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Wissenschaftliches Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen 2015

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Wissenschaftliches Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen 2015

Im 'Wissenschaftlichen Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen 2015' stellen MitarbeiterInnen der Landesmuseen aktuelle Forschungsergebnisse zur Natur, Kultur und Geschichte des Landes Tirol vor. Einen Schwerpunkt im aktuellen Band bildet der 1. Weltkrieg, dem auch die große Sonderausstellung 'Front - Heimat. Tirol im Ersten Weltkrieg' im Ferdinandeum gewidmet ist, welche zu einigen Spezialstudien anregte: Anhand einer Sichtung des hauseigenen Aktenbestandes wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen der Weltkrieg auf die Kulturinstitution Ferdinandeum hatte. Vorgestellt werden auch neu aufgefundene Dokumente aus dem Tiroler Landesarchiv zum Auszug der Standschützenbataillone. Auch zu den weiter zurückliegenden Kampfhandlungen in der Sachsenklemme 1809 erlauben bislang in der Forschung unberücksichtigte Dokumente der 'Gegenseite' aus dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv neue Interpretationsansätze. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der Rekonstruktion von über 100 Jahren Telfer Musikgeschichte sowie mit den Freiland-Aufsammlungen der Entomologen der Landesmuseen.

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Wissenschaftliches Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen 2015

Abb. 1: Alarmbefehl vom 19. Mai 1915. Land Tirol, Tiroler Landesarchiv.
DER ALARMFALL "I"
UND DIE AUFSTELLUNG DER INNSBRUCKER STANDSCHÜTZENBATAILLONE

Isabelle Brandauer
ABSTRACT

A lot has been published about the Tyrolean Standschützen in the past few years preliminary to Italy's entry into the First World War a hundred years ago. However, the organization and formation of the Standschützen-battalions from the beginning of the war until Italy's war declaration in May 1915 has not been of a major interest. Therefore, this article focuses on the preparations for the so called 'alarm case "I"' ("I" for Italy) and the organization of the Standschützenbatallions Innsbruck I, II and III.

Regarding that most of Tyrol's male population suitable for active military service had been sent to the Russian-Serbian front until the end of 1914 the formation of the Tyrolean Standschützen was vital for the protection of the country that was left almost without any military protection. However, due to the numerous losses of soldiers and uncertainties concerning the specific use of the Standschützen at the front, the organization of the battalions until May 1915 was characterized by difficulties. These not only concerned equipment and arming but also the recruitment of men.

After the alarming of the Standschützen mid of May 1915 the three Innsbruck-battalions had to gather in Innsbruck, which had previously been divided into different sections, each of them destined to sustain one battalion including its supply units. From there they were transported to the Italian front line.
EINLEITUNG

Über die Tiroler und Vorarlberger Standschützenbataillone und ihre Verwendung als "letztes Aufgebot" im Ersten Weltkrieg ist bereits hinlänglich publiziert worden. Wenig beachtet blieb dabei jedoch eine detaillierte Betrachtung der organisatorischen Abläufe vom Kriegsbeginn Ende Juli 1914 bis zur Kriegserklärung Italiens am 23. Mai 1915. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich daher mit den Vorbereitungen für den Alarmfall "I" im Raum Innsbruck sowie der Aufstellung und Organisation der Standschützenbataillone Innsbruck I, II und III.

Bereits im Vorfeld des Ersten Weltkrieges waren vom österreichisch-ungarischen Generalstab "flexible" Aufmarschpläne ausgearbeitet worden, die je nach Eintreten der unterschied-lichen Kriegsfälle realisiert werden sollten. Die Kriegsfälle erhielten dabei eine Buchstabenkennung, entsprechend den Kriegsschauplätzen: "R" (Russland), "B" (Balkan), "I" (Italien) und "Ru" (Rumänien). Die Aufmarschpläne wurden, sofern notwendig, jeweils im Herbst überarbeitet und hatten danach für ein Jahr Gültigkeit. Der Kriegsschauplatz in Italien wurde in drei Operationsräume eingeteilt: den Tiroler Raum mit dem nach Süden vorspringenden Trentino, den Karnischen Kamm und das Grenzgebiet am Isonzo. Die letzte gültige Aufmarschanweisung im Kriegsfall "I" für das Jahr 1914 sah mehrere Varianten vor. Ihnen allen gleich war der Ansatz, in Tirol und an der Kärntner Grenze defensiv zu bleiben und am Isonzo in allgemeiner Richtung Westen anzugreifen. 1
DIE AUFSTELLUNG DER INNSBRUCKER STANDSCHÜTZENBATAILLONE

Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges am 28. Juli 1914 und der darauffolgenden Generalmobilmachung der aktiven Regimenter in Tirol erging auch der Aufruf an alle Mitglieder der k. k. Schießstände und Veteranenvereine als landsturmpflichtige Körperschaften. Das Landesverteidigungsgesetz vom 25. Mai 1913 hatte angeordnet, dass zur Entlastung der regulären Truppen außer den nach allgemeinen Vorschriften Landsturmpflichtigen auch die Mitglieder der k. k. Schießstände und Veteranenvereine, welche persönlich nicht wehrpflichtig waren, zu gewissen Dienstleistungen herangezogen werden konnten.

Nachdem von Tirol, bei einer Einwohnerzahl von rund 950.000, zu Kriegsbeginn etwa 85.000 Männer an die russisch-serbische Front verlegt

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