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Untersuchungen zum Siedlungswesen der Treverer von Bost, Christina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
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Untersuchungen zum Siedlungswesen der Treverer

Der keltische Stammesverbund der Treverer siedelte im Gebiet von Hunsrück, Eifel und Vogesen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, auf der Grundlage von Schriftquellen, insbesondere Gaius Iulius Caesars Commentarii de bello gallico, archäologischem Fundmaterial sowie Erkenntnissen aus Nachbarwissenschaften mittels eines wirtschaftsgeschichtlichen Ansatzes, der die Bereiche Landwirtschaft, Handel und Handwerk beleuchtet, ein Gesamtbild der Wirtschaft im Kulturraum der Treverer im 1. Jh. v. Chr., der Zeit des römischen Ausgreifens nach Gallien, zu entwerfen. Die Autorin fragt nach den Strukturen der treverischen Wirtschaft, möglichen Schwerpunkten und regionalen Ausdifferenzierungen. Zu Beginn der Thesis wird die Ereignisgeschichte der Treverer kurz skizziert. Anschließend konzentriert sich das Untersuchungsfeld auf drei Fallbeispiele: 1. den Titelberg in Luxemburg, der den mit dem römischen Terminus oppida bezeichneten protourbanen Großsiedlungen zugeordnet werden kann, 2. Das von 400 v. bis 400 n. Chr. belegte Gräberfeld Wederath/Belginum im ländlichen Siedlungsraum des Hunsrück, 3. Den Ringwall von Otzenhausen, eine befestigte Anlage im nördlichen Saarland, kleiner als die oppida. Die aus den Untersuchungen resultierenden Folgerungen zur wirtschaftlichen Aktivität der Treverer werden im Zwischenfazit eines jeden Fallbeispiels und abschließend in den Schlussbetrachtungen zusammengefasst. Christina Bost, B.A., wurde 1970 in Neunkirchen/Saar geboren. Ihr Studium der Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Geschichte an der FernUniversität in Hagen schloss die Autorin im Jahre 2014 mit dem akademischen Grad 'Bachelor of Arts' erfolgreich ab. Fa

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 61
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958205741
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 782 kBytes
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Untersuchungen zum Siedlungswesen der Treverer

Textprobe: Kapitel 3, Das Untersuchungsfeld: 3.1, Der Titelberg in Luxemburg: Im Südwesten des heutigen Großherzogtums Luxemburg zwischen den Gemeinden Pétange, Differdange nahe der Ortschaft Lamadelaine liegt der Titelberg. Sein etwa 50 Hektar großes Hochplateau überragt mit seinen 130 Metern steil abfallenden Hängen das Tal der Chiers, eines Nebenflusses der Maas. Die Region gehört zum Lothringischen Schichtstufenland. Die muschelkalk-, sandstein-, ton- und insbesondere ergiebigen eisenerzführenden Schichten als auch die weitläufigen fruchtbaren Böden des Luxemburger Gutlandes boten dem Menschen seit jeher beste Voraussetzungen. Zahlreiche Bodenfunde belegen eine Besiedlung des Hochplateaus seit der Späthallstatt- und Frühlatènezeit, um 600 v. Chr. Im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt errichtete hier der keltische Stamm der Treverer eine befestigte Großsiedlung, ein 43 Hektar großes, von einer mächtigen 2700 Meter langen Wallanlage umschlossenes Areal, auf dem sich ein wirtschaftliches und politisches Zentrum der Treverer entwickelte - die Forschung hat hierfür den Begriff oppidum übernommen. Im Zusammenhang mit der Neuorganisation der Provinzen und dem Ausbau der Fernstraßen in augusteischer Zeit, der Gründung der neuen römischen Stadt Augusta Treverorum um 16 v.Chr. und einem gesteigerten Import mediterraner Luxusgüter und Gebrauchsgegenstände verlor das Oppidum auf dem Titelberg seine wirtschaftliche Bedeutung und schrumpfte zu einem provinzialrömischen vicus, der nach Germanenüberfällen im 3. Jh. n. Chr. wiederaufgebaut und im 5. Jahrhundert endgültig aufgegeben wurde. 3.1.1, Fundsituation und Quellenlage: Von der Blütezeit des Oppidums zeugt die Befestigungsanlage, bestehend aus Haupt- und Randwall, welche heute zu einem immer noch imposanten, bis zu 10 Meter hohen Erdwall verfallen ist. Die Plünderung der Mauern und Straßen als kostenloses Baumaterial im 18. Jahrhundert und der Abbau von Eisenerzen seit Mitte des 19. Jahrhunderts führte jedoch zu tiefgreifenden Veränderungen der natürlichen Topographie und der archäologischen Ausgangssituation. Die Bodenstruktur wurde zudem durch Stolleneinbrüche, die hierdurch verursachten Rutschungen und die landwirtschaftlicher Nutzung der Innenfläche verändert. Die Eingriffe von Bergbau und Ackerbau, die eine Erforschung der gesamten Innenfläche des Oppidums zunichtemachen, führten durch die Vermischung keltischer und römischer Siedlungsschichten zu Zweitlagerungen von Fundstücken und somit zur Zerstörung von Fundzusammenhängen, was eine genaue Datierung des Fundmaterials erschwert. Ebenso erschwert die kaiserzeitliche Überbauung des späteren Vicus die Erforschung der keltischen Siedlungsschichten. Nach ersten Freilegungen von Grabanlagen und einer kaiserzeitlichen Badeanlage am Ende des 19. Jahrhunderts ließen eine große Anzahl keltischer Fundmünzen auf den Stellenwert dieser Höhensiedlung in vorrömischer Zeit schließen. Die ersten wissenschaftlich geführten Ausgrabungen begannen Anfang des 20.Jahrhunderts. Grabungen am Wall lassen mehrere Bauperioden erkennen: die ersten drei Wallkonstruktionen aus der Spätlatènezeit wurden jeweils durch Feuer zerstört, in der vierten Phase begegnen wir der Bauweise des murus gallicus, wie sie uns von Caesar geschildert wird , diese Befestigung verfiel, ebenso die neuerrichtete Wallanlage in nachcaesarischer Zeit. In spätkeltischer Zeit (Latène D2) dürfte die Siedlung mit etwa 30 Hektar ihre größte Ausdehnung erreicht haben, die Randbereiche zum Wall blieben unbebaut. Das Osttor wurde mit dem Westtor durch eine zentrale Straße verbunden, an die sich beiderseitig Siedlungsstrukturen in Form rechtwinklig zur Hauptstraße ausgerichteter Hausgrundrisse anschlossen. Im östlichen Bereich des Oppidums wurde mithilfe von Luftbildern und geophysikalischen Vermessungen ein Graben entdeckt, der ein circa 10 Hektar großes Areal umschloss. Zahlreiche Knochenfunde von Tieren, Münzen, Keramiksc

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