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Die Toten vom Djatlow-Pass Eines der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges von Rakitin, Aleksei (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2018
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Die Toten vom Djatlow-Pass

Im Februar 1959 werden an einem eisigen Gebirgspass im Ural die Leichen von neun jungen Wanderern gefunden - barfuß, radioaktiv verstrahlt und mit rätselhaften Verletzungen. 'Tod durch Erfrieren' ist die offizielle Version. Doch woher rühren die gebrochenen Rippen, die eingeschlagenen Schädel, warum liegen die Toten wie nach einer Flucht weit von ihrem Lager entfernt? Auch heute noch sorgt der Tod der Gruppe für Spekulationen: War es Raubmord? Eine Lawine? Ein misslungener Raketentest? Oder gar der Yeti? Alexej Rakitin rollt nach Einsicht in die bislang streng geheimen Akten den Fall neu auf. Und gelangt dabei auf eine ganz eigene Spur, die mitten hineinführt in das Schattenreich der Spionage im Kalten Krieg.

Alexej Rakitin muss aufgrund der Brisanz seiner Recherchen seine Identität schützen. Er schreibt unter Pseudonym, zeigt keine Fotos von sich und tritt öffentlich nicht in Erscheinung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 10.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641154059
    Verlag: btb
    Originaltitel: Pereval Dyatlova
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Die Toten vom Djatlow-Pass

1. KAPITEL

DIE WANDERUNG. TEILNEHMER UND ABLAUF

Am 23. Januar 1959 brach aus Swerdlowsk eine Gruppe von zehn Wanderern auf. Sie wollten eine Skitour des dritten Schwierigkeitsgrads (damals der höchste) durch die Wälder und Berge des nördlichen Urals unternehmen. In 16 Tagen mussten sie auf Ski mindestens 350 Kilometer überwinden und den Aufstieg auf die Berge Otorten und Ojko-Tschakur bewältigen. Veranstaltet wurde die Tour von der Wanderabteilung des Sportklubs des Polytechnischen Instituts des Urals ( UPI ) anlässlich des bevorstehenden 21. Parteitags der KPdSU 1 , wobei von den zehn Wanderern vier keine Studenten waren. Hier die einzelnen Mitglieder der Gruppe:

1. Igor Alexejewitsch Djatlow, geboren 1937, Leiter der Gruppe, Student im fünften Studienjahr an der Fakultät für Funktechnik des UPI , war ein hochgebildeter Experte und zweifellos talentierter Ingenieur. Nach ihm wurde der Gebirgspass, an dem sich das Unglück ereignete, später benannt. Bereits im zweiten Studienjahr entwickelte und baute Igor UKW -Funkgeräte, die 1956 für die Kommunikation zweier Gruppen während einer Wanderung durch das Sajangebirge verwendet wurden. Er erfand einen Mini-Ofen, der in Wanderungen 1958 und 1959 erfolgreich zum Einsatz kam. Igor Djatlow erhielt das Angebot, nach seinem Studienabschluss am UPI zu bleiben, um weiter wissenschaftlich zu arbeiten, und bekam Anfang 1959 eine Assistentenstelle an einem der Lehrstühle.

Igor Djatlow, 1958

Djatlow verfügte über große Erfahrung mit langen Touren verschiedener Schwierigkeitsgrade und galt als einer der besten Sportler unter den Mitgliedern der Wanderabteilung des UPI -Sportklubs. Igors Bekannte bezeichneten ihn als ernsten Menschen, der nicht zu überstürzten Entscheidungen neigte und bedächtig handelte (allerdings in dem Sinn, dass er alles ohne Hast schaffte). Djatlow war für die Route der Wanderung verantwortlich, zu der die Gruppe am 23. Januar aufbrach. Einigen Aussagen zufolge hatte er eine Schwäche für Sina Kolmogorowa, was anscheinend auf Gegenseitigkeit beruhte. Sie nahm ebenfalls an dieser Wanderung teil.

Igor Djatlow gegenüber dem Hauptgebäude des Polytechnischen Instituts des Urals (UPI)

2. Juri Nikolajewitsch Doroschenko, geboren 1938, Student im fünften Studienjahr an der Fakultät für Funktechnik des UPI , war gut trainiert und erfahren auch im Weitwandern auf schwierigen Strecken. Er hatte eine Zeit lang Sina Kolmogorowa umworben und sie zu ihrer Familie in Kamensk-Uralski begleitet. Später ging die Beziehung auseinander, doch das hinderte Juri nicht daran, ein gutes Verhältnis zu Sina und seinem erfolgreicheren Rivalen Igor Djatlow zu pflegen.

3. Ljudmila Alexandrowna Dubinina, geboren 1938, Studentin im vierten Studienjahr an der Fakultät für Bauingenieurwesen des UPI , nahm von den ersten Studientagen an aktiv am Programm des Wanderklubs des Instituts teil, konnte hervorragend singen und fotografieren. (Viele Fotos der Tour im Winter 1959 stammen von Dubinina.) Sie war eine geübte Wanderin. Bei einer Tour über das östliche Sajangebirge 1957 wurde sie durch den Fehlschuss eines jagenden Mitwanderers am Bein verletzt und ertrug tapfer sowohl die Verletzung als auch den folgenden (sicher schmerzhaften) Transport. Im Februar 1958 leitete sie eine Wanderung des zweiten Schwierigkeitsgrads durch den nördlichen Ural.

Zwei der Teilnehmer an der Wanderung anlässlich der Eröffnung des 21. Parteitags der KPdSU: Juri Doroschenko und Ljudmila Dubinina

4. Semjon (Alexander, Sascha) Alexejewitsch Solotarjow, geboren 1921, war der älteste Teilnehmer an der Wanderung und die wohl rätselhafteste Person dieser Liste. Er wollte Sascha genannt werden und erscheint deshalb in vielen Dokumenten und Erinnerungen unter diesem Namen. Tatsächlich hieß er jedoch Semjon und war ein A

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