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Kaiser von morgens bis abends Ein Tag an der Spitze des Römischen Reichs von Fündling, Jörg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2014
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Kaiser von morgens bis abends

Über den Alltag der alten Römer ist schon viel geschrieben worden. Aber hatte Roms erster Mann überhaupt so etwas wie einen Alltag? Jörg Fündling begleitet einen Tag im Leben eines römischen Kaisers (zwischen 27 vor und 235 n. Chr.), angefüllt mit alltäglichen und außergewöhlichen Terminen und Ereignissen. Der Tag beginnt mit dem Morgenritual. Fündling beschreibt das Opfer an die Hausgötter und die Frühstücksgewohnheiten, wirft einen Blick auf die wartende kaiserliche Familie und bietet eine allgemeine Skizze des ?Biotops? Kaiserpalast. Es folgen die zahlreichen Termine, die ein Kaiser wahrzunehmen hatte. Erst die Mittagsruhe bietet Gelegenheit für eine kurze Auszeit. Die Hauptmahlzeit des Tages gibt es am Abend, praktisch nie im kleinsten Kreis, häufig als ?Staatsbankett? im Palast. Schläft der Kaiser jemals allein? Das kaiserliche Eheleben wird ebenso beleuchtet wie späte Unterhaltungen bei Wein und Würfeln.

Jörg Fündling, geb. 1970, Dr. phil, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 01.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863126322
    Verlag: Primus
    Serie: Geschichte erzählt Bd.19
    Größe: 976 kBytes
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Kaiser von morgens bis abends

Tagesanbruch
Lever auf dem Palatin

E r wacht allein auf - praktisch allein. Natürlich zählt das Personal nicht mit. Ein paar Schritte von ihm, im Vorzimmer, haben seine Kammerdiener darauf gewartet, benötigt zu werden, weitere sind in Hörweite und ebenso die Wache. Er hat sich wecken lassen; sinnlos, Zeit zu verschwenden; zwar wird er meistens von selber wach, aber man weiß nie. 1

Noch ist es dunkel; das kennt er nicht anders. Über Mittag wird er vermutlich dazu kommen, etwas Schlaf nachzuholen, wenn er muss - und falls er vorher zügig durch den Zeitplan gekommen ist. Leider hängt das nicht an ihm allein. Was wird heute wohl an Briefen eingehen? Wie viele neue Anfragen und Gesuche?

Von letzter Woche sind noch zwei, drei Gesandtschaften übrig, die er zwischen die anderen schieben muss ... das geplante Edikt ... das Konzept zur Senatsrede, einige treffend formulierte Stellen braucht er noch. Und das Essen am Abend. Er freut sich schon darauf und fürchtet es trotzdem - wie lang die paar Stunden manchmal werden können! Egal, mit den meisten Freunden muss er sowieso sprechen, Capito hat eine unterhaltsame Ader, auf ihn lässt sich rechnen - und man selbst ist zwar nicht mehr ganz jung, aber man hält sich ermutigend frisch. Soll der Abend nur kommen! Doch das Ziel ist noch weit; die Reise beginnt ja erst.

Kritische Selbstbetrachtung

Morgens zuerst sich sagen: Begegnen werde ich einem Wichtigtuer, einem Undankbaren, einem Frechling, einem Hinterlistigen, einem Verleumder, einem Egoisten.

MARC AUREL, Selbstbetrachtungen 2,1,1.

Vor der Tür wird es lauter. Das kaiserliche Schlafzimmer - wir können es in den Grundrissen der Paläste nicht genau identifizieren, aber mit Sicherheit ist es kein riesiger Paraderaum wie in einem Barockschloss - bleibt je nach Geschmack des Bewohners nicht ganz privat. In den cubicula großer römischer Häuser empfängt der Hausherr tagsüber wichtigen Besuch, und auch mancher Kaiser lässt seine engsten Freunde schon an sich heran, während er noch im Bett liegt.

Das Aufstehen ist kein großes Zeremoniell wie in der Frühen Neuzeit, sondern bloße Notwendigkeit; man wäscht sich kurz das Gesicht, man wechselt die Tunika - oder lässt die am Leib, in der man geschlafen hat, und zieht vielleicht noch eine weniger zerknitterte darüber. 2

Die römische Zeitrechnung

Der Tag in Rom, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gemessen, bestand aus zwölf ,elastischen' Stunden, deren Länge sich im Winter bis auf ca. 45 Minuten nach unserem Maß verkürzte, im Sommer auf 75 Minuten ausdehnte. Die modischen - und teuren - Wasseruhren waren mit der Sonnenzeit kaum zu synchronisieren; bei Verabredungen außer Haus gehörten längere Wartezeiten mit dazu.

In Rom ist es die Stunde der Barbiere, der tonsores , Leute mit sicherer Hand "wie Neros Thalamus es war, dem der Bart eines Drusus zum Opfer fiel", und mit flinker Zunge. Schade, dass sie ihre Zeit brauchen, wenn sie einen nicht verstümmeln sollen. Der Sklave, der das Messer an Caesars Kehle setzen darf, ist besonders behutsam, also auch besonders langsam, und flüstert ihm vielleicht ein paar Wünsche seiner Bekannten (und zahlender Bittsteller, die sich auskennen) zu, aber eher Nachrichten und Gerüchte; sein Kunde macht sich, wenn er dabei stillhalten kann, vielleicht ein paar Notizen auf eine Schreibtafel. Ein Dummkopf, wer's nicht gern hört; mit der Dienstpost kommen solche Details jedenfalls nicht. 3 Gestern waren seine Augen etwas rot, schien ihm, doch die Salbe - Florus' Kollyrium hat Asklepiodoros sie genannt, und sie habe seinerzeit Claudius' Mutter sogar vor der Blindheit bewahrt - hat angeschlagen, und es brennt nicht mehr. 4 (Wozu hat man einen Palast voller Ärzte. Solange sie nur untereinander keinen Krieg anfangen). Wenn die medizini

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