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Kleine Geschichte Niederbayerns von Huber, Gerald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.08.2015
  • Verlag: Verlag Friedrich Pustet
eBook (ePUB)
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Kleine Geschichte Niederbayerns

Niederbayern ist eine der interessantesten Landschaften Mitteleuropas. Seit Urzeiten war die Region an der Donau Einfallstor für immer neue Völker, für zahllose technische und kulturelle Neuerungen aus dem Mittelmeerraum. Im Mittelalter erlebte das bayerische Unterland eine kulturelle Blüte, die ihresgleichen sucht und die Landschaft heute noch prägt. Der Fall des Eisernen Vorhangs hat Niederbayern in jüngster Zeit seine zentrale Vermittlerrolle zwischen Westen und Osten in Europa zurückgegeben. Die 'Kleine Geschichte Niederbayerns' möchte unterhaltsam und auf dem neuesten Stand der Forschung die Augen öffnen für ein jahrtausendealtes Kulturland, in dem sich auf engstem Raum Zeugnisse nahezu aller Epochen der Menschheitsgeschichte finden. Die spannend geschriebene, mit zahlreichen Abbildung(en) ausgestattete Darstellung wendet sich an Einheimische und Gäste Niederbayerns. Die erste kompakte und zugleich spannende Darstellung der Geschichte Niederbayerns von den Anfängen bis heute. Gerald Huber, M.A., geboren 1962 in Landshut, studierte Geschichte und Germanistik in Regensburg und München. Der Rundfunkjournalist (BR) ist Autor zahlreicher Sendungen und Publikationen zu kulturellen und historischen Themen. 1990 Auszeichnung mit dem 'Altbayerischen Medienpreis' der Stiftung Aventinum.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 04.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783791760674
    Verlag: Verlag Friedrich Pustet
    Größe: 7678 kBytes
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Kleine Geschichte Niederbayerns

Europäisches Niederbayern: Ur- und Frühgeschichte

Am Anfang war der Stein

Abgesehen vom wenig zugänglichen Waldgebirge war das heutige Niederbayern ein Dorado für die Menschen der frühesten Kulturen. Gute Böden, ausreichend Wasser, das bedeutet eine vielfältige Flora und Fauna. Über die Donau und ihre zahlreichen Nebenflüsse war die Region außerdem seit Urzeiten bestens erschlossen. Erstmals archäologisch greifbar wird die frühe menschliche Besiedelung in Niederbayern vor rund 130 000 Jahren. Sporadisch haben sich Steinwerkzeuge von Neandertalern an bevorzugten Aufenthaltsorten erhalten: hochwassergeschützte Anhöhen mit weitem Ausblick über die Flusstäler. Ganz besonders beliebt waren bei den ältesten "Niederbayern" die sonnenwarmen Südhänge des Jura über dem Donau- und Altmühltal.

Neben Stellen unter freiem Himmel, wie etwa einem Platz der sehr seltenen sogenannten Aurignac-Kultur bei Irnsing (Lkr. Kelheim), gehören vor allem die Höhlen der niederbayerischen Juraregion zu den altbekannten Fundplätzen von Kulturzeugnissen aus der Altsteinzeit: Das Große und das Kleine Schulerloch, die Obernederhöhle, die Klausenhöhlen oder die Sesselfelsgrotte bei Essing (Lkr. Kelheim) lassen schon lange Archäologenherzen höher schlagen. Gerade die Sesselfelsgrotte zählt zu den bedeutendsten altsteinzeitlichen Fundstellen Europas. In meterhohen Schichten haben sich hier Reste aus rund 100 000 Jahren frühester Kulturgeschichte erhalten, darunter 14 Neandertaler-Fossilien, die zu drei Individuen gehören.

Vor rund 35 000 Jahren kam es zu einem einschneidenden Umbruch in der Menschheitsgeschichte Europas. Der "Homo sapiens sapiens" verdrängte den primitiveren "Homo neandertalensis". Zahlreiche Funde aus dieser Zeit traten in den niederbayerischen Höhlen zutage: Steinmesser, steinerne Pfeilspitzen und Knochenahlen, aber auch ausgesprochene "Kunstwerke", wie etwa eine gelbe Steinplatte mit geheimnisvollen roten Punktreihen, ein Elfenbeinstück mit einem eingeritzten Mammut (Obere Klause) oder ein Kalkstein mit dem Kopf eines Wildpferdes (Mittlere Klause). In der Mittleren Klause fanden die Ausgräber außerdem einen Schamanenstab aus dem Geweih eines Rentiers. Er ist mit der geheimnisvollen Darstellung eines Mischwesens aus Tier und Mensch verziert. Das klassische menschliche Relikt der Altsteinzeit aber ist und bleibt der Faustkeil aus Feuerstein.

Abb. 2: Blick aus der "Klausenhöhle" bei Essing (Lkr. Kelheim). Sie besteht aus mehreren neben- und übereinanderliegenden Grotten etwa 55 Meter über der Sohle des Altmühltals. Neueste Funduntersuchungen ergaben eine auf +/- 360 Jahre genaue Datierung eines bearbeiteten Knochens aus der jüngeren Altsteinzeit: Er dürfte um das Jahr 24 680 v. Chr. entstanden sein. Foto: C. Zuchner, Erlangen

Ab dem Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 10 000 Jahren, erwärmte sich das Klima langsam und Wald breitete sich über die Flussebenen und das Hügelland aus. Das Wild nahm spürbar zu und damit auch die Jagd der Menschen auf Hirsche und Rehe, wilde Rinder und Wildschweine, Bären und Biber. Die Sippenverbände der sogenannten "Mittelsteinzeit" nutzten für ihre Lager nicht mehr ausschließlich Höhlen und Felsdächer, sondern kampierten bereits in der offenen Landschaft.

Erst jetzt gewannen die Menschen ein weitergehendes religiöses Bewusstsein und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Die wahrscheinlich früheste Bestattung Bayerns gehört in die Zeit des Übergangs von der spätesten Mittelsteinzeit zur frühen Jungsteinzeit vor rund 8000 Jahren. Sie stammt aus Altessing (Lkr. Kelheim) und besteht lediglich aus einer ovalen Eintiefung unter einem Felsüberhang. In dem Grab lagen die Überreste einer jungen Frau mit ihrem toten Kind im Arm.

Neue Siedler, die im ständig wärmer werdenden Klima um 5700 vor Christus die Donau entlang von Südosten her zuwanderten, brachten Kultur und Technik aus dem Mittelmeerraum und dem Gebiet

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