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Chronik der Gemeinde Gülpe Ein kleiner Ort mit bewegter Geschichte von Zacharias, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.04.2017
  • Verlag: Books on Demand
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Chronik der Gemeinde Gülpe

Jahrhundertelang existierte ein kleiner Ort mit knapp über 100 Einwohnern, mitten in Deutschland gelegen, einfach so. Über die Kirchturmspitzensicht hinaus hat niemand bewusst Notiz von Gülpe genommen. Luise Zacharias schreibt dazu in ihrem Buch "Mitten am Rande": "Nach Gülpe führt eine Straße, aber dann ist Schluss. Wer weiter will, muss über die Havel, und da gibt es keine Brücke. In Gülpe sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht". Vor fünf Jahren ist Gülpe als einer der dunkelsten Orte in Deutschland mit dem hellsten Sternenhimmel entdeckt worden. Im Februar 2014 wurde Gülpe quasi zur Hauptstadt im "Sternenpark Westhavelland" erhoben. Das Dorf hat wahrlich keine Geschichte geschrieben, aber Geschichte schreibendes Geschehen ist sehr wohl über Gülpe hinweggefegt. Und genau in diesem Ort haben die Einwohner eine Dorfchronik geführt, die ab dem Jahre 1440 im Original erhalten ist, die, wenn man den Inhalt auf die Waagschale legt, ganz Erstaunliches über das Leben im Herzen des Landes Brandenburg repräsentativ zu berichten weiß. Da ist nichts erfunden, nichts bewusst weggelassen - so war es halt. Als Angestellte im "Rat der Gemeinde" Gülpe hat Luise Zacharias die Chronik wie einen Schatz behütet. In der Zwischenzeit ist die Chronik durch mehrere Hände gegangen und letztendlich bei Dieter Zacharias gelandet. In mühsamer Kleinarbeit hat er viele alte in Sütterlin geschriebene Handschriften in die heute gebräuchliche Schriftform gebracht und die Chronik erweitert. Bei dieser Arbeit haben ihm viele geholfen. Erstmals deutschlandweit in den Blickpunkt getreten ist Gülpe im Jahre 2009 mit der Veröffentlichung des Buches "Mitten am Rande". Hierin beschreibt Luise Zacharias aus ihrer Erinnerung heraus, was im Frühjahr des Jahres 1945 in Gülpe geschah, authentisch und "ohne Wenn und Aber". Sie berichtet von Geschehen, die eine Vielzahl von Facetten beschreiben, die man so komplex und vielschichtig niemals auf diesem Fleckchen Erde am Rande der Welt vermutet. Mit der hiermit vorliegenden Veröffentlichung "Chronik der Gemeinde Gülpe" spannt Dieter Zacharias nunmehr den Bogen über Geschichtsepochen hinweg weiter. Die Chronik zu studieren ist ein Muss für professionelle Geschichtsforscher und ein unbedingt zu empfehlendes Lesen mit echten, teils richtig spannenden "Aha"-Effekten für den geschichtsinteressierten Bürger. Gülpe, 23.02.2017 Dr. Burghard Zacharias Dieter Zacharias, geb. 1948 in Rhinow Studiert an der TH Karl - Marx - Stadt, heute Chemnitz Sektion Technologie der metallverarbeitenden Industrie. Bis zur Rente war er als Fertigungstechnologe im Behälterbau in den verschiedensten Betrieben in Deutschland tätig. Inspiriert durch die Mutter Luise Zacharias - welche das Buch "Mitten am Rande" geschrieben und die Dorfchronik in der Gemeinde Gülpe als Sachbearbeiterin bewacht hat, hat er die Chronik in der nunmehr vorliegenden komplexen Fassung aus der Taufe gehoben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 164
    Erscheinungsdatum: 24.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743136120
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 8330 kBytes
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Chronik der Gemeinde Gülpe

2. Der Gülper See

Der Gülper See (von den Wenden als Pretzinar 2 genannt) wird zum ersten Mal in einer noch erhaltenen Urkunde aus dem 14. Jahrhundert erwähnt.
Lage

Der See liegt ca. 5 km westlich von der Stadt Rhinow. Beschrieben wird der See von Karl Friedrich von Klöden in "Die Quitzows und ihre Zeit" Er schreibt:

"Westlich von Rhinow und der Mühlenburg liegt ein ziemlich großer See von fast einer Meile Länge und fast 1/3 Meile Breite. Er ergießt sich unmittelbar in die Havel und heißt jetzt Gülpsee. Die Mühlenburg, nicht weit von der Mündung des Rhins in den Gülpsee ist ein festes Schloss auf dem Berg mit doppelten Gräben umgeben welche der Rhin speist und den von der Hagen 1445 vom Kurfürst Friedrich II belehnt wurde. Es sei vermerkt, dass man "Mollenburg" weit früher den Hof bei Alt-Rhinow wegen der dicht danebenliegenden Wassermühle nannte. Am südlichen Ufer des Sees liegt Prietzen, wahrscheinlich dasselbe, welches in den Stiftungsbrief des Havelbergers Bischofs vom Jahre 946 Pricipini, in dem Bestätigungsbrief aber Prizipin genannt wird.

Die hohe Jagt im Ländchen Rhinow stand früher dem Fiskus zu. Erst 1772 brachten die von der Hagen, durch Erbpacht, sie in ihren Besitz.
1333 August der 11.

Der Gülper See wird vom Markgraf Ludwig dem Bayern der Gattin des gestrengen Ritters Berthold von Wiltberg im Falle ihres Überlebens zum Leibgedinge verliehen. Nach dem Tode der Frau Jüte fiel der See an die Landesherren zurück. Der See wurde von ihnen zur Fischerei verpachtet.
Das Jahr 1409

Der See gehört Arnold Friesack aus Brandenburg. Er hatte diesen von seinem Vater geerbt. Später übernahmen die Söhne Sigismund und Johannes den See für mehr als 15 Jahre.

Gars von Putlitz nahm den See 1409 illegal in seinen Besitz. Dagegen klagten die Söhne beim Herzog Swantibor. Die Klage war erfolglos.
Das Jahr 1435

Der See wird vom Markgraf Johann dem Bürger Hans Kurde zu Havelberg auf 3 Jahre für 12 Mark Stendal. Währung und gute 12 Rhein. Gulden (zahlbar 2mal jährlich zu Martini 3 und Walpurgis 4 ) übergeben. Gleichzeitig mit der Übergabe des Sees wurde den Kaufleuten und Fischkäufern freies Geleit versprochen.
Das Jahr 1437

Der See zu Pryetzen wird für 9 Jahre an den Bürger Klaus Kzelecke aus Havelberg, zum Preis von 30 Mark Stendal. Pfennig jährlich, verpachtet. Zur Fischerei gehört auch die Gerechtigkeit in der Havel und etlichen zum See gehörigen Landen.
Das Jahr 1472

Eine vom Kurfürsten ausgestellte Urkunde belegt eine 6-jährige Verpachtung des Sees an den Bürger Arnd Fogeler Bürger zu Havelberg. Der Pachtzins war dieses Mal nicht in Geld zu erbringen. Die Hälfte der gefangenen Fische oder deren Wert waren dem kurfürstlichen Vogt zu Tangermünde abzuliefern.

Dieses Pachtverhältnis mit den Havelberger Bürgern bestand bis in die neuere Zeit und wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch Ablösung aufgehoben. Nunmehr ging der See in den Besitz einiger Havelberger Bürger, der so genannten Seeherren, über.
Das Jahr 1884

Der See erzielte bei einer freiwilligen Subhastation 5 einen sagenhaften Gesamtpreis von 65.000 Mark

Der derzeitige Besitzer ist der Fischer Schröder. Sein Wohnsitz ist der Gahlberg bei Strodehne direkt am Ausgang des Sees, dem Rhin.

Der See ist auch heute noch sehr reich an Fischen, besonders an Hechten, Schleien Alants, Plötzen und Aalen. Außerdem wird er von ungeheuren Scharen wilder Enten, Lietzen, und anderen Wasservögel bevölkert. Das treffliche Moor, das hauptsächlich an der Strodehner Seite wächst, die zahllosen Binsen, die sich immer weiter ausbreiten und zur Fabrikation von Flaschenhülsen verwendet werden, gewähren jahraus, jahrein einen ziemlich bedeutenden Ertrag.
2.1 Geschützte Gebiete

Die Gemarkung Gülpe ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes "Westhavelland", welch

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