text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Ende des Römischen Reiches! von Peschke, Hans-Peter von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2013
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Ende des Römischen Reiches!

Das Römische Reich, einst Herrscher der Welt und Träger einer großartigen Kultur - doch letztlich wurde es mit einem schnöden formalen Akt abgeschafft. Aus damaliger Sicht kaum mehr als eine Randbemerkung der Weltgeschichte: Der Offizier Odoaker, Sohn eines Hunnen und einer Germanin, setzt am 28. August 476 den letzten römischen Kaiser ab und lässt sich zum König von Italien ausrufen. Diesen bedeutungslosen Jungen mit dem Spottnamen Augustulus, das Kaiserchen, zu töten, hält der Rebell gar nicht mehr für nötig, so ungefährlich schien er ihm. Es ist der letzte Schritt eines langen Untergangs. Für spätere Generationen markiert dieser Tag das Ende der Antike. Die Menschen tauschen wieder wie vor Jahrhunderten ihre Waren, vergessen technische Errungenschaften. Lange, düstere Jahrhunderte brechen an. Manchmal verändern wenige Minuten, eine einzige Entscheidung, ein kurzer Impuls oder ein perfekter Plan den Lauf der Geschichte. Die Eilmeldungen der Nachrichtenagenturen überschlagen sich - sofern Ticker und Korrespondenten schon erfunden sind. Für so entscheidende Ereignisse hätte jeder Fernsehsender sein Programm unterbrochen. Die Reihe "Wendepunkte der Geschichte" greift diese Höhepunkte heraus und bettet sie in ihren Zusammenhang ein: Was waren die Hintergründe, wer die Strippenzieher? Wie ist es zu dem Ereignis gekommen und wie wirkte es sich aus? Mit einem szenischen Einstieg, unterhaltsamen Texten, Karten, Hintergrundinformationen und Schaubildern gehen die Bände den historischen Ereignissen auf den Grund. Der journalistische Stil spricht vor allem ein jüngeres Publikum an. Hans-Peter von Peschke studierte in Erlangen Geschichte, Gesellschaftswissenschaften und Pädagogik. Der promovierte Historiker war u.a. für den Bayerischen Rundfunk und das Schweizer Radio tätig. Für seine Arbeit als Journalist und Publizist erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen, so den Schweizerischen Journalistenpreis und den Radiopreis der Berner Stiftung für Radio und Fernsehen. Von Peschke ist Autor zahlreicher Bücher.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806226577
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 1601 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Ende des Römischen Reiches!

+++ Ein Kindkaiser wird abgesetzt +++

Für die Menschen des Imperiums ist es eigentlich ein ganz normaler Tag. In Rom diskutiert man über das Wagenrennen und die steigenden Getreidepreise. In Konstantinopel ist man froh über das Ende des Bürgerkriegs und sieht den nächsten Intrigen am Kaiserhof gelassen entgegen. Und in Ravenna, der Hauptstadt des Westens, erwartet man die Absetzung des alten und die Ausrufung eines neuen Kaisers. Auch das ist nichts Ungewöhnliches am 4. September im Jahre 1229 nach der Gründung Roms.
4. September 1229 ab urbe condita - 4. September 476 nach Christus

Ravenna, 8 Uhr

Ein Kind hat Angst. Sein Vater ist tot, und jetzt hat auch sein Onkel die letzte Schlacht und sein Leben verloren. Verloren und einsam fühlt er sich in dem riesigen Palast in Ravenna, wo an diesem Morgen selbst die Sklaven versuchen, ihm aus dem Weg zu gehen. Obwohl er doch zumindest dem Namen nach ihr Herr ist, der Herrscher über die fünfzig Millionen Menschen des größten, wenn auch bröckelnden Reiches der Welt, des Imperium Romanum. Romulus haben ihn seine Eltern genannt nach einem der legendären Gründer des ewigen Rom und ihm zur Erinnerung an den ersten großen Kaiser den Namen Augustus gegeben. Oft genug haben ihn die Hofbeamten hinter seinem Rücken Augustulus, Kaiserlein, genannt - die Männer seiner germanischen Leibwache rufen ihn in gutmütigem Spott ganz offen so. Aber das kümmert ihn im Moment nicht, er hat jetzt nur noch Angst. Ist er, obgleich Marionette in den Händen seiner Familie und Kind, einer der römischen Kaiser, die mit dem Schwert entthront werden wie so viele in diesem Jahrhundert?
Konstantinopel, 8 Uhr

An diesem Morgen betet Zeno, Kaiser des Ostens, in der Hagia Eirene, der dem Heiligen Frieden gewidmeten mächtigen Basilika. Er bittet vor allem um inneren Frieden, den er so sehr vermisst hat. Ist er doch gerade aus einem zwanzigmonatigen Exil in Syrien nach Konstantinopel heimgekehrt. Er konnte die Stadt ohne Gegenwehr einnehmen - praktisch alle dem Usurpator Basiliskos verbliebenen Militärs und Beamten waren zu ihm übergelaufen. Dieser elende Versager, denkt er, durch ihn hat er die größte Niederlage seiner Herrschaft erlitten. Mit einem großen Heer hatte er Basiliskos nach Afrika geschickt, aber wegen seiner Überheblichkeit hat dieser den Feldzug gegen die Vandalen verloren. Wie wichtig wäre die Rückeroberung der afrikanischen Provinzen gewesen, denn ohne die Steuern und das Getreide aus Afrika ist Rom verloren, zumindest Westrom.

Als er aufsteht, sieht er in seinem Gefolge den Goten Theoderich, Anführer der Amaler. Zeno kennt ihn schon lange, war er doch jahrelang als Geisel am Hof in Konstantinopel. Ohne ihn und seine Kämpfer, das weiß der Kaiser, hätte er den Thron so schnell nicht zurückgewonnen. Ganz offiziell hat er ihn zu seinem "Waffensohn" ernannt. Auch wenn ihm die Abhängigkeit von dem jungen Gotenfürsten zu schaffen macht, er braucht ihn noch, zunächst einmal gegen dessen eigenes Volk. Wenn er gegen den Namensvetter Theoderich Strabo zieht, ebenfalls einen Goten, der den aufständischen Basiliskos unterstützt hat, will er "seinen" Theoderich sogar zum obersten Heermeister ernennen. Aber dann sollte man ihn loswerden, vielleicht nach Westen ablenken ...
Rom, 9 Uhr

Die Ewige Stadt erwacht wie immer in diesen Monaten in brütender Hitze. Die meisten vornehmen Familien sind trotzdem von ihren Landgütern in die Sicherheit ihrer Stadtvillen zurückgekehrt - eine Vorsichtsmaßnahme, denn wieder einmal scheinen Unruhen nicht ausgeschlossen. Marodierende Soldaten, die seit Monaten ihren Sold nicht erhalten haben, haben einige Güter an der Ostküste geplündert. Heermeister Orestes und sein Bruder Paulus - beide aus guten römischen Familien - sind von den meuternden Legionären unter dem Barbaren Odoaker erschlagen worden. Und Romulus Augustulus, das Kind auf dem Kaiserthron, wird de

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen