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Die Frau, die Nein sagt Rebellin, Muse, Malerin - Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso von Gilot, Francoise (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2015
  • Verlag: Ankerherz Verlag
eBook (ePUB)
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Die Frau, die Nein sagt

Für Pablo Picasso blieb sie ein Rätsel, und sie war die einzige Frau, die ihn verließ. Françoise Gilot ist Malerin, Wahrheitssuchende, eine Künstlerin des Lebens. Für manche ist sie eine lebende Legende, eine Frau, die zu den klügsten unserer Zeit gehört. Mit 'Leben mit Picasso' schrieb Gilot in den 1960er-Jahren einen internationalen Bestseller - obwohl Pablo Picasso alles unternahm, um die Veröffentlichung des Werks zu verhindern. Für dieses Ankerherz-Buch öffnete Françoise Gilot, Mutter von Paloma Picasso, dem renommierten Biografen Malte Herwig die Türen ihrer Ateliers in New York City und Paris. Gemeinsam nähern sie sich zentralen Fragen des Lebens: Worauf kommt es wirklich an? Was bedeutet Glück und was spendet Zufriedenheit? Es ist ein Buch über die Kunst. Und über die Kunst eines erfüllten Lebens. 'Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden.' FRANÇOISE GILOT

Malte Herwig, Jahrgang 1972, ist Reporter beim Magazin der Süddeutschen Zeitung und lebt in Hamburg. Seine Artikel und Interviews sind in nationalen und internationalen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht worden. Françoise Gilot, 1921 in Neuilly-sur-Seine geboren, lebt und arbeitet abwechselnd in New York und Paris. Ihre Bilder werden in Museen auf der ganzen Welt gezeigt (Museum of Modern Art, Musée Picasso in Antibes, Musée d'Art Moderne in Paris u. a.). Ihr erstes Buch 'Leben mit Picasso' (1964) wurde ein internationaler Bestseller trotz der Versuche Pablo Picassos, die Veröffentlichung mit rechtlichen Mitteln zu verhindern und Gilot in der Kunstwelt zu isolieren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 12.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940138842
    Verlag: Ankerherz Verlag
    Größe: 18687 kBytes
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Die Frau, die Nein sagt

VALLAURIS, 23. SEPTEMBER 1953

DIE FRAU, DIE NEIN SAGT

Picasso tobte. Beladen mit Koffern, zwei Kindern und einer jungen Frau fuhr das Taxi vor der Villa La Galloise in Vallauris an. Bald war der Wagen nur noch eine Staubwolke auf der südfranzösischen Landstraße in Richtung Paris, und Picasso stampfte wütend zurück in das leere Haus. Sie hatte es tatsächlich getan, hatte Wort gehalten und war mit den beiden Kindern - seinen Kindern! - fortgefahren für immer. Es war ein Unding, nicht vorgesehen und nicht vorhersehbar im Lebensplan des alten Meisters.

Die Frau im Wagen blickte nicht zurück. Aber sie konnte sich lebhaft ausmalen, wie sich Picasso gerade aufführte. Zehn Jahre lang waren sie ein Paar gewesen, die junge Françoise und der alte Pablo. Sie kannte ihn wie kaum ein zweiter Mensch, kannte seine zärtlichen und seine fürchterlichen Seiten. Aber sie wusste auch, dass sie und die Kinder zugrunde gehen würden, wenn sie weiter bei Pablo blieben. Françoise betrachtete Claude und Paloma, die neben ihr saßen. Sie liebte Pablo immer noch, aber die Kinder liebte sie mehr.

"Keine Frau verlässt einen Mann wie mich", hatte Pablo ihr noch vor wenigen Wochen erklärt und sie mit seinen dunkel leuchtenden Basiliskenaugen fixiert. Einen Mann, so reich und berühmt, wie er es war, der bekannteste Maler der Welt, ein König der Kunstwelt, ja, eine Art Gott. Noch in 500 Jahren würde man sein Werk bewundern und Bücher über ihn schreiben. Sie aber würde eine Fußnote sein im Schatten seines Genies. Er hielt sich für unersetzlich und unwiderstehlich. Wenn er auch mal unausstehlich war, hatten das seine Mitmenschen gefälligst in Kauf zu nehmen als Preis für die Gnade seiner Gegenwart.

Und sie? Hatte schallend gelacht und ihm entgegnet, dann sei sie eben die erste Frau, die es fertigbrächte, ihn zu verlassen. Er hatte dieses helle, freie Lachen immer geliebt an ihr, aber diesmal ging es ihm auf die Nerven. Ja, es machte ihm Angst. Ihn verlassen? Was gab es da zu lachen! Es war ihm todernst. Ihr aber offensichtlich auch.

Sie wolle von nun an mit ihrer eigenen Generation und den Problemen ihrer eigenen Zeit leben, hatte sie ihm erklärt und damit wieder einmal seinen Zorn erregt. Gewiss, zwischen ihnen lagen 40 Jahre, aber was hatte das schon zu bedeuten! Gehörte die Gegenwart nicht immer noch ihm, dem ewigen Kind? Er war in seinem Schaffen jünger und kräftiger geblieben als alle ihre Altersgenossen. Und sie hatte es gewagt, sein Alter zum Thema zu machen? Es war eine unglaubliche Gotteslästerung.

Er hatte sie beredet und beschworen, hatte an ihr Pflichtgefühl appelliert. Schon wegen der Kinder müsse sie bei ihm bleiben. Dann hatte er ihr gedroht: "Du bildest dir wohl ein, dass sich die Leute für dich interessieren? Niemals, und schon gar nicht um deiner selbst willen. Auch wenn du denkst, die Leute mögen dich, wirst du nichts als Neugier für einen Menschen finden, dessen Leben sich mit meinem so sehr berührt hat. Und du wirst von allem nur einen bitteren Nachgeschmack haben. Für dich ist die Realität zu Ende - hier, an diesem Punkt, endet sie. Wenn du versuchst, auch nur einen Schritt aus meiner Welt zu machen, die die deine geworden ist, weil ich dich entdeckte, als du noch jung und unentschieden warst, und alles um dich her verbrannt habe, dann gehst du geradewegs in die Wüste."

Es sollte eine Warnung sein, aber auch ein Fluch: Ohne mich bist du nichts mehr. Ich bin die Sonne, das Licht und das Leben. Ohne mich vertrocknest du, kleine Blume, du verschwindest im Nichts. Ich habe dich schon gemalt, bevor du geboren wurdest! Ich habe dich geliebt, weil du meiner Liebe bedurftest, und du verdienst es nicht, geliebt zu werden, wenn nicht von mir.

Doch diesmal half alles nichts. Sie wolle lieber in der Wüste leben als weiter in seinem Schatten, hatte sie gesagt. Ihr Ich wiederfinden, wie sie sich ausdrückte. Als ob es so e

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