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Runen Geschichte - Gebrauch - Bedeutung von Krause, Arnulf (eBook)

  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Runen

Die germanischen Schriftzeichen der Runen umgab seit jeher ein Schleier des Geheimnisvollen. Diese Aura verstärkte der englische Fantasy-Autor J. R. R. Tolkien, indem die Fabelwesen seiner Mittelerde-Welt Runen als rätselhafte Symbole verwenden. Seine Romane und deren Verfilmungen haben so das Interesse an germanischer Kultur und Geschichte rapide verstärkt. Grund genug, erstmals ein wissenschaftlich fundiertes und verständliches Sachbuch über Runen vorzulegen. Arnulf Krause präsentiert in diesem marixwissen-Band eine unterhaltsame Geschichte der Schrift seit ihrem frühesten Auftreten und eine leicht einsichtige Einführung in ihren Gebrauch. Er zeichnet ihre Verwendung, wie z. B. bei den berühmten Runensteinen der Wikinger, nach und verfolgt ihre Renaissance in der Neuzeit. Kritisch setzt er sich mit dem völkischen und nationalsozialistischem Missbrauch auseinander, der den Schriftzeichen in Deutschland den Ruf rechtsextremer Attribute einbrachte - während sie in Skandinavien immer als authentisches Erbe angesehen wurden. Arnulf Krause promovierte 1989 in Germanistik und Skandinavistik und ist Honorarprofessor für Ältere Germanistik und Skandinavische Sprache und Literatur an der Universität Bonn sowie Lehrbeauftragter an der Universität Köln. Als Übersetzer der Edda und Autor zahlreicher Sachbücher ist er Experte für die Geschichte der Germanen, Wikinger und Kelten sowie der Mythologie und Heldensage.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843805438
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 2876 kBytes
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Runen

1. RUNEN HEUTE

RUNEN IN DER LITERATUR UND EINE KURZE EINFÜHRUNG

Mondrunen und andere Runenrätsel

Mai 1863 in Hamburg: Der stadtbekannte Professor Otto Lidenbrock, als Mineraloge und Geologe unter Gelehrten und Kollegen hochgeachtet, stürzt überhastet in sein altes Haus in der Königstraße 19, wo er von Haushälterin Marthe und seinem Neffen Axel mit Bangen erwartet wird. Schließlich gilt der Hausherr als cholerisch-rastloser Pedant, der mit seinem umtriebigen Wesen alle und jeden schikaniert. Diesmal entpuppt er sich als polyglotter Literaturkenner, der in einem Antiquariat ein altes Manuskript aufgetan hat. Es stammt von der Hand des isländischen Gelehrten Snorri Sturluson und enthält dessen Geschichte der norwegischen Könige. Nun, viele Leserinnen und Leser werden den Fortgang kennen; denn es handelt sich bei der beschriebenen Szene natürlich um den Beginn von Jules Vernes (1828-1905) berühmtem Roman Reise zum Mittelpunkt der Erde (Voyage au centre de la terre) , der 1864 in Paris erschien. Darin steht keine technisch-utopische Innovation des 19. Jahrhunderts im Mittelpunkt der Handlung, etwa die Fahrt in einem Unterseeboot durch die Weltmeere oder ein Raketenflug zum Mond, sondern eine Expedition geradezu aberwitziger Ausmaße - eben die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Den Professor und den Ich-Erzähler Axel treibt es über Kopenhagen bis ins ferne Island im Nordatlantik. Dort lassen sie sich von dem stoischen Eiderjäger Hans zum Gletscher des Snæfellsjökull führen, einen derzeit und seinerzeit inaktiven Vulkan, in dessen Krater die drei Reisenden hinabsteigen. Der weitere Weg ist aus Roman und zahlreichen Verfilmungen hinlänglich bekannt: Er führt in die Tiefen unseres Planeten, durch Höhlenschlünde, vorzeitliche Meere und Magmaströme - bis die beiden Hamburger und der Isländer mehr oder weniger wohlbehalten vom Stromboli auf Sizilien wieder "ausgespuckt" werden. Diese abenteuerliche Romanreise würde hier nicht weiter interessieren, spielten Runenzeichen zu Beginn der Handlung nicht eine bedeutende Rolle. Denn Professor Lidenbrock schleppt ein Manuskript nach Hause, das vollständig in Runen(text) geschrieben ist. Nebenbei bemerkt: In der Tat sind mittelalterliche Runenmanuskripte erhalten geblieben, aber von Snorri Sturluson hat sich derartiges nicht gefunden, bediente sich der isländische Politiker und Gelehrte (1179-1241) doch des lateinischen Alphabets. Solch historische Fehler ändern natürlich nichts an der Qualität des Verne'schen Romans. Zudem ist es nicht Snorris Manuskript, das die Handlung ins Rollen bringt, sondern ein Pergamentzettel des Alchemisten Arne Saknussemm aus dem 16. Jahrhundert. Diese Figur hat Jules Verne übrigens erfunden. Unrealistisch ist sie nicht, denn die skandinavischen Gelehrten dieser Zeit beherrschten sehr wohl die Runenschrift und waren an ihr als antiquarischer Besonderheit brennend interessiert. Arne jedenfalls verfasste seine Mitteilung nicht nur in Runen, sondern auch noch in einer Geheimschrift. Axel bleibt es vorbehalten, deren Sinn - zu seinem Schrecken - zu entschlüsseln. Danach weist nämlich der isländische Alchemist den Eingang zur "Reise zum Mittelpunkt der Erde" eben in den Krater des Snæfellsjökull an einem ganz bestimmten Zeitpunkt des Jahres. Und dort unten stoßen die Reisenden in der Tat auf weitere Runenzeichen Arne Saknussems. Dem französischen Romancier, der dem technischen Fortschritt aufgeklärt und offen gegenüberstand, dienen die alten Runenzeichen als Medium des Geheimnisvollen und Rätselhaften - das sich aber mit Vernunft entschlüsseln lässt.

Bei dem englischen Altertumsforscher und Schriftsteller Montague Rhodes James (1862-1936) sieht das schon ein wenig anders aus. Der Kenner mittelalterlicher Manuskripte - deren Katalogisierung an den Universitäten von Cambridge und Oxford gehört zu seinen wissenschaftlichen Verdiensten - schrieb für sein Leben gern G

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