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Große Zeit starker Frauen Unterwegs auf der Straße der Romanik von Schumann, Ludwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2015
  • Verlag: Buch Verlag für die Frau
eBook (ePUB)
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Große Zeit starker Frauen

sie waren mächtig und klug, kreativ und beharrlich - und manchmal schon zu lebzeiten eine legende: die starken frauen in den orten entlang der straße der romanik. in magdeburg, quedlinburg, helfta, hadmersleben, sangerhausen, naumburg, merseburg und vielen anderen orten haben sie ihre spuren hinterlassen. editha wurde die magdeburger königin der herzen, die kaiserinnen adelheid und theophanu bewahrten den ottonen die herrschaft. die helftaer mystikerinnen prägten neues denken. Elisabeth von thüringen und jutta von sangerhausen wurden ikonen einer sozialen ideen verpflichteten frömmigkeit. Gertrud gröninger schuf im 17. Jahrhundert unvergleichliche werke von (starker) frauenhand. und frauen von heute bewahren mit liebe und engagement kunstwerke vor dem vergessen, zum teil gegen alle widerstände. so spannt sich ein bogen über mehr als eintausend jahre deutscher geschichte, die wieder lebendig wird - in liebevoll erzählten und bislang so nicht publizierten frauenporträts des sachsen-anhalt-kenners ludwig schumann. ludwig schumann ist ein ausgewiesener kenner von sachsen-anhalts kulturgeschichte. von ihm sind bislang im buchverlag die 'reisen durch die küchen von sachsen-anhalt' sowie die 'parks & gärten in sachsen-anhalt' erschienen. ludwig schumann hat theologie studiert und lebt in der nähe von Magdeburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 152
    Erscheinungsdatum: 04.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783897984172
    Verlag: Buch Verlag für die Frau
    Größe: 13919 kBytes
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Große Zeit starker Frauen

EDITHA: KÖNIGIN UND VISIONÄRIN

Die Furt an der Elbe

Je nach politischer Großwetterlage trennte sie oder führte Sachsen und Slawen zusammen: die Furt an der Elbe. Der kleine Grenzort Magadoburg wird in karolingischer Zeit, 805/806, erstmals erwähnt, bevor er für mehr als einhundert Jahre wieder aus der nachlesbaren Geschichte verschwindet. 937 taucht der Ort urkundlich wieder auf. Da steht er bereits auf dem Sprung in die ganz große Geschichte. Unter Heinrich I., dem Vater Ottos des Großen, dem Städte- und Burgenbauer, dem Heerführer gegen Slawen und Ungarn, wird der kleine Ort an der Furt über die Elbe zu einem Ort von strategischer Bedeutung.

Otto der Große gewann seine militärischen Erfahrungen beim Slawenfeldzug des Vaters 929/930, einem Winterkrieg. Mit der Eroberung der Brennaburg (Brandenburg), dem Stammsitz der Fürsten der Heveller, war der Feldzug beendet. Die Heveller wurden tributpflichtig. Der Sohn des Fürsten, Tugumir, sowie dessen schöne Schwester wurden als Geiseln für künftige pünktliche Tributzahlungen an den königlichen Hof mitgenommen. Es ist den Quellen nicht genau zu entnehmen, ob die Slawenprinzessin Otto versprochen war, um den Frieden mit den Slawen dauerhaft zu machen, oder ob sie für eine bestimmte Zeit die Geliebte des sechzehnjährigen Otto gewesen ist, der mit ihr einen Sohn zeugte: Wilhelm, 929 geboren, später Erzbischof von Mainz. Otto aber hatte sich dem politischen Willen des Vaters zu beugen, der eine Verbindung mit dem angelsächsischen Königshaus vorgesehen hatte, um der eigenen Dynastie Glanz und damit Macht zuwachsen zu lassen. 930 heiratete daher Otto I. in Quedlinburg Edgith (910-946), die Halbschwester König Aethelstans, die als Editha in die Geschichte eingehen sollte.

Das Herrscherpaar in der sechzehneckigen Kapelle (von ca. 1250) des Magdeburger Doms wurde lange als Kaiser Otto mit Gemahlin Editha angesehen, wird jedoch von der neueren kunstgeschichtlichen Forschung als himmlisches Brautpaar Christus und Ecclesia (die Kirche) interpretiert.
Die Sage vom Kleiderwunder

Bald sprachen die Magdeburger nur noch von der "heiligen Frau", wenn sie sich an ihre Königin erinnerten. Wo andere ihre jeweiligen Adligen zum Teufel wünschten, fühlte sich Magdeburg durch das junge Königspaar in vielerlei Hinsicht gesegnet. Sagen machten die Runde, schon zu ihren Lebzeiten. Zum Beispiel diese:

Editha galt als freigiebig. Im Geläster der Hofschranzen wuchs sich die Freigiebigkeit Edithas geradezu zum Staatsruin aus. Der König zitierte seine Frau zu sich und verbot ihr, den Armen so viel zu geben. Ein hoher Feiertag nahte. Editha zog sich ein kostbares Gewand an und ging zum Kirchgang. An der Kirchtür saß ein Bettler. Er griff nach dem golddurchwirkten Saum ihres Gewandes, hielt sie daran fest und bat um ein Almosen. Die Königin antwortete, dass sie nichts bei sich habe. Der Bettler verwies auf ihr golddurchwirktes Gewand und meinte, ein Ärmel schon helfe ihm aus allen Nöten. Mit ihrem guten Herzen erlaubte ihm Editha, den Ärmel vom Kleid zu reißen.

Kreuzgang im Magdeburger Dom

An die Mittagstafel bestellte Otto seine Königin in dem Kleid, das sie zum Kirchgang getragen hatte. Sie kam in einem anderen Kleid zur Tafel und machte Ausflüchte, die Otto nicht gelten ließ. Schließlich musste Editha das Kleid holen lassen und dem König zur Musterung überreichen. Beide erschraken, denn sie fanden nicht, was sie suchten. Das Gewand lag in aller Pracht vor ihnen, golddurchwirkt und vollständig. Der König war erschrockener als seine Gattin, denn er war der Bettler gewesen, der ihr den Ärmel vom Gewand gerissen hatte. Doch nun war das Gewand wieder ohne Fehl und Tadel. Dem König ging ein Licht auf: Ein Wunder hatte der HERR getan. Otto erkannte die Botschaft und hielt sich an sie. Nie wieder versuchte er, seiner Frau die Wohltätigkeit zu verbieten.

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