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Ostpreußen Biographie einer Provinz von Pölking, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.01.2014
  • Verlag: be.bra verlag
eBook (ePUB)
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Ostpreußen

Ostpreußen ist bis heute ein Mythos. Hermann Pölking macht die Geschichte dieses Landstrichs erlebbar und verständlich, indem er unzählige Augenzeugenberichte und Erinnerungen mit den historischen Fakten zum Panorama einer mehr als 700-jährigen Geschichte verwebt. Sein Buch ist - trotz aller sachlicher Distanz - emotional erzählt, weil es die Nähe zu den Biografien der Menschen sucht. Ein außergewöhnliches Porträt Ostpreußens - mit zahlreichen bislang unveröffentlichten Abbildungen. Hermann Pölking, geboren 1954 in Bremen, studierte Publizistik in Westberlin, wo er ab 1979 Gesellschafter beim Verlag Elefanten Press war. Seit 1983 ist er Lektor, Herausgeber und Buchautor. Sein Spezialgebiet ist die Geschichte deutscher Länder. 2005 erschien von ihm die Dokumentation 'Die Deutschen 1815 bis heute' (Piper Verlag). Hermann Pölking lebt zurzeit in Bremen und Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 928
    Erscheinungsdatum: 24.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839301142
    Verlag: be.bra verlag
    Größe: 11098 kBytes
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Ostpreußen

"Nun steht der Vollmond am blauschwarzen Winterhimmel. Der Wind schweigt, der Frost steigt aus den Lüften, und alles Land um den Strom liegt geduckt und schläft. Nur die Memel schläft nicht, sie knurrt wie ein böser Hund, sie stöhnt, und manchmal brüllt sie in verhaltenem Zorn." 1

Eugen Kalkschmidt
Panorama einer Provinz

Die Menschen und die Verhältnisse

Ein Land, das ferne leuchtet

"Ich schiebe den Vorhang beiseite, und wir sehen ein kleines ostpreussisches Städtchen. Kleine Lerchen gehen geschäftig ihrem Werkeltag nach; sie glauben, dass der liebe Gott das ganze Weltall expreß für sie allein gemacht hat." 2 Der hier den Blick auf die Bühne seines Lebens gewährt, ist ein kräftiger, sinnenfroher Mann, geboren im Jahr 1858 in Tapiau im nördlichen Ostpreußen. Er malt das Wesentliche. "Ich erhielt den Namen: Franz Heinrich Louis Corinth. Mein Vater war Bürger von Tapiau und meine Mutter eine geborene Buttcher, verwitwete Opitz. Meine Paten waren außer den Geschwistern meines Vaters der Kaufmann William Bauer, welcher an der Deime eine Dampferstation nebst einem Kolonialwarenladen inne hatte" 3 , erinnert sich Lovis Corinth 1924 in seiner Autobiographie Meine frühen Jahre . Ostpreußen konnte seine Menschen prägen, stellt Corinths Frau Charlotte nach dem Tod des Malers fest, denn "im Grunde war sein Wesen ernst." Und weiter: "Seine Heimaterde gab ihm Melancholie und Schwerblütigkeit. Aber sie gab ihm auch eine gewaltige Kraft, sein Lebenswerk auszuführen, das hohe Ziel zu erreichen, welches er seinen Gaben gesetzt hatte: dass aus dem kleinen ostpreußischen Gerbermeisterssohn ein großer deutscher Maler werde. Auch strotzende Sinneskraft gab ihm die Heimaterde." 4 Durch die Heimaterde von Corinths Geburtsort fließen Deime und Pregel, die Deime zweigt in Tapiau vom Pregel ab. Der Pregel mündet hinter Königsberg ins Frische Haff, die Deime ins Kurische Haff, sie hat über den Großen Friedrichsgraben auch eine Kanalverbindung zur Memel. Tapiau ist ein Ort, an dem Dampfer Station machen können. Hier beginnt unser Panorama eines in die Geschichte entschwundenen Landes.

Impressionistisch erinnert sich der Schriftsteller Siegfried Lenz an seine masurische Heimat: "Keine leuchtende Wachsamkeit, kein heller Traum liegen in diesen Bildern, die Heiterkeit wirkt nicht nutzlos, und das Licht enthält keine Herausforderung: Genügsamkeit, Bescheidung, Ergebenheit, fragloses Einverständnis geben sich überall zu erkennen." 5 Nicht die satte Agrarlandschaft um Tapiau hat der in Lyck im kärglichen masurischen Süden Ostpreußens geborene Lenz vor Augen. "Ich denke an tief an den Boden geduckte Strohkaten, an die viel erwähnte Unberührtheit der Seeufer. Ich denke an eingeschneite Höfe inmitten terroristischer Winter, an den zögernden Wuchs genügsamer Kiefern, an lautlose Heide und an unentmutigende Armut auf sandigen Feldern. Rauchfahnen von kleinen, altmodischen Schleppern stehen in der Luft, behäbige Fahrzeuge, die große Flöße über die Seen manövrieren. Treidelfischer wuchten mit harten Rufen die Leinen des Hauptnetzes unter der Eisdecke entlang. Die Stille schilfbestandener Buchten, das flimmernde Geheimnis der Moore, der quietschende Treck der Pferdewagen zu den Märkten, das trübselige Schweigen zahlreicher Kriegerdenkmäler: all dies gehört zur Landschaft Masurens. (...) Und es gehören zu ihr Bilder einer gern photografierten Schwermut des Feierabends: wehende, zerrissene Netze vor armseligen

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