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Kali, Kohle und Kanal Industriekultur in der Region Hannover von Schröder, Christiane (eBook)

  • Verlag: Hinstorff Verlag
eBook (ePUB)
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Kali, Kohle und Kanal

Die Region Hannover war schon Mitte des 19. Jahrhunderts ein aufblühender Industriestandort und entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Industriezentren. Bekannte Firmen wie Hanomag, Pelikan und Continental trugen den Namen Hannovers in die ganze Welt. Mit diesem Buch steht Freunden der Bau- und Technikgeschichte sowie der Industriearchäologie, aber auch allen regionalgeschichtlich Interessierten erstmals ein umfassendes Kompendium zur Industriekultur Hannovers und seines Umlandes zur Verfügung. Ein fachkundiges Autorenteam bereitet die umfassende Materie auf und beschränkt sich dabei nicht nur auf die Darstellung von Firmengeschichten und Industriearchitektur, sondern bezieht auch die Zeugnisse der regionalen Verkehrsentwicklung mit ein und beleuchtet zudem wesentliche Aspekte der Sozialgeschichte. Die hier präsentierten Bauwerke und die Geschichte(n), in die sie eingebettet sind, sollen Appetit machen selber auf Spurensuche zu gehen, was durch genaue Wegbeschreibungen erleichtert wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 368
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783356014709
    Verlag: Hinstorff Verlag
    Größe: 13038 kBytes
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Kali, Kohle und Kanal

ARBEIT UND ALLTAG IM INDUSTRIEZEITALTER

EIN BLICK ÜBER DIE REGION HANNOVER

Im Jahre 1925 ließ ein Redakteur der sozialdemokratischen Tageszeitung "Der Volkswille" seinen Blick vom Turm des hannoverschen Neuen Rathauses über die Stadt und ihre Umgebung schweifen: "Wir blicken in die Ferne und sehen bei klarem Wetter den Deister, das Steinhuder Meer, weit hinaus in die Ebene. Wenn wir uns daran satt gesehen haben, richten sich die Augen auf den Wald der Schornsteine, der die Stadt westlich und nördlich im Halbkreis dicht umsäumt. Da sind Ricklingen, Linden, Limmer, deren Hauptgebäude die Fabriken sind, über den Orten liegt drückend die Atmosphäre der Industrie: Qualm, Rauch, Ruß. Wenig Grün erfreut das Auge. Straßen, Häuser sind grau, eng, winkelig; denn die Hauptsache sind ja die Fabriken. Sie machen rein baulich den Eindruck von Gefängnissen. Auf jedem der unzähligen Schlote eine Rauchfahne. (...) In [Hannovers] Nordstadt ist das Bild etwas gemildert. Vom Zentrum hinauf führen einförmige Straßen mit einförmigen Häusern. Ein unfreundliches Bild, eingefaßt von den Fabriken nach Hainholz und Vahrenwald zu. Drüben an der Eilenriede ändert sich das Bild. Die Mietskasernen hören auf, die Häuser werden zunehmend Einfamilienhäuser, Villen in Gärten. Die Straßen sind breiter, freundlicher, vielfach mit Vorgärten. (...) Durch eine Lücke des Waldes blicken die Dutzende Schornsteine der Zement-Germania in Misburg. Villenvororte schließen im Osten und Süden den Ring."

Dem Journalisten bot sich ein durch seine Gegensätzlichkeit besonders beeindruckendes Panorama. Fast in Reichweite lag ihm ein pulsierendes Industriezentrum zu Füßen, das - mit deutlich verändertem Gesicht - bis heute zu den wichtigsten Standorten der niedersächsischen Wirtschaft gehört. Eingebettet war es in ein seinerzeit noch stark landwirtschaftlich geprägtes Umland, auch wenn sich gleichwohl hier und dort Schornsteine kleinerer industrieller Anlagenzum Himmel reckten. Das gesamte Blickfeld des Zeitungsmannes entsprach ziemlich genau dem Gebiet der heutigen Region Hannover.

Zu dieser Gebietskörperschaft wurden zum 1. November 2001 die Stadt Hannover und die zwanzig Städte und Gemeinden des zu diesem Zeitpunkt aufgelösten Landkreises Hannover zusammengeschlossen. Sie nimmt verschiedene öffentliche Aufgaben wahr, die zuvor der Stadt, dem Landkreis sowie dem Kommunalverband Großraum Hannover (KGH) oblagen; darüber hinaus sind ihr Verantwortlichkeiten der 2005 aufgelösten Bezirksregierung Hannover zugefallen. Eine der für die Entwicklung der Region besonders wichtigen Aufgaben ist die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen für die rund 1,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Drei Viertel aller Erwerbstätigen der Region arbeiten heute in den verschiedenen Dienstleistungsbranchen. Da die Land- und Forstwirtschaft als Arbeitgeber heute kaum noch eine Rolle spielen, ist demnach etwa ein Viertel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im sogenannten produzierenden Gewerbe tätig. Hierzu zählen Industrie-sowie mittlere und kleine Handwerksbetriebe. Besonders bedeutsam sind der Bau von Straßenfahrzeugen, die Gummiverarbeitung und, etwas abgeschwächt, der Maschinenbau, die Chemische Industrie, die Kunststoffverarbeitung, die Nachrichtentechnik sowie die Energiewirtschaft. Dabei behaupten sich vor allem die Unternehmen, deren Produkte einen hohen technologischen Stand aufweisen und die mithilfe modernster Technologie von hoch qualifizierten Arbeitskräften hergestellt werden. Den Herstellern standardisierter Massenprodukte hingegen macht die internationale Konkurrenz, die ihre Güter durch die zunehmende globale Verflechtung der Wirtschaft auf den Weltmarkt wirft, zu schaffen. Die Industrie, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in kurzer Zeit zum mit Abstand stärksten Wirtschaftsfaktor entwickelte, hat zum Ende des 20. Jahrhunderts also offensichtlich ihren

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