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An Mitgift ist noch keiner gestorben von Borth, Helmut (eBook)

  • Erschienen: 13.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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An Mitgift ist noch keiner gestorben

Ein Vorkämpfer der Deutschen Einheit zog sich in die Uckermark zurück, genauso wie Hitlers Totenkopfhusar. Eine Kruppsche Villa Hügel findet man hier ebenso wie ein neues Sanssoucci. Friedrich II. Opernintendant und sein Glasmacher fanden in der Torscana des Nordens ihre letzte Ruhe, ebenso wie ein Mitbegründer der Lufthansa oder der Erfinder der Reißzwecke. Geschichte besteht aus Geschichten. Wo immer man in der Uckermark einen Stopp einlegt, sich umsieht und umhört, warten spannende Episoden auf ihre Entdeckung. Das Buch erzählt zwei Dutzend von ihnen. Ohne das letzte Wort haben zu wollen.

1960 in Neubrandenburg geboren, ist Helmut Borth seit 1979 publizistisch tätig. Seit 2008 arbeitet er als freier Journalist und Autor sowie Inhaber bzw. Geschäftsführer von Unternehmen im Wellnessbereich. Von ihm erschienen bisher 19 Bücher, die über Geschichten mit Geschichte mit der regionalen Vergangenheit von Mecklenburg-Strelitz bekannt machen, bzw. besondere Reiseziele in Mecklenburg-Vorpommern präsentieren. Dies ist sein erstes Uckermark-Buch.

Produktinformationen

    Größe: 20084kBytes
    Herausgeber: Books on Demand
    Untertitel: Geschichten mit Geschichte aus der Uckermark
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 160
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783741287718
    Erschienen: 13.09.2016
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An Mitgift ist noch keiner gestorben

Ringenwalde

An Mitgift ist noch keiner gestorben

Wenn nach Goethe nur ein wackerer Mann ein begütertes Mädchen verdient, dürften die von Arnim den von Ahlimbs einiges vorausgehabt haben. Von kleinen Brautschätzen und großen Verschwendern.

D as Wort Mitgift besitzt einen makabren Beigeschmack, obwohl es mit Gift nun überhaupt nichts zu tun hat. Abgeleitet vom mittelhochdeutschen mitegift bedeutet es das Mitgegebene, also das Vermögen in Gütern, Geld oder Hausrat, das eine Braut mit in die Ehe bringt.

Welche Bedeutung diese Aussteuer einst hatte, belegen uckermärkische Flurnamen wie Giftberg im seit 2003 zu Templin gehörenden Dorf Gollin oder Giftbruch in Parmen, Gemeinde Nordwestuckermark.

Darstellung des Einzugs einer Braut mit ihrer Aussteuer in ein Dorf im 19. Jahrhundert

Während bei bäuerlichen Mitgiften über Jahrhunderte ein Teil in Sachwerten und Naturalien bestand, wurden Eheverträge in der Stadt oft nur auf geldlicher Basis ausgehandelt. Prenzlaus Bürgermeister Mathias Kalb gab seiner Tochter bei ihrer Hochzeit mit dem in ziemlich guter Nahrung stehenden Prenzlauer Ratsverwandten Clemens Petran 1574 einen Brautschatz von 200 Gulden mit.

200 Taler betrug die Mitgift von Anna von Holzendorf bei der Hochzeit mit Valentin von Ahlimb auf Ringenwalde 1563. Nur 150 Taler konnte die Familie der Margarete von Hohenstein für das Ja-Wort Hans von Ahlimbs 1573 auf den Tisch legen. Doppelt so hoch fiel die Mitgift bei Ursula Sack und Anna von Steinbeck aus, als sie 1561 bzw. 1563 Wolf von Stülpnagel zu Taschenberg und Balzer von Greiffenberg zu Frauenhagen ehelichten. Noch besser gestellt war Ursula von Bredow, deren Mitgift 1560 Tauend Gulden betrug, als sie Otto von Blankenburg auf Wolfhagen ehelichte.

Die Höhe der Mitgift richtete sich vor allem nach der sozialen Stellung des Bräutigams, wodurch Frauen niederer sozialer Schichten effektiv daran gehindert wurden, in höhere Schichten einzuheiraten, ohne dass es dafür besonderer Verbote bedurfte.

Im Gegensatz zu den verhältnismäßig bescheidenen Brautschätzen der von Ahlimb auf Ringenwalde strahlten die der Arnims. Jeweils 5000 Taler brachten Sophia von der Schulenburg 1573 ihrem Gatten Jobst von Arnim auf Boitzenburg und Gerswalde, Anna Rohr 1577 bei ihrer Hochzeit mit Franz von Arnim auf Briesenbrow bzw. Kunigunde von Kotzen Jobst von Arnim auf Niederladin und Mürow 1591 mit.

Die aus der Altmark stammenden von Arnim saßen auf einem aufsteigenden Ast. Sie wussten Macht und Reichtum zu sichern. Im Gegensatz dazu wurde der Ast der ebenfalls aus der Altmark stammenden Ahlimbs immer brüchiger. 1589 machte die Familie der Stadt Templin Fischereirechte im Lübbe- und Mellensee streitig. Mit den Arnims in Fredenwalde lagen sie in einem jahrelangen Streit um Hütungsrechte, in dessen Zuge sie 1599 einen Überfall der Fredenwalder mit bewehrten und gesammleten Hauffen hinnehmen mussten, bei dem Schweine und Pferde gestohlen wurden. 1607 überfiel Christoph von Ahlimb aus Ungarn kommend in der Frankfurter Heide zwei Juden, tötete einen und raubte 1800 Dukaten. Die Ahlimbs stritten und fochten mit vielen Nachbarn. 1614 sollte ein Gericht Viehschäden schätzen, die den Ringenwaldern während einer ihrer Fehden mit der Familie von Holzendorf auf Dargersdorf entstanden waren. Und dann hinterließ auch der Dreißigjährige Krieg seine Spuren. Noch 1687 lag mehr als die Hälfte der Ringenwalder Feldmark wüst, was dazu führte, dass 1691 der Ahlimbsche Besitz zu den verschuldeten Gütern zählte und sehr stark konkursgefährdet war.

Teil der Aussteuer einer Braut um 1900 beim Einzug in ein Haus mit Dienstboten

Das von einem italienischen Architekten erbaute Schloss der von Ahlimbs brannte 1829 ab und wurde vom ersten von Saldern-Ahlimb ab 1830 wieder aufgebaut.
/d

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