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Alle Wege führen nach Rom Die ewige Stadt und ihre Besucher von Zapperi, Roberto (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2013
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Alle Wege führen nach Rom

Erasmus von Rotterdam, François Rabelais, Michel de Montaigne, Thomas Hobbes, Diego Velázquez, Christine von Schweden, Marquis de Sade, Nikolai Gogol, Aby Warburg... Wer heute nach Rom kommt, steht in einer langen Tradition berühmter Besucher. Achtzehn historische Begegnungen mit Rom hat Roberto Zapperi aufgegriffen, um uns ein lebendiges Bild der Stadt im Laufe der Jahrhunderte zu präsentieren. Ein tiefgründiges Rombuch von einem der besten Kenner seiner Geschichte. Wer heute nach Rom kommt, steht in einer langen Tradition berühmter Besucher, von denen manche viele Jahre oder ihr Leben lang dort blieben. Ihre Erinnerungen, Tagebücher und Briefe vermitteln ein lebendiges Bild der Stadt im Laufe der Jahrhunderte. Rom war eine Stadt der Päpste mit ihrem spirituellen Anspruch und ihrer weltlichen Macht und ein Sehnsuchtsort der Europäer, wo sich die Spuren der Antike und die moderne Pracht auf einzigartige Weise mischten. Doch zeigte Rom dem aufmerksamen Besucher auch andere Seiten: das bunte Leben von Volk und Klerus, von Künstlern, Frauen und Juden, Kurtisanen und Verbrechern. Ein vielfarbiges Kaleidoskop von Romerfahrungen öffnet sich dem Leser. Roberto Zapperi lebt als Privatgelehrter in Rom. Er war 1998 Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin, 2001 Warburg-Professor in Hamburg und 2008 Gastprofessor an der ETH Zürich. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406644528
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 7285 kBytes
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Alle Wege führen nach Rom

1.
Erasmus von Rotterdam und Papst Julius II. Roms innerer Widerspruch

Seit dem Niedergang des Römischen Reichs war Rom Mittelpunkt und Antriebskraft der katholischen Christenheit. Mit der Zeit wurde es aber auch die Hauptstadt eines Staates, nämlich des Kirchenstaats, den der Papst wie ein weltlicher Souverän regierte. Dieser Kontrast bedingte und prägte die Geschichte der ewigen Stadt zutiefst. Der niederländische Geistliche und Humanist Erasmus von Rotterdam war am Anfang des 16. Jahrhunderts der Erste, der diesen inneren Widerspruch erkannte und aufs Schärfste kritisierte.

Als Erasmus im März des Jahres 1509 nach Rom kam, war er wenig mehr als vierzig Jahre alt. Er befand sich im Gefolge des schottischen Prinzen Alexander Stuart, dessen Präzeptor er war. Sein Italienisch war passabel - er sprach es mit einem starken nördlichen Akzent - , umso besser aber beherrschte er Latein und Griechisch. 1466 in Rotterdam als Sohn eines Geistlichen, der im Konkubinat lebte, geboren, war er auf den Namen Erasmus getauft worden und hatte ebenfalls früh die geistliche Laufbahn eingeschlagen. In Rom ging ihm der Ruf voraus, ein großer Humanist zu sein. Dieser gründete sich auf seine Sammlung antiker Sprichwörter mit dem Titel Adagia, die er kurz vorher beim venezianischen Verleger Aldo Manuzio, dem Fürsten aller Drucker, veröffentlicht hatte. Erasmus wurde deshalb in Rom von den prominentesten Humanisten der Stadt herzlich willkommen geheißen und gefeiert. Tommaso Inghirami, der Präfekt der Vatikanischen Bibliothek, stellte ihm sofort deren reichen Bestand an alten Handschriften zur Verfügung. Die Nachricht von der Ankunft des großen Gelehrten aus dem Norden erreichte auch die römische Kurie, so dass verschiedene Kardinäle seine Bekanntschaft machen und ihn ehren wollten; darunter vor allem Kardinal Raffaele Riario, ein Verwandter des herrschenden Papstes Julius II., aber auch Kardinal Giovanni de' Medici, der künftige Papst Leo X., sowie der venezianische Kardinal Domenico Grimani.

Der durchaus herzliche Empfang genügte indessen nicht, um Erasmus den Aufenthalt in Rom angenehm zu machen, und dies aus verschiedenen Gründen. Die ganze Stadt war eine einzige Baustelle. Papst Julius II. hatte umfassende Bauarbeiten im Vatikan begonnen, angefangen vom Neubau von Sankt Peter, mit dem er den Architekten Donato Bramante beauftragt hatte. Dazu kamen der Umbau der vatikanischen Paläste und die Neugestaltung des Belvederehofs mit einem höherliegenden, neuen Garten, wo die antiken Statuen aufgestellt werden sollten, darunter der Laokoon , der 1506 ausgegraben worden war. Die architektonischen Eingriffe betrafen darüber hinaus die Kirchen SS. Apostoli, S. Pietro in Montorio und S. Maria del Popolo. Der Bau eines großen Palastes, der die Gerichte aufnehmen sollte, wurde begonnen, aber nicht zu Ende geführt. Große städtebauliche Projekte wie die neue Via Giulia waren ebenfalls dabei, verwirklicht zu werden. Nicht minder ehrgeizig waren die Ausschmückungsarbeiten, die Julius II. im Vatikan veranlasste, darunter die Freskierung des Deckengewölbes der Sixtinischen Kapelle, mit der er Michelangelo beauftragte, und die Ausmalung der neuen päpstlichen Gemächer im Vatikan durch Raffael.

Doch nicht nur der betäubende Baulärm störte Erasmus, noch mehr irritierte ihn die Kriegsstimmung, die in Rom herrschte. Am 23. März 1509 schloss Julius II. mit König Ludwig XII. von Frankreich, Kaiser Maximilian I. und dem König von Aragon, Ferdinand dem Katholischen, ein Bündnis, die Liga von Cambrai. Sein Ziel war, die von Venedig besetzten Städte und Territorien in der Romagna, die zum Kirchenstaat gehörten, zurückzugew

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