text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kein Pardon für Atzenhopper Dialoge mit einem Besserwisser von Bauer, Nikolaus Ernst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2016
  • Verlag: Morawa Lesezirkel
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kein Pardon für Atzenhopper

Wir durchleben eine dunkle Phase der menschlichen Kommunikation. Der digitale Twitter mit 140 und die SMS Nachricht von 160 Zeichen haben nichts mehr mit dem unbegrenzten analogen Gespräch zwischen zwei Menschen zu tun. Es findet immer seltener statt. Viele vereinsamte Internet-Opfer fragen sich: Gibt es irgendwo noch Gesprächspartner aus Fleisch und Blut, die zu besseren Antworten auf die elementaren Fragen des Daseins fähig sind als eine Maschine namens Google? Die geduldig zuhören, intelligent hinterfragen, energisch widersprechen und doch zu Kompromissen bereit sind. Ist die anspruchsvolle Gesprächskultur zum Aussterben verdammt? Nicht unbedingt! Bevor man die Suche aufgibt, kann man sich ja einen passenden Dialogpartner einfach erfinden. Einen wie Atzenhopper. Amüsant, ironisch, satirisch und mit einem Hang zu gesellschaftskritischer Aufsässigkeit präsentieren sich die Dialoge zwischen dem Autor und seinem fiktiven Freund und Alter Ego 'Atzenhopper', der sich als eher unbedarfter, wissbegieriger, aber auch kritischer und mit einer guten Portion Mutterwitz ausgestatteter Gesprächspartner darstellt. In Atzenhopper kann sich jeder wiedererkennen. Er verkörpert die Unvollkommenheit des Menschen mit all seinen Schwächen, Neigungen und Beschränktheiten. Er ist faul, beliebig, verbogen, anpassungsfähig, aber ebenso aufmüpfig, aufrührerisch, unbelehrbar und radikal. Wenn sich die beiden mit den Phänomenen und Tücken des modernen Lebens auseinandersetzen, überraschen sie stets mit unkonventionellen Ansichten und schrägen Deutungen. 'Atzenhopper' erweist sich dabei als ideales Opfer, um die zuweilen unerträglich besserwisserischen Belehrungen seines Schöpfers zu ertragen, sie aber immer wieder auch listig in Frage zu stellen. Im Zusammenspiel der beiden konträren Charaktere entwickelt sich am Ende jeder Episode fast wie von selbst eine unerwartete Pointe.

Nikolaus Ernst Bauer 14.05.1947 in Wolfsberg (Kärnten), Österreich Abitur am Musischen Gymnasium München. Studium der Kommunikationswissenschaften, Politik und Romanistik in München. Journalistische Ausbildung bei Tageszeitung, Zeitschrift, Funk und Fernsehen in Wien und München. Daneben Tätigkeit als Übersetzer für italienische Verlage. Langjähriges Schaffen als Redakteur, Autor und Auslandskorrespondent bei mehreren Tageszeitungen und Publikumszeitschriften. In den frühen 80er Jahren Aufbau einer Agentur für Neue Medien und Kommunikationstechniken. Herausgeber mehrerer Fachzeitschriften zu diesen Themen, Veröffentlichung zahlreicher Fachartikel und Vorträge auf internationalen Fachkongressen auf dem Gebiet der Neuen Medien. Heute lebt Nikolaus Ernst Bauer als freier Publizist und Autor in Bad Wiessee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 30.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990571200
    Verlag: Morawa Lesezirkel
    Größe: 699kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kein Pardon für Atzenhopper

Abteilung 2

Fluch der Technik

Als überzeugter Barzahler und Kartengegner kann Atzenhopper natürlich auch dem Online-Business und der Sharing Economy nichts abgewinnen - trotz aller Vorhaltungen des Besserwissers. Er hasst Computer, vor allem, wenn sie ihn ungefragt duzen, fühlt sich belauscht und überwacht und befürchtet jeden Moment den totalen Blackout, der die Welt auf null zurücksetzt. Aber dann gibt er sich plötzlich zur Überraschung des Besserwissers höchst experimentierfreudig.

Apps im Sack

Abgekartet

Fide, sed cui, vide

No errors available

Nullnummer

Wer nicht hören will...

Apps im Sack

Atzenhopper pufft mir unvermittelt in die Rippen und kichert verhohlen: "Erinnern Sie sich noch an unser kürzliches Kaffehausgespräch, als ich Ihnen die Rechnung abgeschnitten habe?"

"Besser die Rechnung, als die Ehre", feixe ich zurück. "Ich weiß nur noch, dass ich beim Bezahlen der Zeche einen miserablen Schnitt gemacht habe."

"Unsinn", widerspricht er. "Ich wollte Ihnen damit nur demonstrieren, dass Teilen das neue Credo des modernen Zeitalters ist. Die Sharing Economy soll die Lösung für die ungleiche Verteilung von Eigentum im kapitalistischen marktwirtschaftlichen System sein. Das ist natürlich ein umfassender Ansatz, der weit darüber hinausgeht, dass wir uns im Kaffeehaus die Rechnung teilen. Aber das war immerhin ein konkreter Anfang."

" Sharing Economy ?", staune ich in gespielter naiver Scheinheiligkeit zurück. "Da müssen Sie mir aber schon genauer verklickern, was Sie damit meinen. Lassen Sie mich doch an Ihren Erkenntnissen teilhaben!"

"Also, darf ich um Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit bitten", setzt Atzenhopper zu sachlichem Vortrag an. "Wie heißt es so schön in der christlichen Lehre: Geben ist seliger denn Nehmen. Das ist überholt. Heute glauben schon viele an den Grundsatz: Teilen ist besser als Haben. Der Begriff Sharing Economy bedeutet nach der Definition seiner geistigen Väter, wie nicht anders zu erwarten amerikanische Ökonomen, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter den Marktteilnehmern geteilt wird. Konkret heißt das, wenn Räume, Autos, Geräte, Maschinen, Nahrungsmittel, Kleidungsstücke gemeinschaftlich benutzt, also getauscht, geteilt, verschenkt oder verliehen werden, führt dies zwangsläufig zur Einsparung von Fläche, Material, Energie und natürlich Kosten. Also Leihen statt Kaufen, Nutzen statt Besitzen."

"Und wie soll das in der Praxis funktionieren?", mime ich weiter den unbedarften Zuhörer, voll innerer Vorfreude darauf, meinen blauäugigen Fortschrittsjünger heute mal so richtig auflaufen zu lassen.

"Schauen Sie, lieber Freund, das Tauschen, Leihen und Teilen ist ja im Prinzip nichts Neues, das hat man in der Familie, im Freundeskreis und unter guten Bekannten schon immer praktiziert. Das Neue und Revolutionäre dabei sind die unendlichen Möglichkeiten des Internet und der sozialen Netzwerke, die solche Praktiken jetzt in globalen Dimensionen ermöglichen. Noch nie war es so leicht und einfach möglich, dass Leute, die etwas suchen oder brauchen, mit Leuten, die das Entsprechende haben oder anbieten können, auf Tastendruck sofort zusammenkommen. Innerhalb weniger Jahre haben sich im Internet zahlreiche Dienste und Angebotsplattformen etabliert, die sich auf die Kontaktvermittlung auf den verschiedensten Gebieten spezialisiert haben. Da gibt es Wohnungssharing, Kleidersharing, Foodsharing, Bettenportale, Tauschbörsen für alles Mögliche, Verleih- und Verschenkbörsen, Mitfahrdienste und vieles mehr. Mit zum Teil ganz pfiffigen und kreativen Namen: Nachbarschaftsauto oder rent-n-roll vermit

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen