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Die Antike und das Meer von Schulz, Raimund (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2011
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Die Antike und das Meer

Die antike Kultur war eine Küstenkultur und seit jeher vom Kampf mit dem Meer geprägt. Die Seefahrt ermöglichte die Ausbreitung städtischer Zivilisation. Krieg auf dem Meer verhalf der Athener Demokratie zum Durchbruch. Die Eroberung des Meeres war eine Voraussetzung für die Entstehung des römischen Weltreichs, ermöglichte die Vereinheitlichung der griechisch-römischen Zivilisation und die Ausbreitung des Christentums. Die Suche nach Ruhm und Reichtum bewog schließlich mediterrane Seefahrer, sich in die Ozeane vorzuwagen und bereits über 1000 Jahre vor Kolumbus eine Fahrt nach Indien zu erwägen. Raimund Schulz beschreibt die Antriebskräfte, die Griechen und Römer immer wieder aufs Meer zogen, und räumt mit zahlreichen Legenden und Vorurteilen wie der von der angeblichen Seefeindlichkeit der Römer auf; er schildert die wesentlichen Etappen der 'Eroberung' des Meeres und berücksichtigt dabei besonders die Welt der Abenteurer, Söldner und Außenseiter, die auf dem Meer zuhause waren. Erstmals ausführlich analysiert werden die Auswirkungen maritimer Expansion auf die Mentalität, Kultur, Philosophie und Wirtschaft der griechischen und römischen Zivilisation. Erst dadurch wird die Antike als ein wesentlicher und bis heute wirksamer Bestandteil der europäisch-atlantischen Welt verständlich. Raimund Schulz, geb. 1962, ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Bielefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896789693
    Verlag: Primus
    Größe: 1246 kBytes
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Die Antike und das Meer

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Einleitung

Die antike Kultur war eine Küstenkultur und vom Kampf mit dem Meer geprägt. Großräumige Seefahrt ermöglichte und begleitete die Ausbildung und Ausbreitung städtischer Zivilisation. Krieg auf dem Meer verhalf der Athener Demokratie zum Durchbruch. Die Eroberung des Meeres war Voraussetzung für die römische Weltreichsbildung, erleichterte die Vereinheitlichung der griechisch-römischen Zivilisation und die Ausbreitung des Christentums. Und die Seefahrt trug entscheidend dazu bei, dass der Mensch des Mittelmeeres sich bereits in der Antike bis nach Skandinavien im Norden und nach Indien und China im Osten wagte. Kein chinesischer Seefahrer ist dagegen jemals bis ins Mittelmeer vorgestoßen!

Das Verhältnis der Antike zum Meer ist somit ein Thema von großer historischer Bedeutung. Dennoch existiert bisher keine Gesamtdarstellung, welche die Bedeutung des Meeres für die politische, wirtschaftliche sowie kulturelle und mentalitätsgeschichtliche Entwicklung der Antike zu erfassen sucht. Vielmehr widmen sich entsprechende Arbeiten bislang eher Schwerpunkten und Spezialthemen. 1

Eine Kenntnis der technischen, geographischen und nautischen Bedingungen antiker Seefahrt ist unumgänglich für das Verständnis der Formen und Möglichkeiten, in denen sich der Mensch dem Meer näherte und es zu erobern trachtete; selbstverständlich muss man die natürlichen und sozialen Rahmenbedingungen kennen, innerhalb derer sich Seefahrt abspielte. Doch bleiben diese Kenntnisse unergiebig, wenn man sie nicht über einen längeren historischen Zeitraum mit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen verknüpft und in einen übergreifenden Erklärungszusammenhang integriert. Langfristige Entwicklungen, Konstanten und Konjunkturen und die sie auslösenden Faktoren lassen sich nur in einer Zusammenschau verschiedener Bereiche und durch die Kombination makro- und mikrohistorischer Analyse erfassen und deuten. Das ist das Ziel dieses Buches.

Herrschaft über das Meer

Unbestritten kommt dabei dem Seekrieg und dem Streben nach Seeherrschaft eine große Bedeutung zu, schon weil die antike Überlieferung sich spätestens seit Thukydides auf diesen Bereich konzentriert hat. Seeherrschaft besaß ferner ein immenses ideologisches Potenzial: Kriegsschiffe waren auch Prestigeobjekte; die Gründung von Kolonien machte den Initiator unsterblich, und Siege zur See verschafften beträchtliches Renommée. Doch was heißt Seeherrschaft (Thalassokratie) eigentlich?

Jede Analyse des antiken Phänomens wird von Thukydides ausgehen müssen, der in der Archäologie seines Werkes das Streben nach Reichtum und Seeherrschaft zum Strukturprinzip der griechischen Geschichte bis in seine Zeit erhoben hat. 2 Die wichtigste Voraussetzung für Seeherrschaft ist nach Thukydides die Existenz einer Kriegsflotte. Zweitens setzt das Streben nach Seeherrschaft ein geographisch-maritimes Raumkonzept voraus: Minos gewann die Herrschaft über den größten Teil der Ägäis, die Ionier beherrschten das Ionische Meer. Zur Sicherung ihres Einflusses haben alle "Seeherrscher" Stützpunkte angelegt und Inselketten besetzt sowie gegen die Piraterie gekämpft. Schließlich kontrollierten sie maritime Handelsrouten, um der eigenen Polis Wohlstand und Macht zu sichern - noch Cicero zählt die Sicherheit des cursus maritimi zu den wesentlichen Bestandteilen der Seeherrschaft des Pompeius. 3 Aus der Summe der Kontrolle linearer Routen ergab sich das Konzept flächendeckender Hegemonie. Es gibt wenige Gründe, die dagegen sprechen, dieses Konzept als heuristisches Prinzip beizubehalten.

Handel zur See

Die unbestrittene und in jüngsten Veröffentlichungen wieder hervorgehobene Bedeutung mediterraner Seerouten 4 führt zu einem zweiten bedeutsamen Phänomen, nämlich dem Handel über See. Von ihm ein

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