie sich für diese Art geduldigen Studiums an, bei dem wir unser Selbstverständnis in Bezug darauf befragen, wer wir sind, wo wir stehen und wie wir dorthin gekommen sind. Unser Wissen erweitert sich um einen qualitativen Sprung, wenn wir bereit sind, diese Fragen an uns selbst zu stellen.

Die Gegenwart hingegen verweigert sich solch einer geduldigen Analyse. Kilometer bedruckten Papiers, Ozeane vergossener Tinte und die ganze Bandbreite der elektronischen Medien werden ihr tagtäglich gewidmet. Aber dieser Sturzbach an Informationen vermag unseren unbezähmbaren Appetit auf das, was wir pathetisch die "Wahrheit" nennen, nicht zu stillen. Die Wahrheit ist eine schwer zu fassende Kategorie, die hinter dicken Mauern verborgen ist, hinter denen sie nur in der trügerischen Verkleidung von Nachrichtensendungen, Leitartikeln oder regierungsamtlicher Propaganda hervortritt. Im Ergebnis haben die meisten von uns das Gefühl, im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse regelmäßig belogen zu werden.

Das Studium der Vergangenheit erlaubt uns dagegen, die mystifizierende Maske, die über die Ereignisse in der Hitze ihres Geschehens gestülpt wird, abzustreifen. Wenn genügend Ausdauer und Interesse gegeben sind, vermag wagemutige Forschung die vergangene Geschichte zu entmystifizieren. Die Vergangenheit kommt uns dann zur Hilfe, lehrt uns, wie wir die Lügen, die uns heute erzählt werden, als solche erkennen können, weil sie in ihrem Charakter denen höchstwahrscheinlich sehr ähnlich sind, die uns gestern täuschten.

Der Beweggrund dieses Buches ist die Suche nach diesem üchtigen Gral, der "Wahrheit", um zu beweisen, dass so ein Territorium existiert. Diese Arbeit ist von keinem besonderen Interesse an dem perversen Phänomen des Nazismus inspiriert, so faszinierend es für jene, die es studieren, auch sein mag. Ihre Triebfeder ist auch nicht eine spezielle Animosität oder Sympathie gegenüber dem General Juan Domingo Perón, dem Mann, dessen Schatten auch 32 Jahre nach seinem Tod weiterhin die politische Bühne Argentiniens beherrscht, in kaum geringerem Maße als zum Zeitpunkt, zu dem er 1943 mit Evita an seiner Seite die öffentliche Arena betrat.

Was dieses Buch zu demaskieren sucht, ist die Existenz einer zentralen Lebenslüge in unserer Vergangenheit. Und wenn es uns gelingt, nachzuzeichnen, wie dieses Trugbild geschichtsmächtig werden konnte, sind wir vielleicht gegen gleich geartete Versuche gewappnet, die unser Verständnis der heutigen und zukünftigen Zeit trüben könnten.

Jahrzehntelang hat sich Argentinien geweigert, die wahre Rolle, welche die politischen Führer des Landes bei der Massen ucht von Nazis und ihren Kollaborateuren nach dem Zweiten Weltkrieg spielten, zuzugeben. In der "offiziellen Geschichte", wie sie an Schulen und Universitäten gelehrt und von der politischen Bühne verkündet wird, wird jeder Hinweis auf die Beteiligung der argentinischen Regierung an dieser Operation sorgfältig vermieden. In den 1980er- und 1990er-Jahren erschien eine Reihe durchaus seriöser historischer Untersuchungen, sowohl von argentinischen wie auswärtigen Akademikern, welche die offizielle Darstellung unterstützten

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