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Warum die Arche nie gefunden wird Biblische Geschichten archäologisch entschlüsselt von Cline, Eric H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2016
  • Verlag: wbg Theiss
eBook (ePUB)
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Warum die Arche nie gefunden wird

Immer wieder verbreiten selbsternannte Bibelkenner Sensationelles: Da hat man die Arche Noah am Berg Ararat entdeckt, die verlorene Bundeslade wiedergefunden oder den üppigen Garten Eden aufgespürt - alles auch ohne archäologischen oder geologischen Beweis. In seinem preisgekrönten Buch räumt Eric Cline nun auf mit solchem Halbwissen: Der mehrfach ausgezeichnete Archäologe und Bestsellerautor veranschaulicht auf der Basis von soliden archäologischen und historischen Erkenntnissen, was hinter den bekanntesten biblischen Geschichten steckt. Eine ebenso profunde wie provokative Spurensuche! Eric H. Cline war mit '1177 v. Chr.' bereits für den Pulitzer-Preis vorgeschlagen und hat mit seinem Werk den ersten Preis der American School of Oriental Research gewonnen. Cline ist Professor für Klassik und Anthropologie und Direktor des Archäologischen Instituts an der George Washington Universität.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 01.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806234206
    Verlag: wbg Theiss
    Originaltitel: From Eden to Exile
    Größe: 11036 kBytes
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Warum die Arche nie gefunden wird

E INFÜHRUNG

"Die größte Herausforderung für jeden, der ein biblisches Rätsel "lösen" möchte, ist, dass in der Bibel Historisches, Theologisches, Mystisches und Belegbares ineinander verflochten sind - oft in einem Satz."

Molly Dewsnap Meinhardt, Biblical Archaeological Society 1

Die Bibel steckt voller Geheimnisse. Einige lassen sich nicht erklären und bleiben Geheimnisse oder gar Wunder - vorläufig, wenn nicht für immer. Andere Rätsel kann man vor historischem und archäologischem Hintergrund diskutieren. Manche davon, etwa der Garten Eden, die Arche Noah, Sodom und Gomorra, Mose und der Exodus, Josua und die Schlacht um Jericho, die Bundeslade und die Zehn Verlorenen Stämme, stoßen auf großes Interesse. Auf diese sieben wollen wir uns hier konzentrieren.

Während der Recherchen zu diesem Buch war ich verblüfft und, ehrlich gesagt, entsetzt über das Ausmaß an pseudowissenschaftlichem Unsinn, der zu diesen Themen geschrieben worden ist, vor allem im Internet, aber auch in Büchern. Der größte Teil dieser Arbeiten stammt nicht von professionellen Gelehrten, sondern eher von schwärmerischen Laien. Einige von ihnen werden wir in den folgenden Kapiteln kennenlernen. Sie haben sich ihr Wissen meist selbst anstudiert, forschen in eigenem Auftrag, veröffentlichen oft nur oder vorwiegend im Internet und arbeiten außerhalb der akademischen Welt. Daher gelten für sie nicht die an Universitäten und anderen Institutionen höherer Bildung üblichen Regeln bezüglich Sorgfalt, gegenseitiger Begutachtung und Prüfung. Oft erfüllen ihre Arbeiten alle Kriterien sogenannter "Junk Science" (Minderwissenschaft), insbesondere wenn sie, um Ron W. Pritchett zu zitieren, "eine Sache befürworten, wenig Augenmerk auf den investigativen Prozess richten, widersprüchliche Belege ignorieren und für ein erhabenes moralisches Ziel werben". 2

Solche Schwärmer genießen häufig große öffentliche Aufmerksamkeit, weil sie meist unterhaltsam und leidenschaftlich sind. Und leider sticht eine gute, aber abwegige Geschichte im Zweifelsfall gute, aber langweilige Daten immer aus: Der Laie mag komplett daneben liegen, er oder sie ist aber meistens ein charismatischer Erzähler, der sich eine schöne Geschichte von Fakten nicht verderben lässt. Daher finden solche Publikationen regelmäßig größeren Anklang als die detailliertere und oft staubtrockene Arbeit von Archäologen, Althistorikern und Bibelkundlern. Im Fernsehen und anderen Medien sehen sich echte Gelehrte nicht selten auf die Rolle bloßer Kommentatoren und "quasselnder Moguln des Negativismus" zurückgestutzt, um den ehemaligen US-Vizepräsidenten Spiro Agnew und seinen Redenschreiber William Safire in anderem Zusammenhang zu zitieren. 3 Solche Experten kommen regelmäßig als Spielverderber rüber - als "verweichlichter Trupp vorlauter Wichtigtuer" -, die den aufregenden Unfug jener anfechten, die keine ordentliche Ausbildung in Geschichte oder Archäologie vorzuweisen haben und, wie sie sagen, sich mit dem Establishment anlegen.

Das heißt nicht, dass die Arbeit dieser Laien generell fehlerhaft und wertlos ist. Manche von ihnen verfügen über gute Belege und logische Anhaltspunkte, aus denen sie dann aber falsche oder irrige Schlüsse ziehen. Bisweilen machen sie den Fehler, bei ihren Untersuchungen von vorab gesetzten Annahmen auszugehen, etwa der Unfehlbarkeit der Bibel, was ihre Unbefangenheit fragwürdig macht. Häufig scheinen sie nicht zu wissen oder sich nicht darum zu scheren, dass es auf dem Gebiet der biblischen Forschung umfassendere Debatten gibt, von Bibelkritik und Quellentheorie bis hin zur Validität und Genauigkeit der Radiokarbondatierung.

Auch was Gelehrte zu diesen Themen schreiben, kann hin und wieder problematisch sein, insbesondere die Arbeit evangelikaler Maximalisten, die die Bibel für unfehlbar halten, und biblischer Minimalisten, die die hebräische Bibe

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