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WBG Architekturgeschichte - Das Mittelalter (800-1500) von Brachmann, Christoph (eBook)

  • Erschienen: 01.07.2014
  • Verlag: WBG
eBook (ePUB)
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WBG Architekturgeschichte - Das Mittelalter (800-1500)

Die WBG Architekturgeschichte versammelt das grundlegende, aktuelle Wissen über die Geschichte des Bauens. Sie bietet einen fundierten und vielschichtigen, gleichwohl klar strukturierten Überblick über die europäische Baukunst vom Mittelalter bis heute. Jeder Band erläutert ausführlich die Grundzüge der jeweiligen architektonischen Entwicklungen und führt anhand von 50 Hauptmonumenten beispielhaft in epochentypische Aspekte ein. Wichtige Positionen der Architekturtheorie werden angemessen berücksichtigt. Eine ansprechende Bebilderung gestattet überdies einen visuellen Gang durch die Geschichte des Bauens. Die Bände wenden sich an alle Interessierten im Bereich der Architekturgeschichte. Die Autoren sind sämtlich ausgewiesene Spezialisten auf ihren Gebieten.

Prof. Dr. Christoph Brachmann ist Mary H. Cain Distinguished Professor of Art History an der University of North Carolina at Chapel Hill, USA. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunstgeschichte sowie der Architektur der Moderne.

Produktinformationen

    Größe: 23668kBytes
    Herausgeber: WBG
    Untertitel: Klöster - Kathedralen - Burgen
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 352
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783534735976
    Erschienen: 01.07.2014
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WBG Architekturgeschichte - Das Mittelalter (800-1500)

II. Grundzüge der mittelalterlichen Architekturgeschichte

Karolingische Reichsbildungen und ottonische Reichskirchenpolitik

D ie 330 unter Kaiser Konstantin erfolgte Verlegung der Hauptstadt des Römischen Reiches nach Konstantinopel, die definitive Zweiteilung des Imperiums 395 in ein west- und ein oströmisches Reich und die anschließende allmähliche Bedeutungsverlagerung nach Osten hin hatte nicht nur für das ehemalige Machtzentrum, die Stadt Rom, nachhaltige Konsequenzen. Die gerade durch die mehrfache Eroberung und Zerstörung während der Völkerwanderung erfolgte Verringerung ihrer Bevölkerung im Mittelalter auf ca. 35.000 Einwohner (bei ehemals mehreren 100.000) spricht hier eine deutliche Sprache. Eine derartige Ansiedlung konnte natürlich kaum mehr die gleichen Bedürfnisse haben und Aufgaben stellen wie noch die Hauptstadt eines Weltreiches. Auch bei anderen römischen Stadtgründungen, gerade außerhalb Italiens, war das der Fall. Zwar liegt hier noch vieles im Dunklen, ebenso wie es lokale Unterschiede zu berücksichtigen gibt, doch ist ein genereller Bedeutungsverlust der Städte kaum zu leugnen. Die nun jeweils vor Ort existierenden Gesellschaften waren deutlich weniger städtisch organisiert und strukturiert als noch zur Römerzeit. Allgemein charakteristisch ist im Weiteren die auch für Rom zu konstatierende Aufgabe der Besiedlung des gesamten ehemaligen Stadtraums, der nun stattdessen von mehreren separaten Kleinsiedlungen eingenommen wurde. Dazwischenliegende Viertel konnten dagegen verfallen und wüst werden. Gut ablesbar ist das an der heutigen Struktur vieler Römergründungen, die oft nur noch rudimentär das gleichmäßige Straßengitter ihrer Entstehungszeit erkennen lassen. Zugleich kam es aber auch zur Ausbildung gänzlich neuer Siedlungskerne. Davon betroffen waren typischerweise vor den Toren gelegene Gräberfelder, auf denen zunächst über Märtyrergräbern Kirchen entstanden ( vgl. 17 ), die den Ausgangspunkt für die weitere Besiedlung bildeten. In den ursprünglichen römischen Stadtgebieten konnten dagegen in vielen Fällen - insofern sie nicht einfach als Steinbruch missbraucht wurden (z.B. das Amphitheater in Lyon für den dortigen Kathedralneubau, ab 1192) - antike (Groß-)Bauten durch Umwidmung in bemerkenswerter Weise neu genutzt werden. Die römischen Toranlagen, die in Regensburg als Bischofspalast bzw. mit der Trierer Porta Nigra als Kirchenbau das Mittelalter überdauerten, sind dafür gute Belege, ebenso die dortigen römischen Speicherhallen, die man für die Benediktinerinnenabtei St. Irminen (7. Jh.) umnutzte. Zumindest außerhalb der östlichen, byzantinischen Einflusssphäre lebte man damals also eher 'von der Substanz'. All das steht in eindrucksvollem Kontrast zur zeitgleichen islamischen Baukunst, die ihre Wurzeln partiell ja ebenfalls in der römischen Architektur hatte. Dazu genügt ein Blick auf solch komplexe und riesige Anlagen wie den Felsendom in Jerusalem (691 - 2), die Al-Walid-Moschee in Damaskus (706 - 15), die Paläste in Mschatta und Qusair al-Amra (8. Jh.) oder die Mezquita in Córdoba (785 - 990).

Aufbauend auf Errungenschaften seiner unmittelbaren Vorgänger gelang es erst Karl dem Großen im ausgehenden 8. Jh., erneut ein gewaltiges, zentral kontrolliertes Herrschaftsgebiet zu etablieren. Nicht nur im sakralen, sondern auch im profanen Kontext entstanden damals wieder in größerem Umfang Monumentalbauten. Gerade Karls Pfalzen stellten dabei ebenso umfassende wie vielgliedrige Gebilde dar, für die man sich an entsprechenden Anlagen in Rom, Ravenna oder Konstantinopel orientierte. Neben den Mauerresten in Ingelheim (780 - 1) kündet heute allein noch die imposante Aachener Pfalzkapelle (790 - 1; 1 ) von Karls damaligem politischem Anspruch, v.a. jenem, legitimer Nachfolger der römischen Kaiser zu sein. Nördlich der genannten Kapelle lag eine riesige Palastaula, di

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