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Wir Berliner! Prominente über Prominente. 33 x Bewunderung, Staunen, heimliche Liebe

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Wir Berliner!

Wenn Udo Walz über Marlene Dietrich schreibt, Katharina Thalbach über Helene Weigel, Gregor Gysi über Rosa Luxemburg, Peter Schneider über Axel Springer, Christoph Stölzl über Heinrich Zille, Peter Raue über James Simon, Irene Bazinger über Knut und Klaus-Dieter Lehmann über Nofretete - dann kann das nur faszinierend und unterhaltsam werden. Die Journalistin Irene Bazinger und der renommierte Kunstanwalt Peter Raue haben prominente Lokalpatrioten über deren liebste Berliner schreiben lassen. Herausgekommen sind überraschende und originelle Wahlverwandtschaften, ein Reigen besonderer Berliner Köpfe aus Politik, Wissenschaft und Kultur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 14.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838758831
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1630 kBytes
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Wir Berliner!

DER PUBLIZIST UND DER PHYSIKER

PETER VON BECKER über ALBERT EINSTEIN

Ohne Humor sind wir unerträglich
I

Immer wieder möchte man die stummen Dinge zum Reden bringen. Hier den Schreibtisch, an dem der gerade 26-jährige "Technische Experte III. Klasse" im Eidgenössischen Patentamt zu Bern in seinem Wunderjahr 1905 gesessen haben soll. Dort Albert Einsteins Lieblingssessel oder die Standuhr mit den Eisengewichten, die im Wohnzimmer in Berlin und später in Princeton dem Einstein-Clan die Stunde geschlagen hat. Wir fahren mit der Hand über das Holz, pochen an die Wurmlöcher und imaginieren uns à la Proust eine Madeleine der verlorenen, der wiedergefundenen Zeit.

Natürlich lebt Albert Einstein zuallererst fort in seinen Theorien, Aufsätzen, Reden, Briefen. Aufgehoben ist das Denken und Fühlen des Jahrhundertgenies zudem in den Konvoluten von Manuskript-Mappen, Aktenordnern und Kartons, die heute als Einsteins Erbe in der Hebräischen Universität Jerusalem verwahrt werden.

Eine Schar schwer bewaffneter israelischer Soldaten hatte das Archiv aus dem Institute for Advanced Study, Einsteins Arbeitsstätte in seinen letzten 22 Jahren, während einer Dezembernacht 1981 auf einen Lkw verladen und Stunden später nach Tel Aviv geflogen. Das war Israels vermutlich einziger offizieller Truppeneinsatz auf amerikanischem Boden - um 26 Jahre nach Einsteins Tod ein wenig verspätet seinen letzten Willen zu erfüllen. Sechs Wochen später starb Helen Dukas, Einsteins Privatsekretärin seit Berliner Zeiten, die bis dahin sein Archiv in Princeton verwaltet hatte.

Was jedoch ist jenseits der Gedankenwelt noch geblieben an originalen Spuren, an authentischen Orten?

Es gibt ein paar verstreute Erinnerungsstätten, aber kein wirkliches Albert-Einstein-Museum. Das entspricht Einsteins Wunsch. Der jahrzehntelang von Verehrern, Bittstellern und Wichtigtuern aus der ganzen Welt genervte Mann wollte nicht auch noch posthum zur Wallfahrt dienen; ihm grauste vor einem Einstein-Schrein.

Sein halbes Leben lang war er nach eigenen Worten ohnehin ein "Zigeuner" gewesen - mit festen Adressen zwar, aber, seine Bücher und Papiere ausgenommen, fast ohne bürgerlichen Besitz. In 76 Jahren hatte er 26 zumeist möblierte Wohnungen und spät erst zwei Häuser. Allein in Bern, wo zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Spezielle Relativitätstheorie entstand, ist er zwischen 1902 und 1906 sechsmal umgezogen. Nur an zwei Orten überhaupt hat Albert Einstein länger gelebt: in Berlin, von 1914 bis 1933, und danach, bis zu seinem Tod 1955, in Princeton, der kleinen, feinen Universitätsstadt, eine Zugstunde südlich von New York.
II

Alles begann naturgemäß - mit dem Geburtshaus. Doch von der Adresse Bahnhofstraße 135 B im Jahr 1879 in Ulm ist kein Stein mehr geblieben. Schon im nächsten Jahr zog die Familie nach München, dann nach Italien, und Sohn Albert ging in München und später im Schweizer Aarau zur Schule, studierte am Polytechnikum Zürich, scheiterte zunächst mit einer Dissertation, schlug sich als Hauslehrer durch und heiratete 1903, inzwischen beim Berner Patentamt angestellt, seine erste Frau Mileva. 1904 wurde Hans Albert, der erste von zwei Einstein-Söhnen, geboren.

Über 100 Jahre später freilich kommt man Einstein inmitten der Berner Altstadt noch unverhofft nah.

Kramgasse 49. Unweit des Uhrenturms, des Berner Wahrzeichens, an der Hauptstraße der spätmittelalterlichen Innenstadt steht in der trutzigen Häuserzeile die Nummer 49: vier Geschosse, aber nur je ein Zimmer breit. Solche schmalen Häuser finden sich sonst eher an Kanälen und Grachten. Hier im Einstein-Haus wird an den berühmten Bewohner schon seit 1979, dem Jahr seines 100. Geburtstags, erinnert. Aber von 2005 an, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod, sollte alles noch schöner und originaler werden.

Also hat die Berner Einstein-Gesellsc

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