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Benelux Porträt einer Region von Schürings, Ute (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2016
  • Verlag: Ch. Links Verlag
eBook (ePUB)
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Benelux

Populismus in den Niederlanden, Terror in Belgien, Steuertricks in Luxemburg - die Berichterstattung aus den Benelux-Ländern beschränkt sich meist auf skandalträchtige Schlaglichter. Ute Schürings setzt dagegen aktuelle politische Entwicklungen in einen größeren Kontext, erklärt kulturelle Identität und ihre historischen Wurzeln, berichtet aus der Innenperspektive: Was hat das alte niederländische Konsensdenken mit der heutigen Polarisierung der Politik zu tun? Welche Gründe gibt es für den Konflikt zwischen Flamen und Wallonen? Wie sieht die luxemburgische Steuerpolitik wirklich aus? Ein facettenreicher Einblick in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Alltag der drei Benelux-Staaten. Jahrgang 1970, Studium der Germanistik, Romanistik und Niederlandistik; Dozentin für niederländische Literatur und Kulturgeschichte an den Universitäten Oldenburg und Köln, 2005 Promotion; Autorin mehrerer Sachbücher; seit 2008 selbständig als Trainerin für interkulturelle Kommunikation mit Schwerpunkt Benelux-Länder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 07.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862843695
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 1728 kBytes
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Benelux

Niederlande: Alte Werte auf dem Prüfstand

Durch die Falltür ins Wohnzimmer: Ein erster Eindruck

Ein Sommerabend in Amsterdam: Auf dem Bürgersteig vor den alten Grachtenhäusern stehen kleine Campingtische, an denen die Hausbewohner bei einem Glas Wein zusammensitzen und auf die gegenüberliegenden Fassaden blicken. Kein Haus gleicht dem anderen, das eine ist ein bisschen höher, das andere ein bisschen niedriger, die Form der jahrhundertealten Giebel mal rund, mal stufig. Die meisten Häuser sind mit ihren sieben bis acht Metern recht schmal, fast alle haben große Fenster. Sie stehen etwas schief, es wirkt, als schmiegten sie sich eng aneinander und stützten sich gegenseitig. Vorherrschende Farben sind das verblichene Ziegelrot oder Anthrazitgrau der Fassaden, Tür- und Fensterrahmen in einem hellen Weiß, dazu das satte Dunkelgrün der alten Haustüren. Viele Grachten sind von Bäumen gesäumt, dazwischen liegt träge das Wasser.

Dieses Bild ist an Postkartenidylle natürlich kaum zu überbieten, ausgiebig besungen in unzähligen Schlagern und beschrieben in Reiseführern. Und dennoch: Es sieht alles sehr natürlich aus, die Häuser sind nicht überrenoviert, später rekonstruierte Gebäude wirken authentisch und haben Patina. Die riesigen Fenster lassen zudem den Blick nach innen zu, denn viele Niederländer verzichten traditionell auf Gardinen: Jeder darf schließlich sehen, dass drinnen keine ungehörigen Dinge passieren. So kann man tief in die Häuser hineinschauen - wobei es allerdings für Niederländer zum guten Ton gehört, genau dies nicht zu tun. Guckt man aber doch, sieht alles sehr gemütlich aus: Sofas mit Kissen, schicke Lampen, schöne Esstische, viele Pflanzen. Die Bewohner legen Wert auf ihre Einrichtung - wohnlich soll es sein, aber bitte mit Stil. Oft räkelt sich dazu noch eine Katze genüsslich auf dem Fensterbrett, das Schnurren beinahe hörbar. Viele Niederländer sind große Katzenliebhaber, und besonders in Amsterdam gibt es eine Menge Hauskatzen. Ebenso wie Mäuse und Ratten - das heißt, die Katzen sind nicht nur kuschelig, sondern auch nützlich.

Bleiben wir noch kurz in der Hauptstadt (dies ist nämlich Amsterdam, Den Haag ist nur Regierungssitz): Sie besteht überwiegend aus Vierteln, in denen alles eine Nummer kleiner ist als an den großen Grachten, etwa im Stadtteil Jordaan, einem ehemaligen Arbeiterviertel im Nordwesten der Innenstadt, oder im südlich gelegenen De Pijp. Wenn man in ein Amsterdamer Haus kommt, steht man meist direkt vor einer steilen und engen Treppe nach oben. Das ist platzsparend. Oft gehen Wohnungen auch über zwei Etagen, und man betritt so manches niederländische Wohnzimmer durch eine Falltür am oberen Ende der Treppe.

Große Nachfrage, begrenztes Angebot - das führt zu hohen Mieten. Amsterdam gehört denn auch zu den teuersten Städten Europas - gleich hinter London, Paris und Rom. Die Preise sind in den letzten 20 Jahren derartig explodiert, dass man für eine Wohnung von rund 80 Quadratmetern in einer mittleren Gegend in einem mittleren Zustand ohne Weiteres 1700 Euro für die Kaltmiete hinblättern muss.

Auch in anderen niederländischen Städten und in den ländlichen Gegenden ist das Preisniveau hoch. Entlang der deutsch-niederländischen Grenze lässt sich inzwischen das Phänomen beobachten, dass viele Niederländer ein Häuschen in Deutschland kaufen, aber weiter in den Niederlanden arbeiten. Und das, obwohl der niederländische Osten im Vergleich zu den westlichen Gebieten des Landes deutlich günstiger und weniger dicht besiedelt ist. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte des Landes liegt bei etwa 409 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand März 2016) und ist damit eine der höchsten in Europa. In Deutschland sind es nur gut die Hälfte: 226 Einwohner pro Quadratkilometer (2016).

Im Ausland werden die Niederlande oft a

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