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Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland Kritische Bestandsaufnahme und Ausblick von Oebel, Guido (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.01.2010
  • Verlag: GRIN Publishing
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Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland

Diplomarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Thema: Sonstiges, Note: 2, FernUniversität Hagen (Geisteswissenschaften), Veranstaltung: KulturManagement, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Realpolitik, Kulturpolitik und Sprachenpolitik zusammenhängen und welche Rolle Deutsch als Fremdsprache (DaF) hierbei spielt. Dabei sollen sowohl die Außen- als auch die Innenperspektive berücksichtigt werden, d.h., welche Rolle spielt Deutsch in der Gemeinschaft der Sprachen, welche Tendenzen sind zu beobachten und wie versucht die deutsche Kulturpolitik lenkend in diese Entwicklungen einzugreifen. Weitere Fragen, die erörtert werden, sind u.a.: Welche Rolle spielt Deutsch in internationalen Organisationen? Wovon hängt das Prestige einer Sprache ab? Wie viel eigenes Sprachbewusstsein bzw. eigene Sprachloyalität ist vonnöten, um die Förderung des Deutschen international voranzubringen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 79
    Erscheinungsdatum: 25.01.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783640517411
    Verlag: GRIN Publishing
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V141129
    Größe: 464 kBytes
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Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland

2.1 Sprache als Instrument der auswärtigen Politik

Die Möglichkeit, die eigene Sprache in Außenbeziehungen und im internationalen Verkehr benützen zu können, bringt :für einen Staat, :für seine Wirtschaft und seine Bevölkerung erhebliche Vorteile mit sich. Solche Vorteile sind:

bei Verträgen: Verbindlichkeit der Auslegung, Anwendung eigener vertrauter Rechtsvorstellungen;

in Verhandlungen und Diskussionen: Vertraute Argumentationsstrukturen, Metaphern, präzise verbale Ausdrucksmög1ichkeit;

bei Ausschreibungen und Angeboten: Schnelle und direkte Reaktionsmöglichkeit ohne Zwischenschaltung von Übersetzern;

in Medien und Film: Durch Fallbeispiele aus dem eigenen Land, Wahl der Schauplätze, Wahl eigener Autoren oder Darsteller Vermittlung des Eindrucks der "universellen" Gültigkeit der eigenen Zivilisation und Tradition - wie heute in der angelsächsischen Medien- und Kulturproduktion ganz deutlich wird.

Dominanz in der Kulturproduktion führt wiederum zu beträchtlichen ökonomischen Vorteilen;

kontinuierliche Anpassung der eigenen Sprache an den globalen Fortschritt (Ausbau und Modernität der eigenen Sprache);

Abbau von Bildungsschranken - und damit Klassenschranken - in der eigenen Gesellschaft durch die Möglichkeit, neue wissenschaftliche und technische Zusammenhänge sowie Informationen aus dem Ausland der eigenen Bevölkerung in ihrer Muttersprache vermitteln zu können. Dies verbreitert die soziale Basis für die Rezeption der Informationen. (Oebel 2000: 75)

Wegen dieser Vorteile hat "jede Sprachgemeinschaft ein gewissermaßen natürliches Interesse an einer möglichst starken internationalen Stellung der eigenen Sprache" (Ammon 1991: 1). Von allen Sprachgemeinschaften oder Ländem,'die auf Grund ihrer Größe und ihres internationalen Gewichts dazu in der Lage sind, wird deshalb eine Politik der Förderung und Verbreitung der eigenen Sprache im Ausland betrieben. (Ammon 1991: 3).

Die Stärke der internationalen Stellung einer Sprache ist u.a. das Resultat einer Anzahl aktueller und geschichtlicher Einflussfaktoren - die Sprachverbreitungpolitik gehört dabei zu den besonders wirksamen Faktoren. In dieser Politik zeigen sich erhebliche Unterschiede in den Zielsetzungen und den Methoden der großen sprachverbreitenden Nationen Frankreich, Großbritannien, den USA einerseits und Deutschland andererseits.

2.2 Sprachverbreitungspolitik: Sprachpolitik nicht gleich Sprachenpolitik

Bevor ich näher auf diesen Unterschied eingehe, noch die folgenden theoretischen Überlegungen:

Häufig werden die Termini "Sprachpolitik" und "Sprachenpolitik" nebeneinander verwendet, obwohl es zweckmäßig ist, diese Bezeichnungen jeweils bestimmten Aktivitäten zuzuordnen. Den Terminus "Sprachpolitik" reserviert man besser für Aktivitäten, die sich nach "innen", d.h. auf die eigene Sprache richten (z. B. Normierung, Reform, Ausbau). In der "Sprachenpolitik" dagegen, von manchen Autoren auch als "Sprachverbreitungspolitik" (engl.: "language spread policy", frz.: "politique de la diffusion de langue") bezeichnet, geht es um die Einflussnahme des Staates oder anderer gesellschaftlicher Machtgruppen auf die Stellung der eigenen Sprache im Kontext von bzw. in der Konkurrenz mit anderen Sprachen. Sie zielt in ihrer offensiven Ausrichtung auf die Verbreitung der eigenen Sprache und in ihrer defensiven Ausrichtung auf die Verhinderung ihrer Verdrängung. (vgl. auch Glück 1992~ Ammon 1991 ~ Kleinandam 1992; Phillipson 1994)

Nicht wenige kritische Intellektuelle, die jede Äußerung eines Nationalgefühls ablehnen, fragen: Warum sollen Staaten oder

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