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Anna Amalia von Weimar Regentin, Künstlerin und Freundin Goethes von Philipps, Carolin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Anna Amalia von Weimar

Anna Amalia von Weimar war eine starke und unabhängige Frau, die nicht nur ihren Zeitgenossen außergewöhnlich erschien. Als Regentin übernahm sie - kaum zwanzigjährig - den Thron ihres verstorbenen Mannes; als Künstlerin und Intellektuelle schuf sie den bis heute weltberühmten Weimarer-Musenhof. Die Historikerin Carolin Philipps stieß bei ihren Nachforschungen zu dieser Neubetrachtung auf bisher vernachlässigtes Quellenmaterial, welches das Bild der gelehrten Regentin um die Facette der Liebenden und Zweifelnden auf besondere Weise ergänzt. Carolin Philipps, geboren 1954, studierte Englisch und Geschichte in Hannover und Bonn. Heute lebt sie als freie Autorin in Hamburg und hat sich auf historische Biografien starker Frauen spezialisiert. Zuletzt erschienen von ihr die erfolgreichen Bücher 'Friederike von Preußen. Die leidenschaftliche Schwester der Königin Luise' und 'Luise. Die Königin und ihre Geschwister'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 02.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492992015
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Piper Taschenbuch 31055
    Größe: 4831 kBytes
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Anna Amalia von Weimar

5. Krankheit und Tod Ernst Augusts Constantins

Die Herzogin "befinden sich in dero gesegnetem Zustand
ganz wol (wohl), und man hat alle Sorgfalt, dass die affection (Kummer) Ihrselben nicht schaden möge." [1]

Dies schrieb der braunschweigische Vizekanzler Georg Septimus Andreas von Praun (1701 - 1786) an Karl I ., in dessen Auftrag er seit Anfang März 1758 in Weimar weilte. Und er fügte hinzu: Der Erbprinz habe seit dem Aufenthalt seinen dritten Zahn "ohne allem Ungemach" bekommen. [60]

Das waren die guten Nachrichten und nicht der Grund, warum Vizekanzler von Praun nach Weimar geeilt war. Ernst August Constantin galt immer als etwas kränklich, darum ja auch seine schnelle Hochzeit mit Anna Amalia. Aber seit Anfang 1758 war er ernsthaft erkrankt, ab Februar durchgängig bettlägrig.

Am 20. Februar 1758 bat Anna Amalia den Grafen von Bünau zu einem Gespräch, wahrscheinlich wegen des Testamentes, das der Herzog bereits einen Tag später unterschrieb. Für den Fall seines Todes setzte er bis zur Volljährigkeit des Erbprinzen als Regenten und Obervormünder seines Sohnes seine Frau und den dänischen König Friedrich V . (1723 - 1766) ein, der mit Juliane von Braunschweig-Wolfenbüttel (1729 -
1796), einer Tante Anna Amalias, verheiratet war. Graf von Bünau sollte als Obervormundschaftlicher Minister im Amt bleiben. [61]

Dieses Testament trug eindeutig die Handschrift des Premierministers Graf von Bünau. Denn da der dänische König nicht vor Ort war, kam ihm als Quasi-Stellvertreter bei der Unerfahrenheit Anna Amalias eine entscheidende Rolle zu, zumal er per Testament nur im Todesfall ersetzt werden konnte.

Ab März wurde die Krankheit des Herzogs als lebensbedrohlich angesehen, und Anna Amalias Vater war um die Zukunft seiner Tochter besorgt. In einem Brief vom 9. März schrieb er daher an seinen Vizekanzler von Praun: Die "missliche Gesundheit" des Herzogs von Sachsen-Weimar habe ihn veranlasst, ihn nach Weimar zu schicken, sich vor Ort ein Bild von dem Zustand des Herzogs zu machen und zu "verhüten", dass im zu "befürchtenden Fall des Wittumsstandes" nichts festgelegt werde, was gegen den Heiratsvertrag verstoße und die Rechte seiner Tochter verletze. [62]

Dabei ging es um drei Rechte Anna Amalias:

Erstens die alleinige Erziehung der fürstlichen Kinder: Karl I . befürchtete, dass Graf von Bünau den kranken Ernst August Constantin zu einer offiziellen Verfügung überreden könnte, durch die der Herzog von Sachsen-Gotha, der schon die Vormundschaft für Ernst August Constantin gehabt hatte, oder er selbst ein Mitspracherecht bekommen würde und dadurch die Befugnisse Anna Amalias eingeschränkt würden. Beides, vor allem aber das Erstere, sollte von Praun verhindern.

Zweitens die Mitverwaltung der Landesregierung: Hier fürchtete Karl I ., dass Anna Amalia benachteiligt werden könnte, da sie ja noch nicht volljährig war, was Voraussetzung für eine Regentschaft oder auch Mitregentschaft war. Von Praun bekam den Auftrag, bei von Bünau nachzuforschen, was die sächsischen Hausgesetze für einen solchen Fall vorsahen.

Drittens Anna Amalias Einnahmen als Witwe: Zusätzlich zum Wittumsgehalt müssten Anna Amalias Einnahmen als Herzogin aufrechterhalten bleiben, da sie für Kindererziehung und Landesregierung zusätzliche Ausgaben haben würde. [63]

Karl I . wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Graf von Bünau den kranken Herzog bereits zu testamentarischen Verfügungen überredet hatte, die der in seinem Zustand nicht durchschaute, die aber die Rechte Anna Amalias tatsächlich einschränkten.

Am 14. März kam von Praun in Weimar an und begab sich am nächsten Tag sofort zum Grafen von Bünau und abends zum Herzogpaar, das hocherfreut war, weil der Vater ihn geschickt habe, wie von Praun s

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