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Gegen den Verfall Wie die Digitalisierung Europa retten muss von Fallmann, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2016
  • Verlag: Morawa Lesezirkel
eBook (ePUB)
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Gegen den Verfall

Ursachen für das Abfallen Europas in technologischer Hinsicht gibt es viele: Wir handeln zu schwerfällig, sind auf nationale Befindlichkeiten fokussiert. Es fehlt an Risikokapital für Start-ups. Die Regelungen zum Datenschutz machen uns verwundbar für Spionage-Akte aus Übersee. Und fatalerweise ist sich die Bevölkerung über die Auswirkungen der digitalen Revolution noch gar nicht ganz im Klaren. Dieses Buch zeigt, welche Schritte in Europa dringend notwendig sind, um unseren Kontinent technologisch wieder auf Vordermann zu bringen. Es braucht einen digitalen Binnenmarkt, der - ganz nebenbei - endlich auch das schwächelnde europäische Zusammengehörigkeitsgefühl aufwerten kann. 'Helmut Fallmann ist nicht nur ein erfolgreicher IT-Unternehmer, sondern auch ein Vordenker über die Chancen der Digitalisierung für Europa. Er verankert den europäischen Datenschutz als Grundpfeiler seiner Vision für eine weltweit vorbildhafte digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Dieses Buch muss jeder lesen, dem die Zukunft Europas am Herzen liegt.' Jan Philipp Albrecht Mitglied des Europäischen Parlaments 'Die mächtige IT-Branche flüstert nur. Endlich bricht ein prominenter IT-Unternehmer das Schweigen. Fallmanns Warnungen und Visionen sind eine Sensation. Das derzeit wichtigste Buch für Europas Unternehmer.' Prof. Helmut A. Gansterer trend-Essayist, Buchautor

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 26.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990498651
    Verlag: Morawa Lesezirkel
    Größe: 3205 kBytes
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Gegen den Verfall

TEIL 2

T echnologische Applikationen sind bequem und verspielt. Beinahe niemand kann sich mehr ein Leben "ohne" vorstellen. Dafür wird ein hoher Preis bezahlt, denn die Anbieter saugen massenhaft Nutzerdaten ab und verwenden sie kommerziell weiter. Mit Datenhaufen, auch Big Data genannt, und den entsprechenden Algorithmen sind Überwachungsmaßnahmen und Prognosen in bisher ungekanntem Ausmaß möglich. Eine digitale Grundgesetzgebung muss diesem unhaltbaren Zustand schnellstens ein Ende machen. In Brüssel haben sich Verfechter einer europäischen Datenschutzreform trotz des massiven Lobbyings großer IT-Konzerne endlich durchgesetzt: Anfang 2018 soll die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft treten.
MENSCHENRECHTE IN DER DIGITALEN GESELLSCHAFT

Jefferson bedankte sich seufzend. Was wisse man hier schon? Man sei eine kleine Protestantengemeinde am Rand der Welt. Unendlich weit von allem.

Schriftsteller Daniel Kehlmann lässt den dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson sehr bescheiden sprechen. Der lud im frühen 19. Jahrhundert den preußischen Naturforscher Alexander von Humboldt ein, um ihn über seine Abenteuer und Entdeckungen in Südamerika auszufragen. 75 Als einen "Hinterwäldlerpräsidenten" hatte Humboldt den Präsidenten zuvor in Anwesenheit eines Journalisten bezeichnet. "Wen interessiere schon, was der denke!" 76

Mittlerweile scheinen wir Europäer zu Hinterwäldlern geraten zu sein. Die Digitalisierung hat die Weltwirtschaft in einen Zustand befördert, der mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert vergleichbar ist - nur, dass die aktuelle wirtschaftliche Revolution in rasantem Tempo abläuft und von vergleichbar wenigen Köpfen gesteuert wird. Und die befinden sich eigentlich alle in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Wir tauschen uns via WhatsApp und Facebook aus, lassen uns mit dem Taxidienst Uber kutschieren und übernachten in Airbnb-Unterkünften. Betäubt von diesen unkomplizierten und durchaus beglückenden Diensten übersehen wir, dass die Betreiber unser tägliches Leben protokollieren, einfach kontinuierlich unsere Daten absaugen, die wir ohne viel Nachdenken herausrücken. Wir schenken unsere persönliche Freiheit her und merken es, abgelenkt von so viel Komfort und Unterhaltung, nicht einmal. Scheibe für Scheibe werden damit wichtige Menschenrechte amputiert, etwa das Recht auf Freiheit, Eigentum und Sicherheit der Person oder die Freiheit von willkürlichen Eingriffen in die Privatsphäre - darunter fällt unter anderem die Unverletzlichkeit der Wohnung und das Briefgeheimnis.
Wissen ist Macht

"Wissen ist Macht, und Wissen über einen Menschen bedeutet Macht über diesen Menschen", sagt die Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh. 77 Bürgern, die vor ihrem unsichtbaren Gegner einknicken oder behaupten, sie hätten ohnehin nichts zu verbergen, scheint nicht klar zu sein, dass die Dienste im Internet eben nicht gratis sind, sondern mit der Währung Identität bezahlt werden wollen. Jene Daten, für deren Schutz in der realen, dreidimensionalen Welt jahrhundertelang gekämpft wurde, was aber einen Atemzug später nicht mehr gelten soll. Denn plötzlich umhüllt uns die Kuppel einer weiteren, einer digitalen Gegenwart. Unser Gleichgewichtssinn, scheint's, ist dadurch aus dem Lot geraten. Schwindelig schalten wir lieber auf Anpassung, vor allem, da die neue Welt in rosa Zuckerwatte gepackt ist. Bei Juli Zeh schrillen alle Alarmglocken: ",Ich habe nichts zu verbergen' ist somit ein Synonym für 'Ich tue, was man von mir verlangt' und damit eine Bankrotterklärung für die Idee des selbstbestimmten Individuums."

Was passiert denn, wenn man sich auflehnen würde und mit seinen Daten knausert? Die Konsequenzen sehen eher düster aus: Die Kreditwürdigkeit sinkt, aus der Beförderung wird doch nichts, die US-Behörden lehnen die Einreise

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