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Die Kunst der Antike Meisterwerke der Münchner Antikensammlungen von Knauß, Florian S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2017
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Die Kunst der Antike

Vor fünfzig Jahren wurden die Staatlichen Antikensammlungen – restauriert nach den Zerstörungen des Krieges – wiedereröffnet. Seit damals präsentiert das Museum einzigartige Bestände an Vasen, Bronzen, Statuetten und Schmuck, die hinter keinem Museum der Welt zurückstehen müssen. Anhand dieser unvergleichlichen Meisterwerke vermittelt der Band einen Überblick über die Entwicklung der antiken Kunst im Laufe von mehr als 3000 Jahren – von den Kykladenidolen bis zu spätantiken Schöpfungen. Florian Knauß, der Dire ktor der Staatlichen Antikensammlungen, hat in diesem durchgehend vierfarbig gestalteten Buch antike Kunstwerke zusammengestellt, die nicht nur einen lebendigen Eindruck dieser weltweit einmaligen Sammlung vermitteln. Er bietet vielmehr eine zusammenhängende Darstellung der antiken Kunstgeschichte anhand von faszinierenden Objekten und erklärt die Geschichten, die diese uns erzählen – von Göttern und Helden, von Herrschern und Handwerkern. Florian Knauß lädt uns ein in seine Schule des Sehens und lehrt uns, die Kunst der antiken Welt als das Nächste Fremde zu begreifen. Florian Knauß ist Klassischer Archäologe und seit 2011 Direktor der Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 19.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406711763
    Verlag: Verlag C.H.Beck
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Die Kunst der Antike

GESCHICHTE DER MÜNCHNER ANTIKENSAMMLUNGEN

Antike Kunstwerke zu sammeln, hat in Europa eine lange Tradition. Schon im Mittelalter, insbesondere aber seit der Renaissance demonstrierten Könige und Fürsten auf diese Weise sowohl ihre Bildung als auch den Anspruch, an das Vorbild des Imperium Romanum anzuknüpfen. Werke der Antike wurden als historische und antiquarische Zeugnisse gewürdigt, aber noch mehr als ästhetische Vorbilder geschätzt.

So stammen die ältesten Bestände (Abb. S. 234) unseres Museums noch aus der Kunstkammer Herzog Albrechts V. von Bayern, der von 1550 bis 1579 regierte. Albrecht, der zu den ersten Fürsten gehörte, die nördlich der Alpen eine solche Sammlung anlegten, ließ für die von ihm erworbenen Antiken die "Kunstkammer" und später das "Antiquarium" errichten. In der Folgezeit zeigten nur wenige Wittelsbacher Interesse, weitere Antiken zu erwerben. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges und des Spanischen Erbfolgekrieges gingen dann beträchtliche Teile der Antikensammlung verloren.

Albrecht V. von Bayern (reg. 1550-1579)

Als nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher 1777 der Kurfürst von der Pfalz, Carl Theodor, das Gesamterbe antrat, erfuhr die Münchner Antikensammlung ihren bis dahin bedeutendsten Zugewinn. Der gebildete und kunstsinnige Monarch brachte aus dem Antikenkabinett seiner vormaligen Residenz in Mannheim erstklassige Stücke (Abb. S. 275) mit. Carl Theodor verband mit seiner Sammlung eine grundsätzlich neue Konzeption. Das von ihm begründete Antiquarium im Mannheimer Schloss sollte nicht mehr der fürstlichen Repräsentation, sondern der Forschung und Belehrung dienen. Es war deshalb eng mit der ebenfalls vom Kurfürsten begründeten Mannheimer Akademie verbunden. Carl Theodor liebte München jedoch nicht und hoffte stets auf eine Rückkehr in die Pfalz. Deshalb kamen die besten Stücke des dortigen Antikenkabinetts erst 1802, nach seinem Ableben, nach München.

Carl Theodor von der Pfalz (seit 1742 Kurfürst von der Pfalz, 1777-1799 auch Kurfürst von Bayern)

Sein Nachfolger, Max IV. Joseph aus der Pfalz-Zweibrücker Linie der Wittelsbacher, der spätere König Max I., begeisterte sich nicht für die Antike. Infolge der Säkularisation der geistlichen Güter 1803 in Bayern und bald darauf auch im damals bayerischen Tirol gelangten während seiner Regentschaft einige Antiken ins Münchner Antiquarium. Nicht weniger bedeutend war der Zugewinn durch Bodenfunde auf bayerischem Hoheitsgebiet (Abb. S. 10), sowohl zufällig gefundene Stücke als auch solche aus Ausgrabungen. Ihre Zahl stieg rasch an, da ein königlicher Erlass die Anzeige solcher Funde anordnete und eine Entschädigung bei Abgabe versprach.

Der römische Silberbecher aus dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. zeigt den griechischen Helden Achill, der am Grab seines Freundes Patroklos gefangene Trojaner hinrichten lässt. Er wurde 1848 bei Manching gefunden.

1807 wurde das Antiquarium, wie andere wissenschaftliche Sammlungen des Staates, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften als "Attribut" unterstellt. Die Konservatoren kümmerten sich primär um die Inventarisierung der Antikenbestände. Besondere Verdienste hat sich der vormalige Benediktiner aus St. Emmeram, Pater Bernhard Stark, durch sein Bestreben erworben, "das Gute vom Schlechten und das Echte vom Unechten zu scheiden". Unter seinem Nachfolger, Friedrich Thiersch, verfasste Joseph von Hefner erstmals ein "Verzeichnis der in der Sammlung des königl. Antiquariums befindlichen Alterthums-Gegenstände", das 1845 erschien. Gleichwohl merkte von Hefner bereits an: "Woher die einzelnen Gegenstände der Sammlung stammen und wie sie derselben einverleibt wurden, diess zu ermitteln ist grösstentheils nicht mehr möglich, ..."

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